Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Steuerungstechnik

Reines Prozess-Denken

Destillationsanlagen separieren auf molekularer Ebene Stoffe voneinander, um sie hochrein als Gutprodukt einsetzen zu können. Unlängst wurde die erste Destillationsanlage für die Feinchemie nach einer neuen Programmstruktur gebaut. Dabei kam eine Plattform zum Einsatz, die eine ganzheitliche Programmierung, Parametrierung, Visualisierung und Sicherheitstechnik ermöglicht. Die Verantwortlichen sehen darin einen wichtigen Schritt für die Zukunft von Destillationsanlagen.

Bild: UIC GmbH

Als Entwickler und Fertiger von Dünnschichtverdampfern und Kurzweg-Destillationsanlagen liefert die UIC GmbH in Alzenau bei Aschaffenburg seit über 25 Jahren Laboranlagen, Pilotanlagen und Industrieanlagen. Einem Kunden aus der Feinchemie wurde eine Produktionsanlage nach dem Kurzweg-Destillationsprozess für dessen Fertigung in Deutschland geliefert. Ulrich Jacobs, Leiter Elektrotechnik und MSR-Technik bei UIC, sagt: „Hierbei haben wir erstmals den gesamten Engineering-Prozess mithilfe des neuen Engineering Frameworks TIA Portal von Siemens durchgeführt.“ Die Software-Plattform zeichnet sich dadurch aus, dass Programmierung, Parametrierung, Visualisierung und Sicherheitstechnik mit einem einzigen System realisiert werden können. „Diesen Vorteil wollten wir uns zunutze machen und frühzeitig umsteigen“, sagt Jacobs.

Zusammen mit der APE Engineering GmbH im benachbarten Niedernberg, ein Dienstleister für Automatisierungstechnik, wurde dieser Umstieg bewältigt. Ulrich Jacobs und seine Kollegen sehen in dem Portal eine Reihe von Vorteilen, die die Arbeit künftig erleichtern können. Dazu zählt in erster Linie die gemeinsame Datenbasis innerhalb des Engineering Frameworks, auf die die Programmierung und die Visualisierung zugreifen. So müssen zum Beispiel Variablen nicht mehr aufwändig zugeordnet werden. Umrechnungsprozeduren und Syntaxanpassungen beziehungsweise daraus resultierende Fehler gehören der Vergangenheit an. „Das geht heute spürbar bequemer“, fasst Jacobs zusammen.

Spülprozess überwachen

Das Engineering Framework wurde zum ersten Mal beim Bau einer zweistufigen Vakuum-Destillationsanlage verwendet. Dort sorgen ein Dünnschichtverdampfer und ein Kurzweg-Destillator dafür, dass aus einem flüssigen Ausgangsmedium ein Gutprodukt gewonnen wird. Dieses und der wieder ausgeschiedene Reststoff sind flüssig, was typisch für diese Art von Produktionsanlagen ist. Die Anlage arbeitet mit einem Vakuum von zirka zehn bis drei Millibar und erreicht einen Durchsatz von 500 Kilogramm pro Stunde. Sie ist auf einen Betrieb rund um die Uhr ausgelegt und arbeitet weitgehend unbeaufsichtigt. Die Steuerung übernimmt hierbei eine Simatic S7-315F von Siemens in Verbindung mit einem PC, auf dem die Rezeptverwaltung läuft. „Diese fehlersichere Steuerung haben wir hier zum ersten Mal verwendet, weil es in der Anlage Prozesse gibt, die aus Ex-Schutz-Gründen sicher überwacht werden müssen“, sagt Ulrich Jacobs.

Konkret handelt es sich dabei um den Reinigungsprozess, bei dem ein Behälter über eine Düse ausgespült wird. Da beim Einspritzen Entladungsspannungen auftreten können, muss sichergestellt sein, dass der Behälter mit Stickstoff geflutet ist. Zusätzlich müssen noch einige weitere Bedingungen sicher erfüllt sein, damit kein Risiko entsteht. „Auch hier zeigt sich die Durchgängigkeit des Portals“, sagt Ulrich Jacobs. Denn im Engineering Framework kann auch die gesamte Sicherheitstechnik programmiert werden. Hierfür gibt es vorgefertigte Funktionsbausteine, die über Drag and Drop an die gewünschte Stelle geschoben werden. Für die Anwendung bei UIC hat die APE Engineering GmbH zur Steuerung der komplexen Destillationsprozesse zusätzlich eigene Prozeduren geschrieben.


Das könnte Sie auch interessieren:

Maschinen in der Produktion werden zunehmend schlauer. Eine von Reichelt Elektronik in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass sich Predictive Maintenance in der deutschen Industrie etabliert.‣ weiterlesen

177 Ökonomen haben Ifo und FAZ im Rahmen des Ökonomenpanel zur aktuellen Corona-Wirtschaftspolitik der Bundesregierung befragt. Kurz vor der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz zeigt sich ein Großteil der Teilnehmer unzufrieden.‣ weiterlesen

Roland Bent hat sein Amt als CTO bei Phoenix Contact niedergelegt und sein Berufsleben beendet. Sein Nachfolger wird Frank Possel-Dölken.‣ weiterlesen

Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen wird mehr und mehr zum Standard. Die Vernetzung mit der Unternehmens-IT und dem Internet erzeugt allerdings auch Herausforderungen – vor allem beim Thema Sicherheit.‣ weiterlesen

Kontron erweitert seine Industriehardware um die Switch-Familie KSwitch. Die Fast- und Gigabit-Ethernet-fähigen Modelle sollen über das Jahr verteilt auf den Markt kommen. Die ersten 23 Varianten bereits im ersten Quartal, teile das Unternehmen auf einer Pressekonferenz mit.‣ weiterlesen

Babtec hat bekanntgegeben, dass Peter Hönle, Dagmar Henkel und Lutz Krämer die Führungsebene des Wuppertaler Softwareherstellers erweitern. Zudem gibt es ein neues Leitbild sowie eine Stammkapitalerhöhung zu vermelden.‣ weiterlesen

Für einen besseren Austausch mit der Telekommunikationsindustrie hat der VDMA die Arbeitsgemeinschaft Wireless Communications for Machines ins Leben gerufen.‣ weiterlesen

Die Unternehmen der Automobilindustrie schätzen ihre aktuelle Lage wieder besser ein als noch Januar und auch der Ausblick auf die kommenden Monate ist laut der Ifo-Konjunkturumfrage positiver.‣ weiterlesen

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML entwickelt mit dem LoadRunner eine neue Generation fahrerloser Transportfahrzeuge. Das System kann sich dank künstlicher Intelligenz und Kommunikation über 5G im Schwarm organisieren und selbstständig Aufträge annehmen.‣ weiterlesen

Aluminiumboote sind die Arbeitspferde auf dem Wasser. Bei Polizei, Küstenwachen, Fischern und allen, die unter rauen Bedingungen aufs Meer müssen, sind Aluboote sehr beliebt, weil der Werkstoff auch harte Schläge verkraftet, ohne zu brechen wie GFK. Ophardt Maritim ist ein Spezialist für sehr schnelle Aluminiumboote im Längenbereich 9-17 Meter. Die Boote werden mit PTC Creo und Windchill konstruiert, Inneo unterstützt beim Betrieb der hocheffizienten Entwicklungsumgebung bei Ophardt.‣ weiterlesen

Im Februar gibt das IAB-Arbeitsmarktbarometer leicht optimistische Signale, der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige