Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Smartphone-Unterstützung für Maschinen-HMI

Mehr als 'nur' Webfähigkeit

Durch Smartphones und Tablets bekommt der PC als Basis von Anwendungssoftware Konkurrenz. Wollen Anbieter von Maschinen die mobilen Technologien für ihre Erzeugnisse nutzbar machen, müssen die verwendeten Human Machine Interfaces lernen, Informationen auf einer breiten Palette von Endgeräten darzustellen.

Bei der Projektierung von Maschinen mit Unterstützung mobiler Endgeräte sollten unterschiedliche Layouts für die gerätespezifischen Oberflächen und verschiedene Nutzerrollen möglich sein. GTI-control GmbH

Im industriellen Umfeld spielen Fragen der Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit bei der Übernahme neuer Technologien eine wichtige Rolle. Auch Touch- oder Multitouchpanels haben lange gebraucht, um sich als Standard zu etablieren. Ähnliches ist für die Verbreitung von Smartphones und Tablets zu erwarten. Einer Bitkom-Umfrage aus dem April 2013 zufolge setzten bereits 34 Prozent der deutschen Unternehmen Tablet-PC ein, weitere vier Prozent planten die zietnahe Einführung. Auch angesichts der wachsenden Anzahl von Smartphone-Besitzern ist zu erwarten, dass Mobilgeräte Bedienpanels an Maschinen funktional ergänzen. Dabei könnten auch Aufgaben abseits der Maschinenbedienung abgedeckt werden: So kann Stillständen entgegengewirkt werden, wenn Informationen auf dem Smartphone in Form von Statusabfragen bedarfsgerecht zur Verfügung stehen.

Human Machine Interfaces als IT-Zentrale der Maschine

Die technische Lösung für diese Vernetzung kann ein webfähiges und damit plattformunabhängiges Human Machine Interface (HMI) darstellen, dessen Oberfläche unterschiedliche Gerätetypen abdecken kann. Dabei ist es von Vorteil, wenn Ergonomie und Usability gleichermaßen Rechnung getragen wird. Funktionen wie Störungsverarbeitung mit statistischer Aufbereitung, Verwaltung von Rezepturen oder Maschineneinstelldaten sind seit langem vielerorts Standard und durch den Einsatz von Industrie-PC (IPC) kaum noch begrenzt. Getrieben wurde diese Entwicklung auch von den komplexen Maschinen für Herstellung oder Verpackung von Materialien. Vielfach steht dabei die ‚Innensicht‘ auf zwingend notwendige Parameter und Funktionen der Maschinen – etwa Werkzeugwechsel – im Mittelpunkt. Der Betreiber hingegen fokussiert häufig die Themen Aufträge, Rüstzeiten, Verfügbarkeit, Wartungsintervalle, Prozessoptimierung, Qualitätssicherung, welche ausschlaggebend für die Gesamtproduktivität sind. Hier können durch das HMI als IT-Zentrale der Maschine erhebliche Mehrleistungen abgedeckt werden: Die Nutzung beliebiger PC oder mobiler Geräte in diesem Zusammenhang kann durch die Verwendung von HTML5 und Java Script als kleinste Gemeinsamkeit für Plattformen wie Windows, Android, IOS und Linux erleichtert werden.

Diese international normierten Technologien bieten weiterhin den Vorteil, ohne die Distributionswege großer Hersteller auszukommen. Entsprechende Plattformen sind meist mit Browsern ausgestattet, die den internationalen Standard des World Wide Web Consortium (W3C) unterstützen. Die Maschine wiederum könnte mit einem Webserver arbeiten, der Clients die Benutzeroberflächen bereitstellt und über den im Netzwerk oder der Cloud des Betreibers befindlichen Geräten die erweiterten Maschinenfunktionen darstellt. Für eine browserbasierte Anzeige ist keine Softwareinstallation auf den Geräten notwendig. Es gilt allerdings zu beachten, dass je nach Benutzerrolle abgestimmte Funktionen in einer auf das Gerät angepassten Benutzeroberfläche zur Verfügung stehen sollten. So geben aktuelle Systeme dem Produktionsleiter oder der Auftragsvorbereitung auf dem Desktop-PC eine großflächige Übersicht der laufenden Aufträge aus, um etwa neue Aufträge einzupflegen oder Produktivitätsstatistiken und Kennzahlen abzurufen. Beim Zugriff per Mobiltelefon steht hingegen nur eine Kurzliste der Aufträge sowie die Produktivitätsübersicht mit aktuellem Maschinenstatus zur Verfügung. Weitere Funktionen für die Maschinenbedienung oder den Werkzeugwechsel werden dieser Nutzergruppe nicht angeboten.

google plus


Das könnte Sie auch interessieren:

In einem Lager mit mehr als 25.000 Bestandsartikeln verlieren selbst Profis ohne IT-Unterstützung schnell den Überblick. Deshalb ergänzt der Produzent DDM Hopt+Schuler sein 2013 eingeführtes ERP- und PPS-System Fepa von Planat mit einem Datenbrillen-Kommissioniersystem samt Ringscannern.‣ weiterlesen

In vielen Betrieben wird mit Hochdruck an der Einführung von neuen Manufacturing Execution Systemen (MES) oder Advanced Planning Systemen (APS) gearbeitet. Dabei ist die Qualität der eingesetzten Algorithmen wichtig, aber oftmals wird die Benutzerschnittstelle vernachlässigt. Dies führt zu Frustrationen und schlussendlich einem Mangel an Akzeptanz. Dabei stehen bessere Visualisierungen längst bereit.‣ weiterlesen

Einige Experten sehen in der Blockchain-Technologie das Potenzial, die Wirtschaft grundlegend zu verändern. Es geht vor allem um Vertrauen und Sicherheit. Also um zwei Voraussetzungen, um den bereits jetzt aufblühenden Markt rund um das Internet of Things weiter zu beflügeln.‣ weiterlesen

Um die Produktideen von morgen schnell und sicher in die Realität zu überführen, muss insbesondere die technische Simulation mitziehen. Sie sollte jeden Ingenieur in allen Lebenszyklen eines Produktes bei der Arbeit unterstützen können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige