Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Systemeinsatz in der zerspanenden Fertigung

Fehler im Datenfluss vermeiden

Das Informationsmanagement in einem Manufacturing-Execution-System zeichnet sich durch die direkte Anbindung an die verteilten Shopfloor-Systeme aus. Dieser Ansatz ermöglicht unter anderem die 'Just-in-time'-Bereitstellung von Fertigungsdaten. Anders als bei einem planenden System sind Lösungen für Fertigungscontrolling und -management das letzte Glied in der Datenkette. Fehler im Datenfluss können folglich zu einem augenblicklichen Problem in der Fertigung führen.

Bild: Fotolia / pmphoto

Eine der Voraussetzungen für eine funktionierende Manufacturing-Execution-Lösung (MES) in der zerspanenden Fertigung ist eine leistungsfähige Werkzeug-Datenbank mit fehlerfreiem Inhalt. Schon die Auswahl der bestmöglichen Datenbank stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Doch auch für die strukturierte und fehlerfreie Überführung des Werkzeugbestandes in die neue Datenbank gilt es einiges zu bedenken, damit das IT-Werkzeug nicht als Datengrab endet.

CAD/CAM-Spezialisierung kontra Shopfloor-Schnittstellen

Grundsätzlich können von einer Werkzeug-Datenbank zwei unterschiedliche Systeme Nutzen ziehen, deren Anforderungen sich grundlegend unterscheiden: Das CAD/CAM-Programmiersystem und das Shopfloor-Management. NC-Programmierer sollen bei der Auswahl des optimalen Werkzeuges, der Technologiewerte wie Schnittwerten und Standzeiten sowie bei der Erzeugung von Simulationsdaten zur Kollisionserkennung unterstützt werden. Beim Shopfloor-Management werden die Daten hingegen als Grundlage für die Berechnung der Netto-Werkzeuge, für die Werkzeug-Entnahme durch Lageransteuerung, bei der Montage der Werkzeuge über Stückliste und Montageanweisung sowie für die Vermessung der Werkzeuge durch Bereitstellung der Einstellaufträge eingesetzt. Häufig liegt bei der Auswahl und Einführung einer Werkzeug-Datenbank der Schwerpunkt nur auf einem dieser Systeme. Eine später erkannte Fehlentscheidung ist dann kaum mehr korrigierbar.

Grundsätzlich gibt es zwei Klassen von Werkzeug-Datenbanken: Zum einen Werkzeug-Datenbanken, die fest an ein bestimmtes CAD/CAM Programmiersystem gebunden sind und auch nur im Zusammenhang mit diesem System gekauft und betrieben werden können. Diese Lösungen sind häufig für den Shopfloor-Einsatz nicht oder nur mit Abstrichen geeignet, bieten dafür aber sehr gute Schnittstellen zum Programmiersystem. In der Praxis finden sich allerdings häufig Ansätze bei denen eine solche, im Haus vorhandene Datenbank, mit hohem Aufwand für den Shopfloor passend gemacht wird. Die dabei eingegangenen Kompromisse rechtfertigen diese Lösung allerdings in der Regel nicht.

ANZEIGE

Um maximalen Nutzen und langfristige Entscheidungsfreiheit für zukünftige Systemwechsel zu haben, empfiehlt sich der Einsatz einer unabhängigen Werkzeug-Datenbank. Im Gegensatz zu proprietären Systemen bedienen diese Lösungen sowohl Shopfloor-Anforderungen als auch die CAD/CAM-Programmiersysteme. Im Gegenzug müssen diese Systeme über Schnittstellen an die Programmiersysteme angebunden werden, auch funktionierende Schnittstellen zu marktgängigen MES in der zerspanenden Fertigung müssen vorhanden sein. Die Umsetzung dieser beiden Systemanbindungen gelingt den jeweiligen Herstellern unabhängiger Werkzeug-Datenbanken unterschiedlich gut; einige bieten allerdings auch selbst ein MES an.

Die passende Werkzeug-Datenbank auswählen

Bei der Auswahl des passenden Systems sollten Unternehmen daher prüfen, ob die Datenbank über eine funktionierende Schnittstelle zu vorhandenen CAD/CAM-Programmiersystemen verfügt. Gespräche mit Referenzanwendern können hier eine große Hilfe darstellen; dabei gilt es auch zukünftige System-Veränderungen zu bedenken. Abhängig von der zu unterstützenden Zerspanungstechnologie und Werkzeugvielfalt können zudem bestimmte Werkzeugdatenbanken Vorteile für einen Betrieb bieten. Die Bewertung dieser Unterschiede erfordert Sachverstand und Weitblick. Auch die Möglichkeiten aus der Sicht des Shopfloor-System gilt es gründlich zu prüfen: Neben Funktionsumfang sowie Bedienkomfort gilt es dabei zu bedenken, dass im Laufe der Einführung eines MES die Wünsche der Anwender in der Regel massiv ansteigen werden. Nach einem Benchmark der marktgängigen Werkzeugdatenbanken sollte sich so die bestmögliche Lösung für die Rahmenbedingungen vor Ort finden lassen.

Werkzeugbestand-Überführung: Herausforderung Datenqualität

Der schwierigere Teil der Aufgabe kommt allerdings erst danach: Die strukturierte, durchdachte und fehlerfreie Überführung des Werkzeugbestandes in diese Werkzeug-Datenbank. Dabei sollten Unternehmen auf keinen Fall Daten aus Vorgänger-Systemen importieren. Denn in den ‚Altbeständen‘ schlummern Dubletten, Informationen zu veralteten Werkzeugen, die gefunden und verschrottet werden müssen, sowie zahlreiche fehlerhafte Daten.

Diese Altlasten verhindern – zusammen mit fehlenden Daten, die manuell nachgetragen werden müssen – eine Strukturierung des Datenbestandes nach den Sachmerkmalen der DIN 4000. Die Erfahrung aus zahlreichen MES-Einführungsprojekten zeigt: Das Nachpflegen einer vorhandenen Werkzeug-Datenbank ist immer zeit- und kostenintensiver als die Neuanlage. Außerdem kann die Integration einer fehlerhaften Datenbank den MES-Betrieb für lange Zeit stören.

Aufgrund der Komplexität dieser Aufgabe scheuen nach wie vor viele Betriebe mit zerspanender Fertigung die Einführung einer Werkzeug-Datenbank. Doch ohne eine leistungsfähige Werkzeug-Datenbank lassen sich die Vorteile eines MES in der zerspanenden Fertigung, etwa in Hinblick auf Kapazitätserweiterung, Kostenreduktion, Produkt- und Prozessqualität sowie Termintreue und Flexibilität, nur lückenhaft ausschöpfen. Für eine zielführende Neuanlage sollten sich Anwender daher von erfahrenen Spezialisten begleiten lassen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Um Mobilität in Zeiten von Verstädterung, Ressourcenknappheit und Klimawandel zukunftsfest zu machen, bündeln die Universität Stuttgart und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ihre Forschungskompetenzen im Innovationscampus ‘Mobilität der Zukunft‘ (ICM).‣ weiterlesen

Viele Unternehmen haben das Thema Kundenbeziehungsmanagement auf ihrer digitalen Agenda. Und es geht voran, gerade im Maschinen- und Anlagenbau. Eine aktuelle Umfrage zeigt aber auch, woran es auf dem Weg zur 360°-Kundensicht noch hakt.‣ weiterlesen

Mixaco stellt Industriemischer für Chemikalien, Farben und Kunststoffe her. Jetzt hat die Firma ihr Angebot um eine IoT-Lösung erweitert, mit der Anlagenbetreiber die Leistung ihrer Maschinen online überwachen und sie vorausschauend warten können. In Verbindung mit anderen Bausteinen der IoT-Plattform sind aber noch viel mehr Anwendungen möglich.‣ weiterlesen

Im 23. Global CEO Survey von PWC rechnet mehr als die Hälfte der 1.581 befragten CEOs mit einem Rückgang des Weltwirtschaftswachstums. Auf lange Sicht zeigen sich die Befragten jedoch optimistischer.‣ weiterlesen

Weit mehr als 200 Aussteller auf werden auf der All About Automation im am 4. und 5. März am Bodensee erwartet. Bei der aktuellen Auflage sind die Themen Robotik und MRK zunehmend stark vertreten.‣ weiterlesen

Trendthemen wie künstliche Intelligenz oder Nachhaltigkeit haben Auswirkungen auf die gesamte Supply Chain. Auf der diesjährigen Logimat, die vom 10. bis zum 12. März in Stuttgart stattfindet, zeigen mehr als 1.650 Aussteller, wo die Reise in der Intralogistik in den nächsten Jahren hingehen könnte.‣ weiterlesen

Mit der Übernahme der Data One GmbH will Orbis das eigene SAP- und Microsoft- Beratungsangebot stärken.‣ weiterlesen

Ein neuer Trend in der Marketing-Kommunikation ist die KI-gestützte Stimmungsanalyse der Gesprächspartner: Sentimentanalysen in Verbindung mit Spracherkennung wie bei Amazons Alexa, IBM Watson, oder Google Speech API geben viele neue Aufschlüsse über Kundenverhalten. Im Beitrag geht es um die Nutzung dieser Techniken für das Verkaufsgespräch.‣ weiterlesen

In einer aktuellen Studie hat das Wirtschaftprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte weltweit mehr als 2000 C-Level-Führungskräfte zum Thema Industrie 4.0 befragt, 125 davon aus Deutschland. Die Analyse zeigt, dass für die Unternehmen neben Wertschöpfung und Wachstum zunehmend auch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung an Bedeutung gewinnen.‣ weiterlesen

Für 30 Prozent organisches Wachstum muss in einem Unternehmen einiges richtig laufen. Vor allem wenn das Ergebnis im umkämpften ERP-Markt erzielt wird. Softwareanbieter IFS hat genau das geschafft. Wir haben mit Europachef Glenn Arnesen über das Erfolgsrezept der Firma gesprochen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige