Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Sicherheitssteuerungen per Software programmieren

Auch beim Einsatz von Sicherheitssteuerungen kann Software eine tragende Rolle spielen. Der Zugriff auf Programme für Konfiguration und Planung verspricht informations- und automatisierungstechnischen Zusatznutzen, der über die Sicherheit hinaus geht: Konfiguration per Mausklick, Verdrahtung per 'Drag-and-drop' und neue Validierungs- und Dokumentationstools können Konstrukteuren wertvolle Dienste leisten.

Bild: Sick

Kombinierbare Funktionsmodule, kompakte Baugröße, softwareunterstützte Logikfunktionen und umfassende Möglichkeiten zur Feldbusintegration, beispielsweise bidirektionale Gateways für gängige Feldbusanbindungen, kennzeichnen die Sicherheitssteuerung Flexi Soft des Anbieters Sick. Die Lösung eignet sich für die Steuerung und Überwachung taktiler wie berührungsloser Sicherheitssensoren, Schutztürschalter, Not-Aus-Geräte, Zweihandsteuerungen, testbare Lichtschranken, Lichtvorhänge und Laserscanner sowie freie Kontakte. Auch Sicherheitssensoren anderer Hersteller können integriert werden, etwa Trittmatten oder Zweihandsteuerungen.

Sicherheitssystem per Software projektieren

Damit Anwender die mit der migrationsfähigen Sicherheitssteuerung umgesetzten Sicherheitslösungen einfacher projektieren und konfigrieren können, bietet der Hersteller die Software Flexi Soft Designer an. Das Programm ermöglicht die Verschaltung und Parametrierung der Steurungsmodule sowie eingebundener Sensoren und Sicherheitsgeräte zu einer applikationsbezogenen, sicheren Steuerungslösung. Module und Sensoren können per Mausklick ausgewählt, positioniert, namentlich bezeichnet und per ‚Drag-and-drop‘ verdrahtet werden. Der Bediener wird dabei durch die Anzeige von Verdrahtungslogik und Anschlussbildern unterstützt.

Virtuelle Funktionsprüfung des Maschinenablaufs

Außerdem stellt die Software Funktionen zur Verfügung, um die Projektierung abzusichern. Anstelle mit Checklisten zu arbeiten, kann der Anwender in der Software prüfen, ob die Sicherheitsapplikation richtig programmiert wurde und funktioniert. Zunächst ermöglicht der Simulationsmodus einen ersten Test und eine erste Diagnose der Konfiguration am Schreibtisch: Die Ein- und Ausgänge werden ohne angeschlossene Sensoren aktiviert und so das Schaltverhalten simuliert. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass programmiert wurde, was programmiert werden sollte. Im nächsten Schritt erfolgt im Tool ‚Data Recorder‘ eine virtuelle Funktionsprüfung, die den Ablauf des Safety-Vorgangs in der Maschine abbildet.

Auf dem positiven Ergebnis des tatsächlichen Maschinenablaufs aufbauend erstellt die Software dann das Anschlussdiagramm und erzeugt eine mehrsprachig nutzbare Maschinendokumentation – für Anwender wie Behörden. Die Software steht im vollen Funktionsumfang als Testversion zum Download zur Verfügung. Anwender können so frühzeitig Erfahrung mit der Bedienoberfläche und dem Programmierablauf sammeln. Damit kann das Software-Werkzeug den Nutzer direkt nach der Gefahrenanalyse der Maschine und noch vor dem Kauf von Sensor- und Steuerungs-Hardware über alle Schritte hinweg begleiten. Die Lösung unterstützt den Anwender in der Konzeption und Verifikation seiner Sicherheitsapplikationen.

Zutrittsüberwachung am Zeitungspalettierer

Die Anwendung der Lösung illustriert ein Beispiel aus der Palettierung von Presseerzeugnissen: In einer Anlage zum Sortieren und Palettieren von Zeitungspaketen gelangen Pakete, die von zwei Robotern gehandhabt werden, über ein Förderband von oben in eine umzäunte Roboterzelle. Nach dem Sortieren verlassen die Pakete den Bereich über zwei Förderbänder. Zwei Servicetüren in der Umzäunung ermöglichen im angeschalteten Zustand der Anlage den Zugang für Wartungsarbeiten oder zur Fehlerbehebung. In der vom Konstrukteur durchgeführten Risikoanalyse ergeben sich mehrere Gefahrenmomente, die von der Anlage ausgehen können: Zunächst müssen die Bereiche der beiden Ausgangs-Förderbänder so abgesichert werden, dass kein Arbeiter durch diese in die Zelle gelangen kann.

Die beiden Servicetüren erfordern eine sicherheitsgerichtete Überwachung gegen Öffnen und Zutritt bei laufendem Betrieb. Schließlich gilt es, in der Zelle den Platz hinter den Robotern abzusichern, so dass keine Person über die Zäune in den Arbeitsbereich der Roboter gelangen kann. Sichergestellt werden muss zudem, dass sich beim Wiederanfahren der Anlage nach einem Service niemand mehr in der Zelle befindet. De erforderlichen Sicherheitsfunktionen umfassen daher die Gefahrstellenüberwachung an den Förderbändern mit Muting zur Mensch-Material-Unterscheidung, Funktion zum Stillsetzen im Notfall, Reset/Restart, sichere Zuhaltung, Hintertretschutz und Innenraumüberwachung.


Das könnte Sie auch interessieren:

Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS entwickelt zusammen mit europäischen Partnern im Projekt QLSI eine skalierbare Technologie für Silizium-Qubits für Quantencomputer.‣ weiterlesen

Mit dem Strategiepapier ‘Cyber Security Design Principles‘ will die Open Industry 4.0 Alliance darüber informieren, wie Unternehmen das Thema Sicherheit von der Werkshalle bis zur Cloud umsetzen können.‣ weiterlesen

Mit ihren Systemen rund um Dämpfe, Gase und Ventile spielt die GEMÜ Gruppe weltweit in der ersten Reihe. Als digitaler Knotenpunkt dient das ERP-System PSIpenta. Dessen Module zur adaptiven Produktionsplanung- und Steuerung verhelfen dem Familienunternehmen über Werks- und Landesgrenzen hinweg zu fast hundertprozentiger Liefertermintreue.‣ weiterlesen

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter Beitrag ist.‣ weiterlesen

Aus dem Industrie-4.0-Barometer der Management- und IT-Beratung MHP geht hervor, dass sich die Position eines CIO in der Geschäftsführung positiv auf Umsetzung von Industrie-4.0-Ansätzen auswirkt.‣ weiterlesen

Durch die Pandemie und durch die Digitalisierung steigt der Innovationsdruck auf die deutsche Industrie. Wie die aktuelle CGI-Studie zeigt, können agile Unternehmen besser mit den damit verbundenen Herausforderungen umgehen.‣ weiterlesen

Das Internet der Dinge bringt physische und digitale Welten zunehmend zusammen. Schon längst geht es nicht mehr nur um die pure Vernetzung von Geräten, sondern um Systeme, die Menschen, digitale Lösungen und Objekte aus der realen Welt verknüpfen.‣ weiterlesen

Kooperationen mit Technologie-Startups bieten für etablierte Unternehmen Chancen, um die digitale Transformation zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch selbst wenn große Organisationen schon mit jungen Firmen kooperieren, nutzen sie das Potenzial dieser Zusammenarbeit oft kaum aus.‣ weiterlesen

231.000 offene Stellen weniger als im vierten Quartal 2019 verzeichnet das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in der aktuellen Stellenerhebung. Demnach ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem dritten Quartal 2020 jedoch gestiegen.‣ weiterlesen

Die vermehrte Arbeit im Homeoffice reduziert die CO2-Emissionen, die beispielsweise durch Pendeln entstehen. Auf der anderen Seite steigt der Stromverbrauch zuhause. Wie dieser reduziert werden kann, zeigen Tipps der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung.‣ weiterlesen

Nach 90,3 Punkten im Januar ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar gestiegen. Die Unternehmen schätzen dabei nicht nur die aktuelle Lage besser ein sondern sind auch mit Blick auf die kommenden Monate weniger pessimistisch.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige