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Produktivitätsgewinn durch Kosten- und Zeitersparnis

Sichere Fernwartung von Recycling-Anlagen

Produktivitätsgewinn durch Kosten- und Zeitersparnis

Ein umfassender Service während des gesamten Lebenszyklus einer Maschine – von der Planung bis zum After Sales Support – ist wesentlicher Bestandteil des Portfolios der Erema-Engineering Recycling Maschinen und Anlagen. Das vielfältige Dienstleistungsangebot für die weltweite Kundschaft lässt sich nur mit zuverlässigem Fernzugriff realisieren. Zu diesem Zweck verwendet das in Ansfelden bei Linz ansässige Unternehmen seit einem Jahr das Internet anstelle klassischer Modem-Verbindungen.

Bild: Phoenix Contact

Seit der Gründung im Jahr 1983 hat sich das Unternehmen Erema auf die Entwicklung, Fertigung und den internationalen Vertrieb von Kunststoff-Recycling-Anlagen und Technologien für die Kunststoff verarbeitende Industrie spezialisiert. Neben dem Stammhaus der Erema-Engineering Recycling Maschinen und Anlagen Ges.m.b.H im österreichischen Ansfelden setzen eigene Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie mehr als 40 Vertretungen auf allen Kontinenten individuelle Recycling-Lösungen direkt vor Ort um. Mittlerweile produzieren mehr als 3.500 Erema-Anlagen weltweit jährlich fast 12 Millionen Tonnen wertvollen Sekundar-Rohstoff in Form von hochwertigem Kunststoff-Granulat.

Hohe Bandbreite, Sicherheit und Stabilität

Teleservice bietet Erema bereits seit dem Jahr 2000 an. Zunächst wurde die Verbindung zu den entfernten Maschinen über traditionelle Modem-Wählverbindungen realisiert. Dabei entstanden viele Einzellösungen mit geringen Übertragungsraten und hohem Pflegeaufwand. Thomas Felberbauer, Mitarbeiter der EDV- und Organisationsabteilung von Erema, erläutert: „Eigentlich wurde von Beginn an versucht, eine einheitliche Linie bei den Modems zu verwenden, was sich jedoch im Laufe der Jahre aufgrund der unterschiedlichen Telefonstandards in Asien, Amerika und Europa als immer schwieriger erwiesen hat. Zudem verfügen viele Betreiber zuerst über eine Internet-Verbindung; eine Telefonanlage existiert erst zu einem späteren Zeitpunkt oder gar nicht.

Um die Produktivität und Verfügbarkeit unserer Maschinen zu optimieren, haben wir uns für die Umstellung auf eine internetbasierte Lösung mit höheren Bandbreiten, besserer Stabilität und höherer Sicherheit durch Firewall- und Verschlüsselungstechniken ausgesprochen.“ Auf Kundenwunsch soll jede der international ausgelieferten Recycling-Maschinen daher zukünftig mit einem VPN-Gateway ausgestattet werden, über das der Techniker im Servicefall via Internet kommuniziert. Nach der Freigabe des Projekts im Oktober 2009 testete das Unternehmen verschiedene Hard- und Software-Lösungen. Die Entscheidung fiel auf die industrietauglichen Hutschienen-Geräte FL Mguard RS VPN von Phoenix Contact, die als VPN-Router in den Maschinen verbaut werden. Felberbauer erläutert: „Die Unterstützung der VPN-Technologie reicht uns allein nicht aus. Vielmehr benötigen wir ein einheitliches Konzept, um aufwändige Sonderlösungen zu vermeiden. Das Gespräch mit einem namhaften Maschinenbauer, der die Technologie seit Jahren nutzt, hat einen weiteren Ausschlag für die Lösung gegeben.“

Sämtliche Ethernet-Komponenten erreichbar

Die Recycling-Maschinen von Erema werden typischerweise von einem Industrie-PC (IPC) gesteuert. Je nach Kundenwunsch übernimmt die Steuerung dabei verschiedene Aufgaben:

Das Konzept der Steuerung über einen Bildschirm unterstützt neben effektiver Online-Hilfestellung die externe Leistungsoptimierung, Verschleißteil-Beobachtung sowie die Aufzeichnung der Produktionsdaten. Der Anbieter möchte alle in den Maschinen installierten Ethernet-Komponenten per Teleservice erreichen. Dazu zählt der Zugriff auf den IPC mit der Projektierungs-Software zwecks Diagnose und Konfiguration im Servicefall sowie zur Änderung der Applikation auf Kundenwunsch. Zusätzlich ist zur visuellen Unterstützung bei der Fehlersuche der Einsatz von Webcams geplant. Für das Streaming von Bild- und Videodaten ist dann die Anbindung mehrerer Ethernet-Komponenten aus dem Maschinennetzwerk an den Teleservice erforderlich.

Erema verbaut in seinen Recycling-Maschinen die industrietauglichen Hutschienen-Geräte FL Mguard von Phoenix Contact als sichere VPN-Router. Bild: Phoenix Contact

Verbindungsaufbau durch den Bediener

Die Hutschienen-Router übernehmen die Ankopplung der Recycling-Anlage an das Teleservice-Portal. Vielfach fordern die IT-Abteilungen der Kunden neben hohen Sicherheitsstandards wie der Internet Protocol Security Architecture (IPsec) Transparenz über den Servicezugriff auf die Maschine. Daher wird die Teleservice-Verbindung nur bei Bedarf und durch den Kunden aufgebaut. „Eine vom Betreiber ausgehende Verbindung ist wesentlich einfacher und sicherer von dessen IT-Abteilung zu administrieren“, erklärt Felberbauer. Bei einem anstehenden Teleservice baut der Kunde nach Absprache mit der Service-Abteilung die Verbindung auf, sodass der Anbieter die notwendigen Arbeiten aus der Ferne durchführen kann. Die VPN-Verbindungen werden aus der Zentrale über eine zusätzliche Applikation kontrolliert.

Verbindung und Maschinenfunktion im Blick

Zum Auf- und Abbau der Verbindung dient ein Software-Schalter an der Bedienoberfläche des Industrie-PC. So kann die VPN-Verbindung entweder manuell oder ereignisgesteuert angestoßen werden. Die Recycling-Maschinen des Anbieters werden mit einem vorkonfigurierten VPN-Gerät ausgeliefert, der Monteur testet beim Kunden lediglich die Ankopplung an das Service-Portal. Dabei stellt eine TCP-Kapselung der Daten sicher, dass die Kommunikation nicht durch Router, Firewalls oder Proxy-Server beeinträchtigt wird. Felberbauer berichtet: „Die vom Anwender schalt- und überwachbaren IPsec-VPN-Verbindungen, die Reaktionsmöglichkeit auf alle kundenseitigen Internet-Anbindungen sowie die Abtrennung der Maschine vom Kundennetzwerk durch die integrierte Firewall waren die wichtigsten Argumente, die uns von der Verwendung des FL MGuard RS VPN überzeugt haben.“ Das Portal-Konzept wurde von der Kapsch Business Com AG entworfen und umgesetzt.

Als Basis-Technologie arbeiten Citrix-Server im Erema-Fernwartungsnetz. Der Zugriff auf die Applikation erfolgt über Remote Desktop oder Published Applications. Auf diese Weise können auch mehrere Servicetechniker gleichzeitig an einer Sitzung teilnehmen. Zur Administration und Verwaltung der für die Fernwartung notwendigen VPN-Verbindungen kommt Visionapp Remote Desktop zum Einsatz. Die Überwachung der weiterhin vorhandenen ISDN- und Analog-Verbindungen übernimmt ein RAS-Server, der ebenfalls in das Fernwartungsnetz eingebunden ist. Die Hutschienen-Geräte werden auch hier als zentrale VPN-Infrastrukturkomponente genutzt, wobei das VPN-Gateway in den Sicherheitsbereich einer ‚Demilitarized Zone‘ (DMZ) integriert wird. Die Authentifizierung der Maschinen wird dabei über Zertifikate realisiert, die von der hauseigenen Microsoft PKI erstellt werden.

Vorteile für Anbieter und Anwender

Mit dem Teleservice-Portal bietet Erema eine sichere und stabile Fernwartungslösung, die den Zugriff auf alle netzwerkfähigen Maschinenkomponenten erlaubt. Die Anbindung über betreiberseitig ausgehende VPN-Verbindungen findet hohe Akzeptanz bei den Kunden. So kann der Recycling-Maschinen-Anbieter im Servicefall schnell eingreifen und gleichzeitig Zeit und Reisekosten einsparen. Auch der Maschinenbetreiber kann produktiver arbeiten, wenn sich die Standzeiten der Maschinen durch schnellen Service verkürzen. Felberbauer resümiert: „Erema und Phoenix Contact pflegen eine langjährige erfolgreiche Geschäftsbeziehung, die durch den Einsatz der Security Appliances weiter ausgebaut wird.“