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Software für die Kabelproduktion

Das digitale Gehirn der Produktion

Die IT-Infrastruktur einer Produktionsstätte lässt sich als digitales Gehirn betrachten. Mit der Leistungsfähigkeit der eingesetzten Systeme steigt, um im Bild zu bleiben, der Intelligenzquotient der Produktion. Als sich im Jahr 2005 die ICS Industrial Cables Slovakia gründete und einen Neubau in der slowakischen Stadt Nitra bezog, bestand das IT-Fundament aus Office-Software wie Microsoft Excel. Doch schon seit einigen Jahren setzt der Fertiger von Industrieleitungen auf eine ausdifferenzierte Branchenlösung.

Bild: ICS Nitra

ICS ist Teil der österreichischen SKB-Firmengruppe und fertigt hochwertige, flexible Industrieleitungen. Wenige Jahre nach Aufnahme der Produktion bearbeitet das Unternehmen im Schnitt etwa 250 bis 300 verschiedene Bestellungen pro Monat. Dabei handelt es sich zu einem Großteil um kundenspezifische Sonderanfertigungen. Die ehemals eingesetzte ’selbstgestrickte‘ Softwarelösung auf der Basis von Microsoft Excel erwies sich bei dieser Entwicklung schon bald als unzureichend und so suchte die Geschäftsleitung eine Lösung, die das Unternehmenswachstum abbilden konnte. Die Schwestergesellschaft Schwechater Kabelwerke (SKW) ist im Kabelhandel ohne eigene Produktion tätig und suchte zur gleichen Zeit ebenfalls eine Ablösung des über lange Jahre individuell entwickelten Warenwirtschaftssystems. Eine Weiterentwicklung der eigenen Software beziehungsweise die erneute Realisierung einer Individualsoftware wurde aus Kosten- und Zeitgründen verworfen.

Beide Unternehmen haben von vornherein nach einer branchenspezifisch ausgelegten Standardsoftware gesucht. Fündig wurden sie bei der Advaris Informationssysteme GmbH in Bruchsal. Der Software-Anbieter ist mit seinen Betriebsführungssystemen für die Draht- und Kabelindustrie seit 1997 am Markt und beliefert sowohl internationale Großunternehmen als auch kleinere mittelständische Fertigungsbetriebe. Die SKW entschied sich für das Warenwirtschaftssystem des Herstellers. Die Software, die bei ICS in Nitra seit 2010 im Hintergrund die komplexen Prozesse planen, überwachen und dokumentieren hilft, ist das Advaris Cable-Komplettsystem.

Funktionen entlang der Auftragsabwicklung

„Die Produktion von Industrieleitungen ist eine Welt für sich“, sagt Stefan Knasko, Geschäftsführer bei ICS. Die besonderen Anforderungen der Branchen gilt es auch in der Softwareumgebung abzubilden. Das Warenwirtschaftssystem des Anbieters liefert Funktionen für die Bereiche Vertrieb, Beschaffung und Lagerverwaltung in der Kabel- und Drahtindustrie. Die Lösung unterstützt Unternehmen somit mit branchenspezifischen Funktionen entlang der Auftragsabwicklung. So werden beispielsweise im Angebot die Einzellängen, Aufmachungen, Schnittkosten, Trommelkonditionen und Metallvereinbarungen berücksichtigt. Die Materialdisposition erfolgt produktionsbasiert und die Lagerverwaltung führt Buch über einzelne Spulen mit den individuellen Kabellängen und gegebenenfalls bestehenden Längenreservierungen. Zudem bietet die Software Funktionen zur Budgetplanung.

Durchgängige Systemwelt

Der Fertigungsbetrieb deckt heute alle Bereiche und Prozesse im Unternehmen mit dem Software-Paket des Bruchsaler Anbieters ab. Damit entfällt weitgehend der Entwicklungs- und Wartungsaufwand, den eine Software-Landschaft mit vielen verschiedenen Lösungen mit sich bringen kann. Als Produktionsbetrieb setzt ICS neben dem Warenwirtschaftssystem auch die Module C2 und MES des Herstellers ein. Diese Anwendungen dienen der Konstruktion und Kalkulation, der Produktionsplanung, der Fertigungssteuerung und Betriebsdatenerfassung sowie der Qualitätssicherung (CAQ). Auf diese Weise unterstützt das System weitreichende Geschäftsprozesse der technischen, kaufmännischen und logistischen Auftragsabwicklung der Kabel- und Drahtproduktion. Neben den ‚Standardfunktionen‘ eines Enterprise Resource Planning-Systems (ERP) stehen auch bei diesen Aufgaben ergänzende Funktionen zur Verfügung. Diese beinhalten beispielsweise die Kabelkonstruktion, die Feinplanung der Einzellängen und Spulengrößen für die Fertigung sowie die Metallabrechnung.

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Das digitale Gehirn der Produktion
Bild: ICS Nitra



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