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Ressourcenschonende Glas- und Keramikproduktion

Alle Energieverbräuche in einem System

Liegen detailllierte Energiedaten erst einmal vor, bieten sie eine hervorragende Grundlage für Einsparungen bei Verbrauch und Kosten. Um diese Daten zu erheben und zu verarbeiten, bildet der Hersteller von Glas und Glaskeramik Schott sein Energiemanagement in der Software e-Gem der Flowchief GmbH ab. Die Lösung erfasst die Energiedaten aller Anlagen standortübergreifend, veredelt sie zu Informationen und stellt sie verschiedenen Benutzergruppen im Unternehmen bedarfsgerecht zur Verfügung.




Spezialglas zu schmelzen benötigt viel Energie. Verbrauchsoptimierungen sparen schnell viel Geld. Bild: Schott AG

Der Technologiekonzern Schott setzt seit vielen Jahren auf Energiemanagement und erfasst die relevanten Prozesse und Verbrauchsdaten für die zentrale Aufgabe, Einsparmöglichkeiten zu ermitteln und umzusetzen. Die dafür eingesetzte Applikation war jedoch in die Jahre gekommen und wurde vom Hersteller nicht mehr weiterentwickelt. „Technik und Funktionalität entsprachen nicht mehr den Erwartungen“, schildert Lothar Kretschmer, Leiter Energiewirtschaft/Energiemanagement der Schott AG. Sein Team ist verantwortlich für ein breit gefächertes Arbeitsgebiet von der Energieversorgung des Hauptwerkes in Mainz über deutschlandweite Energiekosten-Analysen, Energie-Checks und -Audits bis hin zum Betrieb des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO50001 an allen Standorten. „So musste beispielsweise die Anwendung bisher mit enormem Zeit- und Arbeitsaufwand auf den Clients an den jeweiligen Produktionsstandorten installiert werden. Zudem erlaubte sie nur wenigen Mitarbeitern den Zugriff auf die Daten. Diese waren deshalb immer häufiger damit beschäftigt, Daten für Dritte aufzubereiten, statt sich um die eigentliche Kernaufgabe Energieeinsparungen zu kümmern.“

Webtechnologie und Mandantenfähigkeit

Die neue Lösung sollte ein Standardprodukt werden, das tief am Markt verankert ist. „Anpassbarkeit an neue Gesetzeslagen oder Inkompatibilitäten im stetigen Wandel der IT-Infrastruktur durften kein Problem darstellen“, sagt Kretschmer. Im Rahmen eines Maintenance-Vertrags soll das neue System kontinuierlich aktualisiert werden und so immer auf dem Stand der Technik sein. Der Software-Partner sollte flexibel genug sein, auch spezielle Funktionen implementieren zu können. Da die Entscheidung für einen Anbieter über viele Jahre hinweg bindet, wurde auch auf eine nachhaltige und zukunftssichere Ausrichtung des IT-Unternehmens Wert gelegt. Die neue Anwendung sollte zudem über eine Server-Client-Struktur verfügen: „Native Webtechnologie sollte sicherstellen, dass die Mitarbeiter von jedem beliebigen Rechner auf ihre Daten zugreifen können.“ Weiterhin erfordern die Abläufe der Datenauswertung Mandantenfähigkeit mit einer Benutzerverwaltung. Diese muss die beliebige Definition von Richtlinien sowie die Vergabe von Zugriffsrechten für Mitarbeiter gruppenspezifisch und individuell erlauben.



Daten werden dauerhaft archiviert und aggregiert. Eine flexible Analyse von Lastgängen erfolgt im Trending. Bild: Schott AG

Komponenten für Erfassung und Analyse

Die Wahl fiel schließlich auf die Anwendung der Flowchief GmbH, einen Anbieter von Standardsoftware für Prozessleittechnik, Energiedatenmanagement und Datenerfassung. Deren Lösung für das Energiedatenmanagement e-Gem besteht aus Komponenten zur Erfassung von Daten und für deren Analyse. Sie ordnet Energiearten unterschiedlichen Kostenstellen zu und analysiert und überwacht die Energiewerte. Im Sinn von Big Data verwaltet die Anwendung auch Datenmengen im Terabyte-Bereich und bereitet diese auf. Die Weblösung erfüllte die Anforderungen hinsichtlich der Mandantenfähigkeit. Zähler- und Messdaten werden bei Schott standortübergreifend in teils unterschiedlichen Geräten erfasst. Über industrielle Standardschnittstellen fungiert das Energiedatenmanagementsystem als zentraler Datensammler. „Unsere Messinfrastruktur ist über viele Jahre gewachsen und durchaus heterogen, aber sehr funktional“, sagt Kretschmer. „Ein Austausch von Komponenten war nicht vorgesehen.“ Ein Grund für die Anschaffung der Lösung war deren Redundanzfähigkeit. Die Anwendung läuft auf zwei Servern parallel, damit der Betrieb selbst beim Ausfall eines Rechners gesichert ist. Support bietet der Softwareanbieter rund um die Uhr, um bei Störungen zeitnah helfen zu können. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass möglicherweise Daten verloren gehen, weil die Zeitspanne für ihre Zwischenspeicherung überschritten wird.

Verbrauchsdaten je nach Unternehmensstruktur

Das EMS bildet die Organisationsstruktur von Schott mit seinen Firmen, Business Units, Business Lines und Kostenstellen detailliert ab. Die Synchronisation zwischen den Unternehmensstammdaten und dem System erfolgt automatisch. Die Kostenstellenstruktur wiederum, die dem Messstellen- und Zählerkonzept zugrunde liegt, bildet einzelne Fertigungsschritte ab. Energieverbrauch und Energiekosten lassen sich den jeweiligen Anlagen oder Aggregaten zuordnen. Neben der aktuellen Organisations- und Messstruktur wird zudem die gesamte Historie abgebildet. Will der Energiemanager beispielsweise die Verbrauchsdaten einer nicht mehr existierenden Kostenstelle auswerten, kann er über eine Timeline darauf zugreifen. Schott ist bereits nach ISO50001 zertifiziert – die Lösung bildet die Datenbasis für künftige Audits.

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Alle Energieverbräuche in einem System
Spezialglas zu schmelzen benötigt viel Energie. Verbrauchsoptimierungen sparen schnell viel Geld. Bild: Schott AG



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