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Produktion nachhaltig optimieren

Ressourcen schonen und Image pflegen

Der Klimawandel und die steigende Rohstoffknappheit zwingen Unternehmen zum nachhaltigen Wirtschaften. Mit der entsprechenden Managementstrategie lassen sich nicht nur die Effizienz verbessern und Kosten sowie Ressourcen sparen: Geht ein Unternehmen fair mit Mitarbeitern und Lieferanten um, strahlt das über kurz oder lang auch auf das Image der Firma ab.

Bild: ©everythingpossible / Fotolia.de

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In der Öffentlichkeit herrscht oft ein falsches Bild von Nachhaltigkeit, denn oft steht nur der Umweltschutz im Fokus. Sie bedeutet aber weitaus mehr: Es gilt, ökologische, soziale und ökonomische Kennzahlen zu vereinbaren, um gleichermaßen Umweltschutz (Planet), Sozialschutz (People) und wirtschaftliches Wachstum (Profit) zu erreichen. Das muss zunächst auf strategischer Ebene beginnen. Das Management in produzierenden Unternehmen sollte grundsätzliche Entscheidungen hinterfragen. Im Falle der Produktion sind das Aspekte wie: Welche Materialien kommen zum Einsatz? Welche Produktionstechniken werden verwendet? An welchen Standorten wird produziert? Wer sich ein Gesamtbild macht, kann daraus Maßnahmen für das weitere Vorgehen beim Nachhaltigkeitsmanagement ableiten. Dabei helfen Normen als Leitlinie wie die ISO26000. Sie unterstützt beispielsweise dabei, Stakeholder zu identifizieren und gibt Vorschläge, mit welchen Medien und Maßnahmen Unternehmen kommunizieren und interagieren können.

Imagepflege und fairer Umgang

Im Nachhaltigkeitsmanagement spielen die Stakeholder eines Unternehmens eine große Rolle. Das sind nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter und Lieferanten. Gerade von Lieferanten ist die Abhängigkeit besonders hoch, da oft Produktionsausfälle drohen, wenn es Lieferengpässe gibt. Lieferantenmanagement ist daher ein wichtiger Bestandteil von nachhaltiger Produktion – Zulieferer müssen in Prozesse eingebunden werden und die gleichen Leitlinien berücksichtigen. Auch der Sozialschutz ist hier wichtig: Nicht nur in der eigenen Halle, sondern über die gesamte Lieferkette hinweg. Oft stammen Materialien aus Entwicklungsländern. Dort bedeutet Mitarbeiterzufriedenheit etwas anderes als in Deutschland. Während hierzulande eine gute Work-Life-Balance verlangt wird, können sich Menschen in anderen Ländern oft nicht aussuchen, wo sie arbeiten. Daher sollten Produzenten nur mit Lieferanten zusammenarbeiten, die für Arbeitsschutz und gute soziale Rahmenbedingungen sorgen. Denn wenn die Mitarbeiter beim Lieferanten zufrieden sind, kann das auch beim Endkunden ankommen – und schafft dann Vertrauen ins Produkt. Daher gewinnt die Transparenz der Lieferkette in diesem Kontext stetig an Bedeutung.

Wo kommt es her, wo geht es hin

Kunden wollen immer häufiger wissen, woher Produkte kommen. In Deutschland gibt es zudem den Ansatz, nachhaltigen Konsum zu fördern. Um diesen Ansprüchen Rechnung zu tragen, eignet sich Nachhaltigkeitsmanagement über die gesamte Lieferkette hinweg. Unternehmen müssen ihre Lieferanten unter die Lupe nehmen: Wo kommen die Materialien her? Unter welchen Bedingungen werden sie verarbeitet? Wie werden sie transportiert? Denn Nachhaltigkeit fängt schon bei der Beschaffung an. Es ist paradox, in der eigenen Produktionshalle nachhaltig zu arbeiten, wenn Materialien aus Kriegsgebieten bezogen und dann mit unökologischen Transportmitteln befördert werden. Als Orientierungen können hier Zertifizierungen dienen. Diese bestätigen, dass sich auch Lieferanten an Richtlinien zur Nachhaltigkeit halten.

Die Produktion optimieren mit Stoffstrommanagement

Ressourceneffizienz beeinflusst die ökologischen und ökonomischen Faktoren bei der nachhaltigen Produktion. Dabei geht es zum einen um den Einsatz etwa von Strom, Wasser und Material selbst, aber auch um Fertigungs- und Verfahrenstechniken. Durch die passenden IT-Lösungen können Unternehmen ihre Produktionszeiten und -durchläufe verbessern und so die gesamte Prozesskette effizienter gestalten. Das funktioniert beispielsweise mit Stoffstrommanagement: Dabei handelt es sich um ein Analysewerkzeug, mit dem Input- und Output-Bilanzen eines Produktionsabschnittes überprüft werden können. Auf der Modellierungsebene betrachtet man dort, welche Materialien in den Prozess hineingehen, wie sie verarbeitet werden und welche Produkte dabei herauskommen. Auch kann verifiziert werden, welche Mengen an Abwasser und Emissionen sich dabei ergeben. Auf Basis dieser Ergebnisse können Unternehmen entsprechende Veränderungen vornehmen. Wenn ein Produzent beispielsweise seinen Gesamtstromverbrauch reduzieren möchte, errechnet er mit dem Stoffstrommanagement, wie viele Teile er maximal noch produzieren kann. Auch das Austauschen gegen leistungsfähigere Maschinen kann mithilfe des Stoffstrommanagements getestet werden. Dabei muss eine Vergleichsrechnung erstellt werden, die den Anschaffungswert der Maschine, die energetische Einsparung sowie das Produktionsergebnis gegenüberstellt. All diese Simulationsergebnisse lassen sich mit den Stoffstromwerkzeugen simulieren und auswerten. Gleichzeitig ermöglichen die Steuerungssysteme, alternative Produktionsszenarien durchzuspielen: Wie würde das Produkt mit einem anderen Materialeinsatz aussehen? Welche Auswirkung hat das auf die Kosten? Würde es länger oder kürzer dauern? Wie ändert sich die Produkteigenschaft? Dadurch kann der Fertiger individuell den Produktionsprozess definieren, der zu seiner Nachhaltigkeitsstrategie passt.


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