Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Soziale Medien

Zuhören, verstehen, mitreden: Vom Potenzial im sozialen Miteinander

Geht es um das Thema Social Media, führt in vielen Unternehmen die Marketingabteilung das Regiment. Über Blogs, Twitter und soziale Business-Netzwerke wie Xing oder Linkedin können Produkte und Dienstleistungen der Zielgruppe näher gebracht werden. In anderen Unternehmensbereichen, insbesondere der Produktion, spielte Social Media bisher hingegen kaum eine Rolle. Vielmehr gelten Facebook und Co. dort oft als Produktivitätskiller Nummer eins. Mittlerweile setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass diese Einschätzung zu kurz gedacht sein könnte.

Bild: Infor

Im Zeitalter von Industrie 4.0, in dem immer mehr Unternehmensbereiche vernetzt werden, kann Social Media die Zusammenarbeit von Mitarbeitern über Abteilungen hinweg verbessern. Idealerweise sind die Werkzeuge zum neuen Miteinander dabei direkt in die Arbeitsprozesse eingebunden und funktionieren als Teil einer umfassenden Business-Applikation, etwa dem Enterprise Resource Planning-System (ERP).

Lernen vom Marketing

Zuhören, verstehen, mitreden, Aktivitäten ableiten: Im Marketingumfeld hat man erkannt, welches Potenzial sich im sozialen Miteinander mit Kunden und Interessenten verbergen kann. Übertragen auf andere Abteilungen können sich daraus wichtige Erkenntnisse ergeben: Statt bloßem Geplänkel können Social Media-Funktionalitiäten den Austausch zwischen Mitarbeitern verschiedener Abteilungen fördern, wenn sie Informationsflüsse aus bestehenden Systemen kanalisieren. Eine Studie unter deutschen Industrieunternehmen zeigt, dass 70 Prozent der befragten Firmen gute Chancen sehen, mit integrierten Collaboration-Lösungen Aufgaben effizienter zu koordinieren. Der Weg dorthin führt auch über eine Transformation: Einerseits gilt es, gewohnte Kommunikationspfade – etwa via E-Mail – umzuleiten und Schritt für Schritt zu ersetzen. Das erfordert ein Umdenken bei Mitarbeitern. Zum anderen muss auf Applikationsebene die Voraussetzung für eine enge Verzahnung und den kontinuierlichen Austausch von Daten geschaffen werden, beispielsweise über eine offene Integrationsplattform.

Durchblick mit Newsfeeds

Statt lediglich Kollegen und ihren Status-Updates zu folgen, können sich Mitarbeiter mit virtuellen Darstellungen von Business-Objekten, Maschinen und Daten verknüpfen. Die gewählten Objekte können von einer einfachen Bestellung bis hin zu einem Smart Meter reichen, der per Funknetz Statusnachrichten liefert. Diese Status-Updates lassen sich über Social Business-Lösungen abonnieren, ähnlich wie bei Facebook. Daraus kann sich ein Feed ergeben, der eingebettet in die Anwendung einen direkten Bezug zu den Objekten erlaubt. So lässt sich beispielsweise prüfen, warum ein Auftrag nicht wie vereinbart geliefert werden kann, indem die zugrunde liegende ERP-Anwendung aufgerufen wird. Sind noch weitere Anwendungen wie etwa eine Supply Chain Management-Lösung oder ein Manufacturing Execution-System angebunden, kann der Nutzer etwa dem Problem in Echtzeit auf den Grund gehen und es gegebenenfalls beheben. Wenn diese Korrektur dann in Form eines Updates weiterverbreitet wird, kann über das Objekt der gesamte Kontext nachvollzogen werden. So überblickt auch der nächste Empfänger den Zusammenhang und kann entsprechend agieren. Diese Abfolge von ‚Follow-Share-Act‘ definiert diese neue Generation von ERP: Menschen folgen Informationen und Arbeitsschritten, nicht umgekehrt.



Andreas Anand, VP Consulting Services EMEA, Infor

Vorteile im Unternehmen

Der Zugriff auf Apps vom Smartphone oder Tablet zu jeder Zeit und an jedem Ort ist gerade für Wissensarbeiter normal; Anwendererfahrungen wie bei Amazon gelten heute rund um den Globus als Standard. Genau derselbe Anspruch wird nun häufig auch an die Unternehmenssoftware am Arbeitsplatz gestellt, insbesondere von der Generation, die mit Facebook und Youtube groß geworden ist. Mitarbeiter wünschen sich eine intuitive Benutzeroberfläche, die die Navigation einfach und die Kommunikation glatt macht. Das Zusammenspiel von sozialen Netzwerken, Werkzeugen und Anwendungen, gefördert durch eine moderne Oberfläche, kann das individuelle Arbeitsverhalten verändern und einzelne Arbeitsschritte in einen größeren Kontext setzen. Gerade jüngere Mitarbeiter empfinden diesen Einblick als befriedigend und motivierend. Je enger sich Unternehmenssoftware an den Bedien-Prinzipien von Consumer-Apps orientiert, desto höher kann die Akzeptanz sein. Auch das kann mehr Freiräume für die wirklich wichtigen Aufgaben schaffen.

Potenzial bei der Zusammenarbeit

Auch in Sachen Kollaboration bieten Social Business-Lösungen Potenzial: Zwar unterstützen schon heute viele informelle Kommunikationsarten die tägliche Arbeit. Doch was am Mittagstisch, am Leitstand in der Produktionshalle, in einem Telefonat oder über eine E-Mail-Kommunikation ausgetauscht wurde, ist nicht dokumentiert, lässt sich nicht oder nur bedingt durchsuchen und fließt damit schlechter in Geschäftsentscheidungen ein. Wenn Mitarbeiter sich dagegen über Social Business-Lösungen austauschen und Ereignisse und aktuelle Informationen darüber teilen, stehen Echtzeitinformationen für den Entscheidungsprozess zur Verfügung. Davon profitieren vor allem Gruppen, die räumlich voneinander entfernt sind. Mitteilungen und Warnungen, die automatisch von der Business Applikation über die Social-Media-Kanäle verteilt werden, können Prozesse verschlanken. Der Anwender hat einen konkreten Nutzen, etwa Echtzeitinformationen zu einer Verzögerung in der Produktion, die den Entscheidungsprozess vereinfachen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Konsolidierung großer Datenmengen, um damit KI-Anwendungen für Produktionsprozesse zu entwickeln, fällt vielen Unternehmen noch schwer. Im Projekt ExDRa sollen Lösungen entstehen, die diesen Prozess spürbar vereinfachen. Dieser Text ist der Auftakt zu einer Artikelreihe zu den produktionsbezogenen Initiativen des vom BMWi geförderten Technologieprogramms Smarte Datenwirtschaft.‣ weiterlesen

Rockwell Automation hat einen neuen CTO. Zum 1 Juli hat Cyril Perducat das Amt des Chief Technology Officers übernommen.‣ weiterlesen

Um schon vor der Lieferung einer Werkzeugmaschine Einblicke in ihre Leistungsfähigkeit zu ermöglichen, arbeitet die Schweizer Starrag-Gruppe mit der NC-Simulationslösung Vericut. Anhand der ermittelten Daten lassen sich die für später angedachten NC-Programme feinjustieren, noch bevor die Maschine ihr Werk verlässt.‣ weiterlesen

Viele Firmen befassen sich gerade mit der Neuausrichtung Ihrer Lieferketten. Dabei bietet das europäische Estland auf einer Fläche so groß wie Niedersachsen beispielhafte Digitalisierungs- und Fertigungsexpertise. Zusammen mit dem vergleichsweise einfachen Marktzugang, der räumlichen Nähe und dem Rahmen der EU-Gesetzgebung dürfte das kleine Land ein zunehmend wichtiger Partner der hiesigen Industrie bei ihrer digitalen Transformation werden.‣ weiterlesen

Änderungen in Personalzeitwirtschaft und Entgeltabrechnung gehören im HR-Management zu den oft ungeliebten, aber dennoch regelmäßig anstehenden Aufgaben. Jede Änderung in den Betriebsvereinbarungen, Gesetzesnovellen oder tarifliche Neuregelungen verlangen die Überarbeitung von Schemen und Regeln in den Personalabteilungen. Und auch Adhoc-Änderungen müssen unmittelbar umgesetzt werden.‣ weiterlesen

ERP-Branchenlösungen sollen Standardgeschäftsprozesse und Spezialfunktionen unter einen Hut bringen. Innovachem für mittelständische Chemieunternehmen verbindet den Systemkern aus Basis von SAP S4/Hana etwa mit Modulen zur Rezepturentwicklung und Compliance-Prüfung. Das erspart so manche Programmierarbeit und Schnittstellenpflege.‣ weiterlesen

Aras Software hat einen neuen Geschäftsführer. Peter Schoppe hat mit Wirkung zum 1. Juli die Leitung des Plattformanbieters übernommen.‣ weiterlesen

Er ist schnell, leicht und verbraucht wenig Treibstoff: Der Hochgeschwindigkeits-Helikopter Racer kann Fluggeschwindigkeiten von bis zu 400km/h erreichen. Die Schalenbauteile seiner Außenhaut werden mit einem neuartigen Fertigungsverfahren hochautomatisiert hergestellt. Ein Forscherteam des Fraunhofer IGCV hat die Methode gemeinsam mit Airbus Helicopters entwickelt.‣ weiterlesen

Dualis hat den neuen Hauptsitz des Unternehmens in Dresden bezogen. Der reguläre Arbeitsbetrieb begann am 19. Juli.‣ weiterlesen

Kawasaki Gas Turbine Europe plant, produziert, installiert und wartet Gasturbinen. In Bad Homburg befindet sich das europäische Zentrallager des Tochterunternehmens von Kawasaki Heavy Industries. Um dort fehleranfällige Prozesse abzulösen, hat das Unternehmen eine Lagerwirtschaftslösung eingeführt, die alle Transportbewegungen dokumentiert.‣ weiterlesen

Störungen in der Lieferkette können schnell zu Problemen führen. Jaggaer hat vier Tipps zusammengestellt, wie Unternehmen Schwachstellen in der eigenen Lieferkette identifizieren können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige