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Software-Markt: Gute Noten für aktuelle Systeme

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Spagat zwischen Standardisierung und Flexibilität

Gleichzeitig besteht aber durch zu hohe Standardisierung die Gefahr, funktionale Kompromisse und unnötig komplexe Prozesse in Kauf nehmen zu müssen, etwa um lokale Regulierungsvorschriften erfüllen zu können. Zusätzlich geben die Landesgesellschaften ein Stück Autonomie und Reaktionsgeschwindigkeit auf, wenn Upgrades zentral und damit unter Umständen langwieriger durchgeführt werden. Anwender stehen damit vor der Herausforderung, den Wunsch nach Standardisierung und Flexibilität auszubalancieren. Dabei kann es hilfreich sein, sich auf eine ‚Hub-and-Spoke‘-Strategie einzulassen: Standardisierung erfolgt in der Zentrale im transaktionalen Bereich wie Buchhaltung, vor Ort werden die Landesgesellschaften mit einem System ausgestattet, dass sowohl die lokalen Anforderungen bezügliche Gesetzgebung und Produktion als auch die Schnittstelle in die Buchhaltungs- und Controlling-Module des ERP-Systems der Zentrale unterstützt.

Auswahlgründe für ERP-Systeme: Neben dem Funktionsumfang gewinnt die Kompetenz des Anbieters an Bedeutung. Lange Zeit waren spezialiserte Softwarehäuser klar im Vorteil, doch auch Konzerne haben den Bedarf erkannt.

Fallstricke für Projekte: Enge Zeitpläne und Migrationsprobleme

Auf die Frage nach den Hauptproblemen während der Einführung eines neuen ERP-Systems, gibt nahezu jeder dritte Anwender Probleme mit der Datenaufbereitung beziehungsweise der Migration an. 22 Prozent der Anwenderunternehmen bemängeln einen engen Zeitplan, 21 Prozent, dass ihnen intern zu wenig Mitarbeiter und Ressourcen zur Verfügung stehen. Hier liegen durchaus die Fallstricke für nicht erfolgreiche Projekte. Wenn Anwenderunternehmen zu ambitioniert an das Projekt herangehen und sich zu viel in zu kurzer Zeit zumuten, hinterlässt das Projekt unzufriedene Mitarbeitende auf allen Seiten – sowohl beim Anwender als auch beim Einführungspartner.

Geschäftssysteme bestimmen Anwendungsstrategien

ERP-Systeme wurden ursprünglich für Industrieunternehmen entwickelt. Heute bilden die Lösungen das Fundament von Applikationsstrategien für die meisten Unternehmen, egal welcher Branche. Die Anwendungen sind häufig das transaktionale Rückgrat einer Organisation, und umfassen Bereiche wie Buchhaltung, Beschaffung, Lager-Management, Auftragsbearbeitung, und Personal. Im Laufe des letzten Jahrzehnts haben sich diese Applikations-Suites in Breite und Tiefe entwickelt, um mehr Anwendungsfälle und Industrien zu unterstützen. Hinzu kamen Anwendungen wie Business Intelligence (BI) und ‚Service oriented architecture‘-basierte Middleware (SOA), um Integration und Expansion der Anwendungslandschaft zu unterstützen. Zudem halten aktuell in vielen Unternehmen vermehrt Business Process Management Systeme (BPM) mit firmenübergreifenden Workflows Einzug. Die großen ERP-Anbieter kaufen fehlendes Wissen oder mangelnde Präsenz und erweitern auf diese Weise ihr Angebot. Zuletzt hat Infor den Anbieter Lawson übernommen. Auch SAP zeigte in den letzten Jahren durch kleinere oder größere Käufe wie Sybase oder Business Objects, dass sich Technologie und Funktionalität auf dem Wege der Akquisition erweitern lassen.

Mit der Anwenderzahl steigt der Bedarf nach einfacher Bedienung

ERP-Systeme sind historisch bedingt eher schwer zu verwenden gewesen und wurden normalerweise nur einer beschränkten Anzahl von Kernbenutzern zur Verfügung gestellt, die täglich Daten eingeben und verarbeiten. Alternative Benutzeroberflächen – einschließlich web-basierten Self-Service-Anwendungen, Adobe Forms, Microsoft Office-Integration und anderen Technologien – dienen zunehmend dazu, bestimmte ERP-Funktionalitäten einem breiten Mitarbeiterkreis zur Verfügung zu stellen. Moderne, auf die Rolle des Nutzers zugeschnittene Benutzeroberflächen sowie deutlich verbesserte BI-Fähigkeiten werden Standard. Für die Anwender ergeben sich zudem neue Potenziale zur Automatisierung ihrer Geschäftsprozesse, da Medien- oder Systembrüche entfallen. Umgekehrt ergeben sich für die IT-Governance neue Aufgaben, da sich um neue Bereiche gekümmert werden muss, die früher weniger im Fokus standen, wie beispielsweise Verkauf oder Marketing.

Kundennähe und Globalisierung im Fokus der Systemanbieter

ERP-Systeme haben eine Reife in den letzten Jahren gewonnen, die ‚echte‘ Fehlentscheidungen schwer machen. Wichtig sind die Auswahl des branchenerfahrenen Partners und eine eingängige Benutzerführung in Kombination mit einer nicht-proprietären Technologie, die sich in vorhandene und geplante IT-Infrastruktur einpasst. Auf dem Markt zeigt sich derweil die Entwicklung, dass sich die Kompetenzen der Softwarehäuser annähren: Die großen, global agierenden Anbieter haben erkannt, dass Kundennähe sich auszahlt. Dazu wird unter anderem in die Ausbildung der Partner investiert. Lokale Anbietern hingegen stehen vor der Herausforderung, ihre Branchenerfahrung und Kundennähe in einer zunehmend global agierenden Welt zu behaupten. Dafür bietet sich neben dem Ausbau der eigenen Geschäftstätigkeit auch die Option an, sich einem größeren Anbieter-Unternehmen anzuschließen.


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