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Social Manufacturing Network

Das Zwitschern im Prozess

Im Umfeld von Manufacturing Execution-Systemen trifft eine zunehmend an Internet-Technologien orientierte IT auf die Sachzwänge computergestützter Produktionssteuerungen, die herkömmlich zentral orientiert sind. Dabei geht es hier um mehr, als die Bedienung von Anlagen mit einem Browser. Geräte werden 'intelligent' und kommunizieren miteinander in cyber-physischen Systemen, dezentrale Steuerungen mit mehreren überlagerten Regelkreisen entstehen. Stellt sich die Frage, wie eine Kommunikation aussehen sollte, die diese Entwicklung unterstützt und die volle Leistungsfähigkeit dezentraler Intelligenz abrufen kann.

Die zeitgleiche Verarbeitung von Nachrichten eines Senders bei allen angeschlossenen Empfängern bietet neben Transparenz auch Möglichkeiten zur exakten Synchronisierung von Teilprozessen. Das ist eine besonders effiziente Form der Echtzeitkommunikation. Bild: MFP GmbH & Openclipart.org

Industrie 4.0 ist in aller Munde und viele technologische Neuerungen werden zur Zeit dieser Entwicklung zugeordnet. Der Einstieg in das Thema wird von den meisten Experten über Internet-Technologien dargestellt. Allerdings stellt die simple Anwendung eines Browsers zur Bedienung von Geräten mit integriertem Web-Server noch keine Verbesserung hinsichtlich flexiblerer Produktionsprozesse dar. Das Internet hat mehr zu bieten; wir erleben gerade heftige Diskussionen um die Vor- und Nachteile sogenannter sozialer Netze. Über die Medien wurden wir informiert, wie sich sehr viele Menschen kurzfristig zu gemeinsamen Aktivitäten über das Internet verabredeten. Welche Methoden stecken aus kommunikationstheoretischer Sicht dahinter und wie können wir diese in der Produktionsumgebung anwenden, um ähnlich schnell gemeinsame Ziele – wie Anpassung und Optimierung – mit vielen beteiligten ‚intelligenten‘ Geräten zu erreichen?

Echtzeit-Anwendung ‚Twitter‘

Im Umfeld von Manufacturing Execution Systems (MES) wird zunehmend die inhaltliche Bedeutung des ‚Execution System‘ betont. Das MES wird als Leitsystem in den Vordergrund gestellt und die Bedeutung einer flexiblen Feinplanung, ausgerichtet am aktuellen Geschehen, nimmt zu. Ansprüche an Echtzeitkommunikation werden gestellt und das Ziel, Einzelstücke genauso effizient wie große Lose zu fertigen, scheint in greifbarer Nähe. Im Rahmen von Industrie 4.0 erwarten wir nun den Einsatz solch intelligenter Geräte, die miteinander kommunizieren. Der Anspruch an Echtzeitverhalten lenkt bei der Betrachtung von Kommunikationsmethoden im Internet den Blick auf die Echtzeit-Anwendung Twitter.

Bei Twitter werden die Kommunikationspartner in ‚Twitterer‘ und ‚Follower‘ eingeteilt. Vereinfacht dargestellt gibt es ‚Zwitschernde‘ (Twitterer), die ihre aktuellen Informationen in das Netzwerk stellen, und Zuhörer (Follower), die diese Informationen zeitgleich zur Verfügung gestellt bekommen, um sie gegebenenfalls verarbeiten und darauf reagieren zu können. Der Zwitschernde publiziert seine Nachrichten ähnlich wie ein Rundfunksender und alle, die einen Rundfunkempfänger besitzen und den entsprechenden Kanal eingestellt haben, hören diese Nachricht. Gegenüber der herkömmlichen Rundfunktechnik haben wir im Internet die technische Möglichkeit, beliebige Rollen gleichzeitig zu spielen, also sowohl Sender als auch Empfänger zu sein und das bei beliebig vielen Kanälen.

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Das Zwitschern im Prozess
Die zeitgleiche Verarbeitung von Nachrichten eines Senders bei allen angeschlossenen Empfängern bietet neben Transparenz auch Möglichkeiten zur exakten Synchronisierung von Teilprozessen. Das ist eine besonders effiziente Form der Echtzeitkommunikation. Bild: MFP GmbH & Openclipart.org



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