Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Supply Chain Management per Telematiksystem

Der Baustoffproduzent Holcim AG geht mit der Einbindung eines RFID-gestützten Telematiksystems neue Wege in der Logistik seiner Produkte. Die eingesetzte elektronische Logistikplattform gestattet dem Unternehmen erstmals ein durchgängiges Supply Chain Event Management ohne Medienbrüche. Neben Lieferqualität und Kundenservicelevel kann durch diesen Ansatz auch das Kostenmanagement verbessert werden.

Bild: Holcim

Die Integration der mobilen Auftragsbearbeitung, auch ‚mobile order processing‘ (MOP) genannt, gestattet der Schweizerischen Holcim AG, sämtliche in der Abwicklung des Lieferprozesses anfallenden Ereignisse dem webbasierten Dispositionstool seiner Logistiklösung Logon zuzuführen. Dies erlaubt dem Unternehmen, den Ist-Zustand eines Auftrages in Echtzeit abzubilden und bei negativen Tendenzen oder Abweichungen zu Sollwerten sofort zu reagieren und bei Bedarf eine Gegenmaßnahme einzuleiten.

Die so für das Supply Chain Event Management geschaffene Transparenz des Lieferprozesses dient dem Unternehmen nicht nur zur internen Qualitätssteigerung und Kostensenkung. Die Informationen können durch die Online-Fähigkeit der Logistikplattform auch Transportunternehmen und Endkunden bereitgestellt werden. Durch die Einbindung das Kartendienstes Google Maps erhalten die Anwender für bessere Nachverfolgung Zugriff auf alle geografischen Informationen der involvierten LKW, Bahnwagen, Routen, Lade- und Lieferorte sowie Güter. Neben dem Auftragsstatus werden auch sämtliche aufgewendete Zeiten für Fahrt und Pausen, insbesondere aber auch durch Auslieferung oder Verkehrstaus verursachte Standzeiten registriert. Die Transporteure können darüber hinaus auch Fremdaufträge disponieren, ohne auf Funktionalitäten des Systems zu verzichten.

Webbasierte Disposition der Transportmittel

Sämtliche am Lieferprozess beteiligten Akteure und Systeme sind zur Identifikation mit RFID-Transpondern ausgerüstet, welche bei deren Auslesen entsprechende ‚Events‘ generieren. Dies beginnt bereits beim Anmelden eines Fahrers mittels Fahrerkarte mit RFID-Etikett am RFID-fähigen Handheld. Das System erkennt daraufhin den Fahrer und übermittelt als Vorschlag das zuletzt von ihm verwendete Zugsystem, welches per Touchscreen bestätigt werden kann, und der Auftrag beginnt. Sollte die vorgeschlagene Fahrzeug-Kombination nicht zum Einsatz kommen, kann der Fahrer die aktuell verwendeten getaggten Fahrzeuge oder Anhänger mit der RFID-Identifikation im System anmelden. So wird gewährleistet, dass das webbasierte Dispositionstool die für einen Auftrag vorgesehenen Zugsysteme erkennt und ihnen die entsprechenden Aufträge zugewiesen werden können. Inzwischen befinden sich mehr als 300 dieser Systeme im Raum im Einsatz, der Rollout in weitere Länder für das Jahr 2012 ist in Planung. Auch der Einsatz in weiteren Geschäftsgebieten wie Sand und Kies wird geprüft.

Per Funksignal zur passenden Ladestelle

Das integrierte GPS-Modul im robusten Handgerät, das der Schutzklasse IP65 entspricht, ermöglicht die zielgeführte Trucknavigation an den Bestimmungsort aufgrund der übertragenen Auftragsdaten. Vor Ort identifiziert der Fahrer über sein Mobilterminal die getaggte Ladestelle, wodurch der Auftrag ans Wägesystem gesendet und das Beladen ausgelöst wird. Nach Ankunft an der Entladestelle wiederholt sich der Vorgang der Verifizierung des richtigen Einfüllstutzens mittels RFID. Durch die eindeutige Erkennung der Silos wird somit eine Vermengung von verschiedenen Baustoffen ausgeschlossen. Derselbe Identifikationsvorgang wird auch eingesetzt, wenn das Produkt nicht vom stationären Silo der Zementwerke, sondern von Bahnwaggons aus abgefüllt wird. Das GSM/GPRS-Modul ermöglicht jederzeit eine Online-Verbindung zum Logistiksystem in der Zentrale, wodurch der Fahrer in Echtzeit Informationen zu seinem Auftrag abrufen sowie Daten übermitteln kann. Dies erfolgt nicht nur mit auftragsrelevanten Informationen, sondern auch mit Daten, welche für den Verkauf wichtig sind und deshalb direkt per E-Mail dem entsprechenden Kundenbetreuer zugesandt werden.


Das könnte Sie auch interessieren:

Fast 80 Prozent der Maschinenbauer sehen die Notwendigkeit, bei digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren. Das hat der VDMA in einer Befragung mit McKinsey ermittelt. Auf großes Wachtumspotenzial deutet dabei hin, dass erst 0,7 Prozent der Umsätze in Europa mit digitalen Plattformen und Services erzielt werden.‣ weiterlesen

Verschlüsselungssoftware spielt auf dem Weg zu mehr Datenschutz eine wichtige Rolle, doch können Computersysteme auch auf physikalischem Wege angegriffen werden. Durch das Abfangen von Stromschwankungen oder das Auslösen von Fehlern durch elektromagnetische Impulse werden Geräte wie Smartphones und Schlüsselkarten angreifbar.‣ weiterlesen

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben in Zusammenarbeit mit der Isoloc Schwingungstechnik GmbH eine Sensormatte für Steharbeitsplätze entwickelt. Sie erfasst die Fußposition eines Mitarbeiters und erkennt Gewichtsverlagerungen.‣ weiterlesen

Die Technologieinitiative SmartFactory KL feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Heute beteiligen sich mehr als 50 Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen an der Initiative.‣ weiterlesen

ERP-Lösungen spielen eine zentrale Rolle in den Unternehmen und das tun sie gut. So die Erfahrungen von 2.089 Anwenderunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, die im Zuge der aktuellen Studie ‘ERP in der Praxis‘ durch die Analysten der Trovarit mittlerweile zum 10. Mal befragt wurden. Die Studie weist Zufriedenheitsbewertungen von mehr als 40 ERP-Lösungen aus.‣ weiterlesen

Die Anforderungen an die Produktionsplanung von Fertigungsbetrieben steigen stetig. Jetzt hat MPDV, Hersteller von Fertigungs-IT, eine Feinplanungslösung für das eigene MIP-Ökosystem vorgestellt. Die APS-Software baut auf langjährigen Erfahrungen mit der bewährten MES-Lösung Hydra auf und kann von einfachen Arbeitsgängen bis hin zu komplexen Fertigungsaufträgen planen und optimieren. Im Interview erläutern Thorsten Strebel, Vice President Products, und Jürgen Petzel, Vice President Sales, warum der Softwarehersteller gerade jetzt mit einer APS-Lösung an den Markt geht - und was Fedra zu bieten hat.‣ weiterlesen

Wird weniger Energie verbraucht, sinken Betriebskosten ohne Produktivitätsverlust. Gerade im Verteilzentrum könnte viel Sparpotenzial brach liegen. Denn dort haben technische Fortschritte die Leistung, aber auch den Energiebedarf, in die Höhe getrieben. Daher sind zuletzt viele Materialflusshersteller an ihre Reißbretter zurückgekehrt, um energiesparende Varianten ihrer Fahrzeuge, Kräne und Managementsysteme herzustellen.‣ weiterlesen

Hat das ERP-System einmal den Anschluss verpasst, muss nicht immer gleich etwas Neues her. Sasse Elektronik gelang mit seinem IT-Partner Cosmo Consult das Re-Engineering der Business-Anwendung. Der Lohn bestand in deutlich kürzeren Prozessen bei erheblich weniger Papier im Büro.‣ weiterlesen

Insbesondere Unternehmen der Fahrzeugbau- und Elektroindustrie besitzen großes Potenzial zur Reduzierung des Energieverbrauchs in ihrer Produktion. Daher haben die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und Limtronik als Mitglieder des SEF Smart Electronic Factory e.V. einen Use-Case entwickelt, in dem Wartungsintervalle eines energieintensiven Reflow-Ofen sensorgestützt optimiert werden.‣ weiterlesen

Edge Computing ist für die industrielle IT grundsätzlich nichts Neues. Seit Jahrzehnten werden Geräte und Monitore in der Produktion weit entfernt von zentralen Rechenzentren betrieben. Das aktuelle Revival des Begriffes ist auch technologischen Innovationen geschuldet, die Latenzen auf wenige Millisekunden senken.‣ weiterlesen

Auch durch Bewegungen wie Fridays for Future und extreme Wetterphänomene befassen sich Unternehmen intensiver mit dem ökologischen Wandel. Doch während Energieeffizienzprojekte bereits häufig betrieben werden, stehen die Möglichkeiten zum Materialsparen eher selten im Fokus. Dieser Artikel liefert Impulse entlang der Wertschöpfungskette, Ressourcen erst gar nicht zu verbrauchen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige