Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Stufensystem für die Sicherheit

Seit dem Auftreten von Stuxnet häufen sich Mitteilungen zur Anfälligkeit von Automatisierungssystemen für derartige Angriffe. Doch eine Absicherung der Automationsebene alleine genügt nicht – in der Regel sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um bestimmte Angriffe abzuwehren. Inzwischen stehen bewährte und wirksame Konzepte bereit, um einen entsprechend sicheren Betrieb von Industrieanlagen zu unterstützen.

Bild: Siemens

Die öffentliche Diskussion differenziert meist nicht ausreichend zwischen dem notwendigen Beheben von Produktschwachstellen auf der einen und der Einrichtung von Schutzmaßnahmen gegen Schadsoftware auf der anderen Seite. Auf Seiten der Automationshersteller werden seit Jahren Schwachstellentests für seine Standardprodukte durchgeführt und Geräte entsprechend optimiert – dies bezeichnet man als Härten. Jedoch kann diese Absicherung allein keinen umfassenden Schutz vor Cyberangriffen gewährleisten. Hierfür sind in der Regel zusätzliche Maßnahmen wie sichere Authentifizierung, Zugangskontrolle oder Verschlüsselung erforderlich.

Diese Kombination aus passiver Sicherheit und aktiven Maßnahmen ist in der IT schon Usus: So werden regelmäßig durch Windows-Patches Schwachstellen bereinigt, für einen umfassenden Schutz gegen Viren oder unberechtigte kommen zusätzliche Schutzmaßnahmen zum Einsatz, etwa Virenscanner und Firewalls. Beim Design heutiger Automatisierungsprodukte und -protokolle standen bisher Performance und Funktionalität im Vordergrund. Security-Aspekte wurden kaum berücksichtigt, da entsprechende Anforderungen in der Industrie erst in den letzten Jahren zunehmen.

Daher verfügen die meisten Automatisierungssysteme und -protokolle nur über begrenzte Sicherheitsfunktionalitäten. Um ein gutes Schutzniveau zu erreichen, ist ein umfassendes Security-Konzept aber unabdingbar, das unterschiedlichen Bedrohungen auf unterschiedliche Weise und auf verschiedenen Ebenen begegnet. Es bedarf also einer mehrschichtige Strategie oder ‚Defence in Depth‘, die mehrere Hürden für potenzielle Angreifer aufbaut. Dazu gehören physikalische Security-Maßnahmen, IT-Sicherheit und Netzwerkzugangsschutz sowie Zugriffskontrolle und Applikationssicherheit auf allen Endgeräten.

Zellenschutz als Königsweg

Der physikalische Zugangsschutz und die Einrichtung entsprechender Security-Prozesse und -Richtlinien liegt in der Verantwortung der Betreiber. Herstellerfirmen können jedoch im Bereich der Netzwerk- und Endgeräte-Security unterstützen, indem sie geeignete Produkte zur Verfügung stellen. Im Bereich der industriellen Netzwerksicherheit hat sich das Zellenschutzkonzept bewährt. Dabei werden Teile eines Netzwerkes von einer verteilten Security-Anwendung geschützt und dadurch das Netz bei Einsatz mehrerer Module sicherheitstechnisch segmentiert. Somit sind Geräte im geschützten Netzsegment, der ‚Zelle‘, vor unbefugten Zugriffen sicher. Auch die Kommunikation zwischen den Zellen ist geschützt. Scalance S von Siemens ist solch eine Security Appliance, die Zugriffe mittels Firewall-Mechanismen kontrollieren sowie den Datenverkehr mittels Virtual Private Network (VPN) verschlüsseln kann.

Ein geschütztes Netzsegment bietet auch den Vorteil, dass Echtzeitkommunikation innerhalb des Sicherheitsbereichs unbeeinflusst von rechenintensiven Sicherheitsanwendungen stattfindet und dennoch geschützt wird. Vergleichbares gilt auch für Safety-Applikationen wie Profisafe, die aber eine ausreichende Performance benötigen. Sonst kann die Anlage leicht in den funktional sicheren Zustand gezwungen werden kann, worunter die Verfügbarkeit leidet. Das Zellenschutzkonzept bietet den Ausweg aus dem Dilemma, einerseits genügend Leistung zur Verfügung haben zu müssen und andererseits ausreichenden Schutz zu gewährleisten.

Zukünftig wird Siemens sein Security-Produktportfolio erweitern und damit auch die Einsatzmöglichkeiten des Zellenschutzkonzeptes. Die Security-Funktionalitäten ‚Firewall‘ und ‚VPN‘ werden etwa in die Kommunikationsprozessoren (CP) der Steuerung Simatic S7 integriert. Damit können auch Endgeräte wie PC und andere Steuerungen geschützt werden. Zur Unterstützung der Anwender bietet das Unternehmen außerdem auch Security-Dienstleistungen an, die je nach Bedarf Schwachstellenanalyse, Erstellung, Implementierung und Überprüfung von Schutzkonzepten umfassen können. Werden solche Security-Maßnahmen und -Konzepte konsequent umgesetzt, lassen sich Automatisierungsanlagen auch heute mit einem vernünftigen Grad an Sicherheit betreiben.


Das könnte Sie auch interessieren:

Maschinen in der Produktion werden zunehmend schlauer. Eine von Reichelt Elektronik in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass sich Predictive Maintenance in der deutschen Industrie etabliert.‣ weiterlesen

177 Ökonomen haben Ifo und FAZ im Rahmen des Ökonomenpanel zur aktuellen Corona-Wirtschaftspolitik der Bundesregierung befragt. Kurz vor der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz zeigt sich ein Großteil der Teilnehmer unzufrieden.‣ weiterlesen

Roland Bent hat sein Amt als CTO bei Phoenix Contact niedergelegt und sein Berufsleben beendet. Sein Nachfolger wird Frank Possel-Dölken.‣ weiterlesen

Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen wird mehr und mehr zum Standard. Die Vernetzung mit der Unternehmens-IT und dem Internet erzeugt allerdings auch Herausforderungen – vor allem beim Thema Sicherheit.‣ weiterlesen

Kontron erweitert seine Industriehardware um die Switch-Familie KSwitch. Die Fast- und Gigabit-Ethernet-fähigen Modelle sollen über das Jahr verteilt auf den Markt kommen. Die ersten 23 Varianten bereits im ersten Quartal, teile das Unternehmen auf einer Pressekonferenz mit.‣ weiterlesen

Babtec hat bekanntgegeben, dass Peter Hönle, Dagmar Henkel und Lutz Krämer die Führungsebene des Wuppertaler Softwareherstellers erweitern. Zudem gibt es ein neues Leitbild sowie eine Stammkapitalerhöhung zu vermelden.‣ weiterlesen

Für einen besseren Austausch mit der Telekommunikationsindustrie hat der VDMA die Arbeitsgemeinschaft Wireless Communications for Machines ins Leben gerufen.‣ weiterlesen

Die Unternehmen der Automobilindustrie schätzen ihre aktuelle Lage wieder besser ein als noch Januar und auch der Ausblick auf die kommenden Monate ist laut der Ifo-Konjunkturumfrage positiver.‣ weiterlesen

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML entwickelt mit dem LoadRunner eine neue Generation fahrerloser Transportfahrzeuge. Das System kann sich dank künstlicher Intelligenz und Kommunikation über 5G im Schwarm organisieren und selbstständig Aufträge annehmen.‣ weiterlesen

Aluminiumboote sind die Arbeitspferde auf dem Wasser. Bei Polizei, Küstenwachen, Fischern und allen, die unter rauen Bedingungen aufs Meer müssen, sind Aluboote sehr beliebt, weil der Werkstoff auch harte Schläge verkraftet, ohne zu brechen wie GFK. Ophardt Maritim ist ein Spezialist für sehr schnelle Aluminiumboote im Längenbereich 9-17 Meter. Die Boote werden mit PTC Creo und Windchill konstruiert, Inneo unterstützt beim Betrieb der hocheffizienten Entwicklungsumgebung bei Ophardt.‣ weiterlesen

Im Februar gibt das IAB-Arbeitsmarktbarometer leicht optimistische Signale, der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige