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Rezepturentwicklung mit Business-Check

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Per Knopfdruck prüfen, was auf dem Etikett stehen muss: In Frankreich gelten beispielsweise andere Deklarationsvorschriften als in Deutschland. Schon die Rezeptentwickler prüfen dies und geben so die korrekten Daten weiter an die Verpackungs-entwicklung.
Bild: Cormeta

Von der Spezifikation bis zum Etikett

Das Recipe Development innerhalb der PLM-Suite gliedert sich im Wesentlichen in drei Blöcke: Spezifikationen, Rezepte und Etiketten. Über die browserbasierte Benuteroberfläche des Netweaver Business Clients können Entwickler unter anderem an unterschiedlichen Stellen in den Prozess einsteigen, zwischen den Fenstern springen, Rezepte und Formeln gegenüberstellen oder im ERP-System den aktuellen Rohstoffpreis nachschlagen. Eine Spezifikation kann dabei ein Verpackungsmaterial sein, ein Grundstoff oder schließlich eine Primärspezifikation in Form eines neu entwickelten Rezepts.

Aus dieser Primärspezifikation generiert der Entwickler die gewünschte Etikettart und berücksichtigt dabei im Compliance Check per Mausklick die geltenden Deklarations-vorschriften. In der Spezifikation sind verschiedene Eigenschaften definiert, etwa Roh- und Nährstoffe, Allergene, ‚Religiöses‘ oder Gütesiegel. Anbieter mit Branchen-Know-how schlagen dazu im Vorfeld definierte Eigenschaftspakete vor, die der Anwender später selbst anpassen kann. Der Lebensmitteltechniker übernimmt nun die nötigen Spezifikationen in sein Rezept, kombiniert sie mit Prozessschritten wie ‚Kühlen‘ oder ‚Schmelzen‘ und wendet seine hinterlegten Berechnungsformeln an. Vermisst der Rezept-Autor eine Eigenschaft, kann er sie jederzeit nachpflegen.

Der schnelle Weg zum Rezept

Statt jede Zutat als Spezifikation neu einzutragen, ändern Biochemiker und Lebensmitteltechnologen in der Praxis allerdings zunächst Schritt für Schritt bereits vorhandene Rezepte. Die Impulse entstehen mal zufällig, mal stammen sie von Absatzzahlen, Marktforschungsinfos oder der Qualitätssicherung – auch Spontankäufe der Rezeptentwickler im Supermarkt sind nichts Ungewöhnliches. Oder die Unternehmen sind in Zugzwang, weil plötzlich ein Lieferant wegfällt: Denn Kakao aus Togo kann beispielsweise andere Fettwerte haben als der aus Ghana.

Per Software lassen sich die Rezeptkompositionen dank der verschiedenen Eintrittspunkte in die Erstellung in den gewohnten kreativen Prozess einbinden: „Eine Massenänderungsfunktion sowie das einfache Kopieren von Rezepten sparen Pflegeaufwand und Zeit. Gesetze oder Eigenschaften wie Diättauglichkeit werden via Compliance Check rasch geprüft“, sagt Behrens. Weitere Arbeitserleichterungen im Sinne eines einheitlichen Business-Workflows: Die Etikettdaten werden via Kommunikationsschnittstelle an Marketing beziehungsweise Verpackungshersteller verschickt, und über eine Statusänderung lässt sich aus dem Neurezept die Produktionsstückliste generieren.

Projektcontrolling und Entwicklung verbinden

Doch im Laufe der Entwicklung stellt sich immer wieder die Frage, wann das Portfolio- und Projektmanagement greifen soll. Ob Biokekse oder Hartkaramelle, Hersteller mit starkem Innovationsdruck wollen ihre Budgets und Ressourcen bereits ab der ersten Geschmacksidee unter Kontrolle haben, um nicht unnötig Geld ‚in den Sand zu setzen‘. „Die Rückkopplung der Entwicklungskosten zur Business-Strategie muss permanent erfolgen“, sagt Dr. Ralf Jorczyk, PLM- und Validierungsverantwortlicher des Software- und Beratungshauses.

Damit die Kosten der Produktentwicklung kein Buch mit sieben Siegeln darstellen, betrachtet SAP PPM die verschiedenen Entwicklungsvorhaben als Investitionsprojekte, die es zu organisieren und überwachen gilt. Der Projektmanager prüft dazu in dem Software-Modul die Aufgaben und Deadlines der Entwickler: Welche Rezeptvorhaben Priorität genießen, das gehört zum Portfoliomanagement. Entwicklungskosten mit geleisteten Arbeitszeiten, Materialaufwand, Nullproduktionen und Maschinenleerlaufzeiten manifestieren sich in Entscheidungspunkten, die das System anzeigt. Als Entscheidungshilfe stehen dabei Dashboards und Charts zur Verfügung.

Know-how im IT-System: Wissen geht nicht verloren

„Als Produktmanager oder Vertriebschef schlüpfe ich in die Rolle des Portfoliomanagers. Und rechne nach, ob die Entwicklung des neuen Medikaments sich angesichts verzögerter Stoffzulassungen derzeit noch lohnt. Oder meine PPM-Software meldet mir Alarm bei Überschreitungen im Budget- oder Besetzungsplan“, sagt Jorczyk. Dadurch bleibe alles bisher Erreichte als Systemwissen erhalten. So können die Mitarbeiter jederzeit auf ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zurückgreifen.


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