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Software-Einsatz im Produktlebenszyklus

Kosten und Nutzen im Blick

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Die Kapitalwertformel für die Berechnung der Lebenszykluskosten lehnt sich an etablierte Methoden aus der Finanzwirtschaft an.

Nutzen und Risiken anhand von Erlösaussichten betrachten

Die ’schnelle‘ Lebenszykluskostenrechnung basierend auf dem VDMA-Einheitsblatt 34160:2006-06 ‚Prognosemodell für die Lebenszykluskosten von Maschinen und Anlagen‘ identifziert die Kostenarten in den Produktlebenszyklusphasen. Die Berechnung erfolgt anschließend durch reines Aufsummieren. Zwar lassen sich die Kostenverläufe einfach mathematisch beschreiben und die meisten Kosten – beispielsweise für Herstellkosten, Instandhaltungskosten – vorhersagen, jedoch können Nutzen und insbesondere Risiken schwer monetär bestimmt werden. Will ein Unternehmen die Wirtschaftlichkeit eines Technologieprojekts oder eines Produktes berechnen, müssen auch die Erlöse Berücksichtigung finden, wie in VDI-Richtlinie 2284 ‚Beschaffung; Betrieb und Instandhaltung von Produktionsmitteln unter Anwendung von Life Cycle Costing‘ erklärt. Die Richtlinie schlägt die Kapitalwertformel von dynamischen Verfahren der Investitionsrechnung vor. Diese Formel bezieht sich auf alle Abrechnungsperioden des Technologieprojekts, basiert auf Einzahlungen und Auszahlungen und berücksichtigt mithilfe des Abzinsungsfaktors auch die künftige Inflation.

Bewertung von Innovationen anhand finanzieller Kriterien

Für die präzise Bestimmung des Kapitalwertes können Unternehmen die Kapitalwertformel, die Methode ‚Interner Zinsfuss‘ und die dynamische Amortisationsrechnung anwenden. Jedoch hat die Kapitalwertformel zwei gravierende Nachteile: Zum einen in der Prognose der Einzahlungen, das heißt der zukünftigen Rückzahlungen, zum anderen in der Schätzung der erwarteten Nutzenrendite des Technologieprojektes.

Wissenschaftler am Lehrstuhl für Maschinenbauinformatik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben als Alternative das Benefit Asset Pricing Model-Verfahren (BAPM) entwickelt. Es kann die Nutzenrendite eines Werkzeugs – beispielsweise eines Produktdatenmanagment-Systems – einheitlich und mit einer Zuverlässigkeit von etwa 90 Prozent vorhersagen. Anwender können so zwischen mehreren Alternativen von Werkzeugen oder deren Optimierung entscheiden. Das Verfahren kann auch für die Vorhersage für die zukünftigen Rückzahlungen eines Technologieprojekts herangezogen werden. Die Idee für das Verfahren lieferte die Annahme, dass sich Finanzobjekte und ihr Verhalten auf dem Kapitalmarkt zur Vorhersage des Investitionsnutzens von innovativen Technologien auf Nutzenobjekte im technischen Umfeld übertragen lassen.

Die Analogie wurde aus den sehr ähnlichen Zielkonflikten in der produzierenden Industrie sowie bei Banken und Versicherungen hergeleitet. Die Wissenschaftler konnten diese Annahme mathematisch belegen, doch während Finanzobjekte im Kapitalmarkt ein hochgradig spekulatives Verhalten aufweisen, bewiesen die Forscher, dass sich Nutzenobjekte im technischen Umfeld wesentlich stabiler und zuverlässiger verhalten. Hier handelt es sich nach bisherigen Erfahrungen um eine schrittweise Evolution von Organisationen und Technologien.


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