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Siemens will im digitalen Geschäft zweistellig wachsen

Siemens will im digitalen Geschäft zweistellig wachsen

Die Siemens AG setzt bei ihren digitalen Produkten auf Wachstum. Wie das Unternehmen auf einer Presseveranstaltung in München mitteilte, sollen die Einnahmen mit Software, digitalen Diensten und Cloud-Plattformen in jedem Jahr bis 2020 zweistellig steigen. Dafür will der Konzern allein im Geschäftsjahr 2017 rund fünf Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren.

Im Geschäftsjahr 2016 hat Siemens mit digitalen Services einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro und mit Softwarelösungen rund 3,3 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einer Steigerung von rund zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Wachstum wolle das Unternehmen beibehalten, hieß es am 7. Dezember in einer Pressemitteilung zur Veranstaltung 'Shaping Digitalization. Innovation at Siemens 2016'.

Betriebssystem für das IoT

Einer der Wachstumstreiber soll die kürzlich eingeführte Cloud-Plattform Mindsphere sein, die Siemens auch im eigenen Unternehmen ausrollt. Damit steht Anwendern ein cloudbasiertes, offenes Betriebssystem für das Internet der Dinge zur Verfügung, um Apps und digitale Services zu entwickeln und zu betreiben. Mit der Plattform können anfallende Daten einer Anlage oder eines Unternehmens erzeugt, gesammelt, ausgewertet und genutzt werden. Auf dieser Basis sollen sich Performance und Verfügbarkeit von Systemen verbessern lassen. Gleichzeitig geht Siemens davon aus, dass Anwender mit der Auswertung ihrer Daten oft Einblicke erhalten, die zu neuen Geschäftsmodellen führen. „Die Digitalisierungsplattform MindSphere ist ein wichtiges Element unserer Innovationsstrategie im Rahmen der Vision 2020. Damit werden wir die Digitalisierung bei unseren Kunden und auch in unseren eigenen Werken maßgeblich gestalten – über alle Branchen und Geschäfte hinweg“, sagte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens.

Kooperation mit IBM

Um die Datenanalyse-Funktionen von Mindsphere zu vereinfachen, arbeitet Siemens mit IBM zusammen. Die Unternehmen planen, den Service IBM Watson Analytics und weitere Analyse-Anwendungen in die Siemens-Cloud zu integrieren. Geschäftskunden können so auf Visualisierungsfunktionen und Dashboards zugreifen, während App-Entwickler und Datenanalysten über Schnittstellen mit Analysetechnologien arbeiten. IBM plant zudem, Apps für Mindsphere zu entwickeln – etwa zur vorausschauenden Instandhaltung.

Fünf Milliarden Euro investieren

Siemens lässt sich seine Wachstumspläne etwas kosten: Das Unternehmen kündigte an, seine Investition in Forschung und Entwicklung um 300 Millionen Euro auf rund fünf Milliarden Euro anzuheben. Ein Großteil der zusätzlichen Mittel soll in die Bereiche Automatisierung, Digitalisierung und Dezentrale Energiesysteme sowie in die neue Startup-Einheit Next47 fließen. Seit dem Geschäftsjahr 2014 ist das Forschungsbudget um etwa 25 Prozent gestiegen. Das spiegelte sich auch in den Patentanmeldungen wieder. Wie das Münchener Unternehmen mitteilte, meldeten seine Mitarbeiter im Schnitt jeden Arbeitstag 30 Patente an, insgesamt waren es rund 7.500.

(Quelle:Siemens AG)