Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Technologie-Konzepte für die Instandhaltung

Serviceleistungen in der Industrie verbessern

IT-gestütztes Servicemanagement ist im Industrie- und Anlagenbau auf dem Vormarsch. Der eher konservative Wirtschaftszweig öffnet sich so weiter einem margenträchtigen Geschäftsfeld und bietet neue Geschäftsmodelle, um Konstruktion, Produktion und Dienstleistungen eng zu verzahnen.

Bild: Fraunhofer FKIE

Die Branche ist sich einig: Serviceleistungen sind im Begriff, Maschinen und Anlagen als alleiniges Differenzierungsmerkmal abzulösen. Damit werden in absehbarer Zeit Dienstleistungen einen größeren Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten und als Werkzeug für hohe Kundenzufriedenheitswerte an Bedeutung gewinnen. Solche Geschäftsmodelle sind schlicht erforderlich, will ein Unternehmen langfristig weiter oder schneller wachsen als der Wettbewerb. Die Voraussetzungen für einen derart gehobenen Stellenwert sind gegeben. Denn IT-Systeme unterstützen auch im Industrie- und Anlagenbau weitgehend die Geschäftsprozesse. Zudem haben sich Reifegrad und Vernetzung der eingesetzten Softwarelösungen in den vergangenen Jahren erhöht.

Internationale Arbeitsteilung gewinnt an Bedeutung

Beide technologische Entwicklungen sind Eckpunkte, die ein effizientes und flexibles Servicemanagement überhaupt erst möglich machen – und das weltweit, über Landesgrenzen und Zeitzonen hinweg. Das ist wichtig, denn der Trend im Industrie- und Anlagenbau geht immer stärker in Richtung einer globalen Arbeitsteilung. So werden Maschinen beispielsweise in Deutschland konstruiert, in einem Niedriglohnland hergestellt, in China installiert und dort auch von geeigneten Dienstleistern gewartet. Ein solches Geschäftsmodell stellt gleichermaßen hohe Ansprüche an Kommunikation und Informationstechnologie. Schließlich müssen sowohl Abläufe als auch Infrastruktur einen reibungslosen Daten- und Informationsaustausch zwischen Maschinenhersteller, Partner und Kunde ermöglichen und in der Folge auch gewährleisten – über den gesamten Lebenszyklus einer Maschine oder Anlage hinweg.

Durchgängige Datenbasis für Service-Dienstleistungen

Eine gegenwärtig drängende Aufgabe von Maschinen- und Anlagenbauern ist es daher, die unterschiedlichen Systeme von Partnern, Servicedienstleistern und Kunden mithilfe einer durchgängigen und einheitlichen Datenbasis zu vernetzen. Auf diese Weise lässt sich das Prinzip der globalen Arbeitsteilung umsetzen und alle Beteiligten entsprechend einbinden. Da es sich im Industrie- und Anlagenbau allerdings meist um klassisches ‚Make-to-order-‚ oder ein ‚Engineer-to-order‘-Geschäft handelt, also kaum ein Auftrag dem anderen gleicht, bedingt dies ein auf die Einzelfertigung ausgelegtes Enterprise Resource Planning-System. Hinzu kommen spezifische Anforderungen an eine flexible Produktionsplanung und Fertigungssteuerung: Unterschiedliche Arten der Kalkulation müssen ebenso abbildbar sein, wie eine auftragsbezogene Ablauforganisation mit entsprechender Termin- und Kapazitätsplanung. Im Rahmen von Produktions- und Wartunkgskooperationen ist zudem ein Abgleich der Produktionsinformationen sowie weiterer Stammdaten von oder mit Kunden, Partnern und Lieferanten erforderlich. Nur so lassen sich wachsende Stücklisten in den Griff bekommen und die tatsächliche Konfiguration einer Maschine beziehungsweise Anlage dokumentieren.

Wartung als Bestandteil der übergeordneten Planung

Mit der entsprechenden IT-Unterstützung für unternehmensübergreifende Kommunikation und Produktionssteuerung können sich Unternehmen daher besser aufstellen, um ein kundenorientiertes und gleichermaßen wettbewerbsförderndes Servicemanagement zu gestalten. Dabei muss die Maßgabe lauten, zu agieren. Das heißt, zukünftige Wartungsleistungen oder Instandhaltungsmaßnahmen fließen in eine Planung ein und erfolgen nicht erst reaktiv, wenn die Maschine oder Anlage defekt ist und einen Produktionsausfall nach sich zieht. Es gilt, eine Art Serviceheft zu erstellen, ähnlich der im KFZ-Bereich üblichen Dokumentation. Wartungszyklen, Fälligkeit und Prüfmaßnahmen werden von der Software vorgegeben und sind so frühzeitig bekannt. Anstehende Arbeiten an Maschinen und Anlagen lassen sich so teils Monate im Voraus erkennen. Hierdurch werden Ersatzteilbestände bei gleichzeitiger höherer Anlagenverfügbarkeit reduziert. Auch die Erstellung von Serviceaufträgen lässt sich auf diese Weise automatisiert abwickeln. Als Ergebnis lässt sich einem Kunden der Serviceauftrag per elektronischer Schnittstelle übermitteln. Dieser kann die anstehenden Wartung in seinem Kapazitätsangebot als Teil seiner Planung darstellen.


Das könnte Sie auch interessieren:

In ihrer Beschaffenheit sind Manufacturing Execution Systems die wohl beste Plattform, um auch die Handmontage digital abzubilden. Doch wie sehen Lösungskonzepte aus, die neben Fertigungsanlagen, Maschinen und Robotern auch Menschen miteinbeziehen?‣ weiterlesen

Zeiss übernimmt das US-Unternehmen Capture 3D und baut die Kompetenz im Bereich 3D-Mess- und Inspektionslösungen aus.‣ weiterlesen

Viele Unternehmen organisieren ihre Produktionsvorbereitung analog und ohne Zugang zur 3D-Konstruktion. Neue Anwendungen könnten diese Schritte zwischen Design und Fertigung künftig erleichtern, indem sie 3D-Modelle von Produkten samt zugehöriger Daten und etwaige Designänderungen laufend zur Verfügung stellen.‣ weiterlesen

Das IT-Beratungs- und Softwarehaus Valantic partnert künftig mit Systema, einem eigentümergeführten Systemintegrator, der sich auf Softwarelösungen und Dienstleistungen zur MES-Integration, Fertigungsautomatisierung und Produktionsoptimierung spezialisiert hat.‣ weiterlesen

Wenn Lieferzahlen und Produktvarianz steigen, wächst auch das Kommunikationsaufkommen in den Netzwerken. Um solchen Flaschenhälsen vorzubeugen, hat Škoda auf eine cloudbasierte Netzwerklösung umgerüstet.‣ weiterlesen

Dokumentation ist ein wesentlicher Bestandteil jeder nachhaltigen Datenarchitektur. Entwickler-Teams vernachlässigen das oft aus praktischen Gründen, denn sie stehen unter enormen Termindruck und werden eher nach dem Code beurteilt, als danach, wie gut sie ihn dokumentieren.‣ weiterlesen

Künstliche Intelligenz auf Werksebene dient meist der Optimierung oder der Analyse komplexer Zusammenhänge. In der Produktionsplanung zum Beispiel können bessere Algorithmen, getragen von mehr Rechenleistung, heuristische Ansätze im Ergebnis deutlich übertreffen.‣ weiterlesen

Die Deutschen Industrieunternehmen wollen ihre Produktion ausweiten. Die gesteigerten Erwartungen verhelfen dem entsprechenden Indikator des Ifo Instituts zum höchsten Stand seit 1991.‣ weiterlesen

57 Prozent der Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie gehen davon aus, gestärkt aus der Coronakrise hervorzugehen. Das geht aus einer Studie von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut hervor. Um diese Position auch künftig behaupten zu können, wollen die Betriebe laut Studie die eigene Widerstandsfähigkeit als strategisches Thema verankern.‣ weiterlesen

Das sogenannte Wasserfall-Prinzip in der Software-Entwicklung kommt immer seltener zum Einsatz. Häufiger sind agile Methoden wie die ’Continuous Integration’, bei denen Software in kleinen Einheiten kontinuierlich erweitert und verbessert wird. Welche Vorteile dies für die Nutzer bringt, zeigt das Softwareunternehmen Sage.‣ weiterlesen

Neues Mitglied im MES D.A.CH: Der MES-Anbieter PSI Automotive & Industry ist dem Verband beigetreten.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige