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Stapler-Assistenzsysteme

Nachrüstbares System kann Kollisionen verhindern

In der Gefährdungsbeurteilung wird das Potential von Staplern oft vernachlässigt. Nach einer Unfallstatistik des Verbands Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung liegen sie auf Platz drei und verursachen neben Personenschäden noch Kosten durch Betriebsunterbrechungen. Wie sich das Unfallrisiko durch präventive Schutzmaßnahmen senken lässt, zeigen die Assistenzsysteme des Münchener Anbieters TBM.

Bild: TBM Hightech Control GmbH

Nach dem von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichten Bericht ‚Gefährliche Produkte 2013‘ wurden 140 Meldungen über tödliche Arbeitsunfälle erfasst, an denen technische Geräte beteiligt waren. Ein erheblicher Anteil tödlicher Unfälle, die sich in den zurückliegenden Jahren in der gewerblichen Wirtschaft ereigneten, geschah bei der Rückwärtsfahrt von Lastkraftwagen, Erdbaumaschinen oder Gabelstaplern. „Die Zahlen spiegeln nur einen kleinen Bereich der Intralogistik wieder“, sagt der Sachverständige Waldemar Marinitsch von der TBM Hightech Control GmbH. In der betrieblichen Praxis sei für jede identifizierte Gefährdung eine Risikoeinschätzung vorzunehmen. Auf dieser Basis sei der Handlungsbedarf zur Risikominderung abzuleiten und Maßnahmen seien zu treffen. „Zeitdruck, vernachlässigte Sicherheitsbestimmungen oder Personalmangel führen jedoch häufig zu Personen-und Sachschäden. Dabei sind 80 Prozent der Unfälle in der Intralogistik vermeidbar.“

Unterschätztes Risiko

Die tatsächliche Zahl der Sachschäden dürfte um ein vielfaches höher liegen. Auch wenn die Unternehmen durch die Gefährdungsbeurteilung in den letzten Jahren deutlich nachgerüstet haben, wird das Risiko häufiger Alleinarbeit durch Staplerfahrer unterschätzt. Beim Gebrauch von Gabel-oder Teleskopstaplern sind oftmals Fahrten ohne Einweiser beim Rangieren zu beobachten. Die Unfallstatistik der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) zeichnet bei meldepflichtigen Unfällen mit Flurfördereinrichtungen ein ähnliches Bild. Demnach wurden im Jahr 2010 10.257 und 2011 sogar 30.928 Unfälle registriert. Als Grund werden Kontrollverlust über das Arbeitsgerät sowie der Umstand, von einem Gegenstand erfasst worden zu sein, angegeben. 2011 kam es zu 13 Todesfällen. Diese passierten in erster Linie in Verbindung mit Staplern. Bei Betrachtung der Unfallhergänge zeigt sich, dass etwa ein Drittel der Unfallopfer diesen selbst gefahren beziehungsweise geführt haben.

Die Sicherheitsausstattung von Staplern gilt mit Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen als erfüllt. Die Unfallverhütungsvorschrift ‚Flurförderzeuge‘ (BGV D27) beinhaltet jedoch nur Regelungen für den Betrieb und die Prüfung von Flurförderzeugen. Beschaffenheitsanforderungen regelt Paragraph 7 der Betriebssicherheitsverordnung. Die Ausstattung mit einem akustischen Warnsignal beim Rückwärtsfahren ist keine generelle Pflicht, sollte jedoch bei Betrachtung des Unfallgeschehens in Erwägung gezogen werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die von betrieblicher Präventionsarbeit ausgehenden Wirkungen auf einzelwirtschaftlicher Ebene der Unternehmen insgesamt zu betriebswirtschaftlichen Vorteilen führen. Zur Klärung dieser Frage wurde ein Forschungsprojekt initiiert, um den ‚Return on Prevention‘ zu ermitteln. Demnach wird der Einfluss des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Unternehmensbereichen Produktion, Transport, Personaleinsatz und Lagerung am größten eingeschätzt.

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