Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Risikomanagement

Sicher vernetzt produzieren

51 Milliarden Euro Schaden verursachen Cyberangriffe der deutschen Wirtschaft laut einer Umfrage des Verbandes Bitkom jährlich. Trotz allen Engagements der Politik sind hier vor allem die Unternehmen gefordert. Es gilt, Eindringlingen möglichst hohe technische Hürden in den Weg zu stellen. Für das Restrisiko bietet Spezialversicherer Hiscox Dienstleistungen, um Produzenten im Schadenfall vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Im Dezember 2015 haben die EU-Mitgliedsstaaten der Einigung von EU-Parlament und -Rat der sogenannte Netzwerk- und Informationssicherheits-Richtlinie (NIS), dem ersten europäischen Gesetz zur Cybersicherheit, zugestimmt. Die Richtlinie verpflichtet Internetkonzerne wie Google oder Amazon dazu, schwere Hackerangriffe zu melden, andernfalls drohen Bußgelder. Kleine und mittlere Unternehmen sollen von der Regelung vorerst befreit bleiben. Die Richtlinie ist, wie das in Deutschland im Juni 2015 verabschiedete IT-Sicherheitsgesetz, Teil der Cyber-Sicherheitsstrategie. Das neue IT-Sicherheitsgesetz verpflichtet Betreiber ‚kritischer Infrastrukturen‘ zu Mindeststandards bei ihrer IT und zur Meldung von Sicherheitsvorfällen. IT-Profis begrüßten die Gesetze als richtigen Schritt, warnen jedoch vor einem Flickenteppich aus Regelungen und Unklarheiten im Umgang mit Cyberattacken.



Ole Sieverding, Product Head & data Risks, Hiscox Deutschland.
Bild: Hiscox Europe / Underwriting Limited

Schäden in Milliardenhöhe

Besonders betroffen von Cyberattacken ist das produzierende Gewerbe, etwa im Automobilbau oder in der Chemie- und Pharmaindustrie. Patente und Fachwissen sind lukrative Beute für Hacker und sie können in der Produktion großen Schaden anrichten. Neben der Politik sind die Unternehmen in der Verantwortung: Technischer Schutz von IT-Systemen und eine Absicherung gegen finanzielle Folgen einer Cyberattacke werden jedoch bei kleinen und mittleren Betrieben oft vernachlässigt. Die politischen Debatten sowie die transparente Aufklärung zu Prävention und Umgang mit dem Ernstfall sind angesichts der fortschreitenden Digitalisierung ganzer Wertschöpfungsketten notwendig. Die vernetzte Produktion im Sinn einer Industrie 4.0 ist zwar zukunftsweisend – aber auch ein Tor für Cyberkriminelle in die Werkhalle. Egal ob es darum geht, Schadsoftware in ein Unternehmen einzuschleusen, Mitarbeiter zur Spionage anzustiften oder mit dem Internet verbundene Steuerungskomponenten zu hacken – den Kriminellen stehen viele Optionen zur Verfügung.

Doppelte Sicherheit

Vielen Industrieanlagen liegt ein veraltetes Sicherheitsverständnis zugrunde, obwohl sie längst in Teilen aufgerüstet und digital vernetzt wurden. Auch wenn sich Schäden im IT-System nach einem Angriff verhältnismäßig leicht beheben lassen, können etwa Betriebsverzögerungen oder ein Produktionsausfall schnell teuer werden, wie das Beispiel aus der Praxis zeigt: Ein mittelständischer Metallbaubetrieb, dessen Produktion teilweise über digital gesteuerte Roboter lief, erhielt eine Erpressermail von einem unbekannten Absender. Dieser forderte eine Geldzahlung von 50.000 Euro, andernfalls würde der Betrieb attackiert. Angesichts der hauseigenen Firewall sowie dem Virenschutzprogramm ging der erpresste Unternehmer lediglich von einem geringen Schaden durch eine Cyberattacke aus und ignorierte die Forderung.

In einem mehrstündigen Angriff erlangten die Kriminellen über die IT jedoch Zugriff auf die Produktionsroboter und veränderten Codes in deren Steuerungssoftware. Zwar entstand kein Sachschaden, doch die Produktion wurde sofort unterbrochen. Da der Mittelständler über keine eigene IT-Abteilung verfügte, musste ein externer IT-Dienstleister einspringen. Erst zwei Werktage später war die ITSicherheit wieder hergestellt und die Produktionsanlage wieder funktionsfähig. Vor allem die Betriebsunterbrechung schlug mit Kosten im niedrigen sechsstelligen Bereich zu Buche und bedrohte die Existenz der Firma.

Mit Hackerangriffen umgehen

Um im Ernstfall schnell und zielgerichtet auf Angriffe zu reagieren, können Unternehmen zusätzlich zu den eigenen Maßnahmen die Hilfe von externen Dienstleistern in Anspruch nehmen. Firmen können den technischen Schutz der IT extern prüfen lassen und Investitionen in höhere Standards zum passenden Zeitpunkt anstoßen. Da es keinen vollständigen Schutz vor solchen Angriffen gibt, kommt als zweite Linie der Verteidigung eine Cyberversicherung in Frage, wie sie etwa der Spezialversicherer Hiscox anbietet. Die Cyberversicherung übernimmt dabei nicht nur die finanziellen Schäden. Zudem beraten unabhängige IT-Profis im Auftrag des Versicherers auf Wunsch präventiv zum Sicherheitsstandard eines Netzwerks und erstellen individuelle Handlungspläne für den Fall eines Hackerangriffs.


Das könnte Sie auch interessieren:

Bei allen Vorteilen, die Industrie-4.0-Technologien mit sich bringen, muss zunächst auch eine leistungsstarke digitale Infrastruktur vorhanden sein. Sie muss große Volumen an Sensordaten schnell, sicher und ortsunabhängig übertragen und auswerten können. Mit dem Rückgriff auf externe Partner erhalten Firmen eine solche Infrastruktur - und gleichzeitig Zugang zu einem erweiterten Ökosystem.‣ weiterlesen

Im nordrhein-westfälischen Düren findet sich die vermutlich einzige professionelle Wurmzucht Deutschlands - und die wahrscheinlich am weitesten automatisierte weltweit. Die nötigen Anlagen dafür wurden vom Unternehmer selbst in bester Daniel-Düsentrieb-Manier entwickelt und gebaut - mit einem Fokus auf kostengünstige, aber zuverlässige Automatisierungstechnik.‣ weiterlesen

Die Hoffmann Group hat auf der Emo 2019 erstmals ihr Hoffmann Group Tool Management gezeigt. Mit der Software können kleine und mittelgroße Betriebe ihre Werkzeuge verwalten und deren Einsatz planen.‣ weiterlesen

Der Autobauer Porsche hatte am Dienstag mit einem zeitweisen Stillstand in seiner Produktion zu kämpfen. Grund dafür war ein Serverausfall.‣ weiterlesen

Software für das Product Lifecycle Management (PLM) ist eine substanzielle Investition in die Zukunft. Die Frage nach ihrer Wirtschaftlichkeit beschäftigt deshalb alle Unternehmen - und ist nach heutigem Kenntnisstand gut zu beantworten.‣ weiterlesen

Der Einsatz des digitalen Zwillings verspricht vielfältige Potenziale für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. Im Rahmen einer Befragung der Managementberatung Detecon halten die Studienteilnehmer vor allem den Unternehmensübergreifenden Einsatz für erfolgversprechend.‣ weiterlesen

Auf insgesamt 8.400m² errichtet Wibu System zwei neue Gebäude. Das eine soll zukünftig als Unternehmenssitz dienen, das andere soll als House of IT Security u.a. die Zusammenarbeit mit Startups fördern.‣ weiterlesen

Mehr Fachbesucher und eine größere Ausstellerzahl: Die IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg hat mit ihrer diesjährigen Ausgabe neue Bestmarken erzielt.‣ weiterlesen

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie sind im August 2019 um 6,7% gegenüber Vorjahr zurückgegangen. Die Inlandsbestellungen gaben um 9,6 und die Auslandsbestellungen um 4,5% nach. Im Gesamtzeitraum von Januar bis August dieses Jahres lagen die Auftragseingänge damit 1,6% unter Vorjahr. Hier bestellten inländische Kunden 1,1 und ausländische 2,1% weniger.‣ weiterlesen

Der Anteil der deutschen Unternehmen, die 3D-Druck einsetzen, ist zwar im Vergleich zum Jahr 2016 gestiegen – von 37 auf 63 Prozent. Eine Führungsposition hat Deutschland in der Studie des Beratungsunternehmens EY eingebüßt.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt 'Instant Factory Maps' des Instituts für Integrierte Produktion Hannover IPH werden Fabriklayouts per Kameradrohne erfasst. Bei einem kurzen Rundflug durch die Fabrik nimmt die Drohne Tausende Fotos auf, die eine Software automatisch zu einem dreidimensionalen Layout zusammensetzt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige