Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Scada-Lösung als Analyse-Werkzeug

Anlagen-Management per Leitsystem

Flexibilität und Offenheit zählen zu den zentralen Anforderungen an Scada-Software. Leistungsfähige Systeme haben sich inzwischen von reinen Visualisierungslösungen zur umfassenden Anlagen-Informationssoftware entwickelt: Umfangreiche Analyse- und Berichtsfunktionen tragen zum schnellen Überblick zu Linienzustand und Kennzahlen bei. Gleichzeitig erleichtert Multitouch-Unterstützung die Bedienung.

Bild: Siemens

Im weltweiten Wettbewerb sind für Anlagenbetreiber neben monetären Gesichtspunkten höchstmögliche Produktivität, Verfügbarkeit und Qualität entscheidend. Ein Scada-System muss diesen Anforderungen Rechnung tragen, um am Markt erfolgreich zu sein. Über die gesamte Lebensdauer jeder Anlage sind Anpassungen, Erweiterungen oder neue Anforderungen zum Beispiel durch gesetzliche Vorgaben nicht nur wahrscheinlich, sondern die Regel. Um diesen Anforderungen zu begegnen, hat Siemes seine Lösung WinCC skalierbar ausgelegt: Das System kann mit den Anforderungen vom Einplatz- zu verteilten Server/Client-Systemen wachsen. Redundante Server sorgen für hohe Verfügbarkeit, der Einsatz von Web-Clients ermöglicht dem Anwender die Fernbedienung und -beobachtung über das Intra- oder Internet.

Relevante Prozessdaten im Blickfeld

Prozesse aller Branchen können nur dann bestmöglich gestaltet werden, wenn alle relevanten Prozessdaten verfügbar sind. Daher stand bei der Entwicklung der aktuellen Version des Scada-Systems auch eine effiziente und leistungsstarke Archivierung im Fokus. Integrierte Redundanzkonzepte tragen zur Zuverlässigkeit und Sicherheit des Systems bei. Für eine flexible Datenanzeige und -analyse unterstützt die Software nun eine lückenlose Archivierung und automatische Verdichtungsalgorithmen bis zu Wochen-, Monats- und Jahreszyklen als Basis für eine umfassende und detaillierte Berichterstattung. Eine leistungsstarke Komprimierung nach dem ‘Swinging-Door-Algorithmus’ minimiert dabei den Speicherbedarf.

Das System bietet integrierte statistische Berechnungen mit den Funktionen ‘Min’, ‘Max’, ‘Summe’, ‘Durchschnitt’ und ‘Integral’. Der Funktionsumfang wird durch die automatische Berechnung der Differenz und die nachträgliche Eingabe oder Korrektur von manuell erfassten Werten beziehungsweise Laborwerten erweitert. Für den Fall einer manuellen Änderung innerhalb automatisch generierter Archive müssen jedoch besondere Vorkehrungen getroffen werden: Die Kennzeichnung eines Wertes als ‘Handwert’, die Nachverdichtung sowie die Rückdokumentation durch eine automatisch generierte Bedienmeldung sind unabdingbar. Diese Nachvollziehbarkeit von Bedienhandlungen wird unter anderem in der Pharma- oder Nahrungs- und Genussmittelindustrie gefordert. In Kombination mit der Dokumentation von Projektierungsänderungen ist sie eine der Grundlagen für eine Validierung gemäß FDA (21 CFR Part 11) und der Nahrungs- und Genussmittel-Richtlinie EU 178/2002.

Webbasierte Analysen und Berichte auf Basis der in WinCC und Process Historian archivierten Daten. Bild: Siemens

Langzeitarchivierung auf hohem Niveau

Die in dem Leitsystem enthaltene Archivfunktionalität wird in der Version 7.2 zudem durch die Option ‘Process Historian’ erweitert. Die Langzeit-Datenablage archiviert zentral und in Echtzeit die während der Produktion anfallenden Prozesswerte und Meldungen. Die maximale Systemkonfiguration ist nicht auf ein System in einer Anlage begrenzt, auch die Daten mehrerer Projekte können gemeinsam archiviert werden. Die dabei entstehenden enormen Datenmengen zu verwalten, stellt besondere Herausforderungen an das eingesetzte Datenbanksystem.

Um Informationen möglichst zuverlässig und sicher vorzuhalten, wird daher der Microsoft SQL Server 2008 als Plattform eingesetzt. Der Process Historian wird auf einem zusätzlichen Rechner in das Leitsystem eingebunden; für höhere Sicherheit und Verfügbarkeit kann das Archiv auch redundant aufgebaut werden. Die Einrichtung der Datenbank wird per Konfigurator ausgeführt. Dieser unterstützt den Anwender bei allen datenbankspezifischen Einstellungen. Das Archivierungssystem kann zudem ohne Unterbrechung der Produktion an ein geändertes Datenaufkommen angepasst werden. Kurvenfenster oder Meldeanzeigen ermöglichen jederzeit den Zugriff auf alle archivierten Daten. Die integrierten statistische Funktionen geben dabei erste Hinweise auf mögliche Problemstellen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Augenstein Maschinenbau plant, entwickelt und fertigt individuelle Automatisierungslösungen für Produktionsprozesse. Eine Visualisierungssoftware liefert dabei früh ein erstes Bild der Anlage. Das schafft Klarheit und hilft dem Vertrieb quasi nebenbei, den Auftrag überhaupt an Land zu ziehen.‣ weiterlesen

Im Projekt ‘Kitos – Künstliche Intelligenz für TSN zur Optimierung und Störungserkennung‘ arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure gemeinsam an Lösungen für ein dynamisches Netzwerkmanagement in der Industrie.‣ weiterlesen

Laut statistischem Bundesamt hat sich die Industrie im Mai von den Einbrüchen verursacht durch die Corona-Pandemie etwas erholt. Die Produktion legte zu, verfehlt das Mai-Ergebnis des Vorjahres jedoch um 19,3 Prozent.‣ weiterlesen

Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des Beratungsunternehmens Accenture hervor, der auf einer Umfrage unter fast 500 C-Level-Führungskräften in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum in 15 Branchen basiert.‣ weiterlesen

Wie die Kommunikation in der Arbeitswelt zukünftig aussehen kann, erforschen derzeit die Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Dabei steht der digitale Zwilling im Mittelpunkt.‣ weiterlesen

Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen neuen Chief Sales Officer. Zum 1. Juli hat Michael T. Sander die Position übernommen. Er folgt auf Andree Stachowski.‣ weiterlesen

Ein Produkt online konfigurieren und sofort bestellen: Was für Verbraucher alltäglich ist, gewinnt auch im B2B-Bereich an Bedeutung. Mit dem Configure-Price-Quote-Ansatz und entsprechender Software kann diese Variantenvielfalt angeboten werden, ohne den Vertrieb zu überlasten oder die Customer Journey aus dem Blick zu verlieren.‣ weiterlesen

Kürzere Durchlaufzeiten, Abläufe und Sequenzen simulieren und frühe Aussagen zu Konzepten und deren Verifikationen treffen zu können - das waren die Wünsche der österreichischen SEMA Maschinenbau. Die Software IndustrialPhysics von Machineering leistet genau das.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige