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Spracheingabe in Wartung und QA

Automatisierte Sprachdialoge begegnen uns nahezu täglich. Im industriellen Einsatz sind entsprechende Umsetzungen eher selten. Dabei zeichnet sich gerade in diesem Umfeld weitreichendes Optimierungspotenzial ab.



Bild: Sikom

Die Firma Sikom Software GmbH und das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben zusammen mit Industriepartnern aus dem Qualitätsmanagement eine Schnittstelle zur Sprachinteraktion für bestehende Systeme und Softwareumgebungen entwickelt. Das Forschungsprojekt wurde vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert. Als Ergebnis ist eine System zur Anbindung von Sprachdialogsystemen, so genannten Interactive Voice Response (IVR), entstanden. Die Webservice-Lösung mit dem Namen ‚Voice Control API‘ gestattet Anwendern, über Standardprotokolle wie Simple Object Access nahezu jedes softwarebasierte oder -gestützte System sprachfähig zu gestalten. Dabei integriert IVR alle Funktionen rund um Spracherkennung und Synthese sowie zentrale Anbindungen an die IT- und TK-Welt.

Natürliche Spracherkennung

Schon in den 1960er-Jahren gab es erste Lösungen für Spracherkennung im Finanzdienstleistungssektor. Nach einem schon übertrieben anmutenden Boom der Technologie in den 90er-Jahren hat die natürlich-sprachliche Erkennung von Sprache im neuen Jahrtausend einen Einbruch erfahren. Denn durch die große Verbreitung der Systeme wurde das Medium Sprache als generelle Eingabemodalität gesehen. Dabei wurden massenhaft Systeme und Lösungen etabliert – darunter auch solche, die nicht unbedingt für Sprachinteraktion geeignet waren oder nicht benutzerfreundlich oder durchdacht programmiert wurden.

Inzwischen ist die Technik ausgereift, nicht zuletzt dank der Verwendung aktueller Spracherkennungsverfahren. Dabei ist es heute auch möglich, den Sprecher zu identifizieren und zu verifizieren. Ein Verfahren, das bereits vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im Bereich der biometrischen Verfahren zertifiziert wurde. Daher bietet sich inzwischen auch für die Industrie eine intensivere Nutzung von Sprachsystemen an, vor allem im Hinblick auf die Erfassung von Informationen aus natürlich gesprochenen Sätzen.

Qualitätsprüfung, Lieferstatus und Auslastung in Echtzeit

Denn freie Hände und ein freier Blick auf den Aufgabenfokus des Werkers stellen erhebliche Freiheitsgrade dar, die sich durch den Einsatz von Sprachinteraktion ergeben und Arbeitsabläufen und Ergonomie zugute kommen. Gerade im mobilen Bereich spielt die Technik ihren Nutzen aus, indem sie ‚Totzeiten‘ in der innerbetrieblichen Logistik reduziert. Eine Anbindung an die Systeme und das konzernweite Backend kann Echtzeitinformationen zu Qualitätsprüfungen, Lieferstatus, Auslastung und allen wichtigen Kennzahlen im Produktionsprozess liefern.

Im Bereich Wartung stellt ein sprachgesteuertes System Expertenwissen bereit, das am Einsatzort unterstützend den Reparaturprozess dokumentiert, begleitet oder sogar leitet. Dabei erfasste Messwerte und Daten können wieder einen Rückkanal für Echtzeitinformationen bilden, die eine Verbesserung – basierend auf dem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess – von Instandhaltung durch Bereitstellung von Realdaten bewirken. Weiterhin ist eine Steuerung von Maschinen und Anlagen per Sprache genauso realisierbar wie eine sprachgeführte Anleitung von Werkern beim Rüsten eines Werkzeugs sowie die ortsunabhängige Informationslieferung und -Erfassung.


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