Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Regler für den Materialfluss

Agile Produktionslogistik im Flugzeugbau

Im Forschungsprojekt ‚Agilita – Agile Produktionslogistik und Transportanlagen‘ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie wird ein flexibles Materialflusssystem für den Produktionseinsatz in kleinen und mittleren Unternehmen entwickelt. Das Herz der Anlage ist ein agentenbasiertes Manufacturing Execution-System. Die Lösung liefert auf Basis von Planungsdaten aus dem Geschäftssystem und Positionsdaten optimal terminierte Transportaufträge und überwacht deren Ausführung. Eine Pilotimplementierung beim Projektleiter Premium Aerotec GmbH soll die Leistungsfähigkeit des Konzeptes unter Beweis stellen.

Bild: IFW/Bettina Fischer

Je flexibler eine Produktion angelegt ist, etwa um Eilaufträge einzuschieben oder unterschiedliche Produkte auch in kleinen Stückzahlen effizient zu fertigen, desto anspruchsvoller wird die Planung des Einsatzes von Material, Maschinen und Personal. Störgrößen, wie nicht eingeplanter Ausschuss, Lieferengpässe oder Maschinen- und Personalausfälle, müssen schnellstmöglich ‚ausgeregelt‘ werden. Dazu muss jederzeit bekannt sein, welche Produkte gerade an welcher Maschine bearbeitet werden oder auf welchen Transportwegen sie gerade unterwegs sind. Erforderlich ist auch die Kenntnis von Abladezeit und Ort temporär abgelegten Materials. Eine Abweichung zwischen geplantem und realem Materialfluss muss angezeigt werden und dient als Basis für steuernde Maßnahmen.

Echtzeitkontrolle per IT

Die Steuerung und Überwachung einer flexiblen Produktion ist ohne EDV-Hilfsmittel kaum zu bewerkstelligen. Hier kommen Manufacturing Execution Systeme (MES) zum Einsatz, die umfassend über alle Belange der Produktion informiert sind, weil sie einerseits aus der Planungsebene – etwa über Enterprise Resource Planning- (ERP) und Production Planning and Scheduling-Software (PPS) – über die aktuellen und zukünftigen Werkaufträge informiert werden und andererseits den tatsächlichen aktuellen Zustand der Produktion über geeignete Messverfahren ermitteln.

ME-Systeme dienen vielfach als Bindeglieder zwischen Planung und Automatisierung und verarbeiten Störgrößen mit sehr kurzen Reaktionszeiten. Am Markt angebotene ME-Systeme haben allerdings unterschiedliche Schwerpunkte. Die IT-Lösungen können meist nicht direkt verglichen werden, sondern sind aus Sicht eines konkreten Produktionsumfeldes auf ihre Eignung zur Lösung anstehender Probleme zu analysieren. Bei dem Intralogistikprojekt Agilita wird das agentenbasierte System A-MES eingesetzt und der Schwerpunkt auf die Steuerung des Materialflusses in der Produktion gelegt.

Das vordergründige Ziel besteht darin, Durchlaufzeiten und Materialpuffer zu minimieren. Bei der Entwicklung des Systems wurde ein Konzept zur laufenden Synchronisierung der Systemdaten mit dem in der Produktion gemessenen Geschehen verfolgt, was ein Höchstmaß an Überblick zu allen Produktionsprozessen liefert. Das zuständige Personal wird so gezielt über Abweichungen zwischen Planung und tatsächlichem Produktionsablauf informiert.

Regelung der Produktion

Das IT-System fungiert damit als Regler, der die Auswirkungen von Störungen des Produktionsablaufes minimiert. Dabei übernimmt das Personal die Ausführung der Steuerung aufgrund der vom MES gelieferten Informationen. Als Besonderheit werden dabei zwei voneinander zeitlich entkoppelte Regelkreise aufgebaut. Ein relativ langsamer Regelkreis wird über das Personal der Planungsabteilung und das ERP/PPS geschlossen. Dieser so genannte kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) wird über die Optimierung der Planungsparameter im ERP/PPS wirksam. Ein weiterer, deutlich schnellerer Regelkreis wird über das Personal in der Produktion und die Automatisierung, darunter Maschinenbedienung, Transportsteuerung und Qualitätsüberwachung, geschlossen. Darüber werden ungeplante Störungen wie Eilaufträge, Maschinenausfälle oder allgemeine Verzögerungen ausgeregelt.


Das könnte Sie auch interessieren:

PerfectPattern hat die kostenlose Basisversion von Insights App vorgestellt. Mit der Software können Prozessingenieure, Produktionsexperten und Datenwissenschaftler die von PerfectPattern entwickelte KI-Technologie Aivis nutzen, um Einblicke in Produktionsprozesse zu erhalten.‣ weiterlesen

Die Buss-Unternehmensgruppe ist in vielen unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig. Eine Herausforderung, stand doch ein Wechsel des ERP-Systems ins Haus - mit mehr als 80 Unternehmen innerhalb der Gruppe. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Sven Mahn IT gelang es, das Projekt innerhalb von 14 Wochen umzusetzen.‣ weiterlesen

Werden neue Technologien wie beispielsweise künstliche Intelligenz Teil des Arbeistalltages wünscht sich ein Großteil der unter 31-Jährigen, darüber informiert zu werden. Dies geht aus einer Studie des IT-Security-Anbieters Kaspersky hervor. Auch ein menschliches Antlitz könnte laut Studie für mehr Akzeptanz sorgen.‣ weiterlesen

Schlechtere Stimmung als noch im Juni. Geschäftsklima-Index des Ifo Instituts hat in der aktuellen Erhebung im Vergleich zum Vormonat nachgegeben.‣ weiterlesen

Die Sprints zu Covid19-Impfstoffen zeigen den Leistungsdruck, unter dem die Technologieentwicklung steht. In kürzester Zeit sollen Forscher und Ingenieure Lösungen für die kritischen Probleme unserer Zeit finden. Der Accelerated-Discovery-Ansatz soll helfen, Forschungs- und Entwicklungsprozesse mit KI, Hybrid Cloud und schließlich Quantencomputern um das zehn- bis hundertfache des heute Möglichen zu beschleunigen.‣ weiterlesen

Trebing + Himstedt hat die Partnerschaft mit Celonis bekanntgegeben. Die Unternehmen wollen zukünftig beim Thema Process Mining zusammenarbeiten.‣ weiterlesen

Im Rahmen einer Partnerschaft wollen Crate.io und Zühlke zukünftig gemeinsam an Smart Factory- und Industrie 4.0-Lösungen arbeiten.‣ weiterlesen

Die Dualis GmbH IT Solution hat für Lean-Manufacturing-Aufgabenstellungen ein Add-on zur 3D-Simulationsplattform Visual Components entwickelt. Basierend auf Process Modelling können damit automatisch branchengängige Standardized Work Sheets generiert werden.‣ weiterlesen

Um verschiedene Daten aufzubereiten und den Mitarbeitern nutzenbringend bereitzustellen, ist nicht immer ein großes IT-Projekt nötig. Wer schnell Daten für die Beschäftigten visualisieren möchte, sollte sich einmal näher mit Dashboards befassen.‣ weiterlesen

Die Simulation am digitalen Zwilling macht die Inbetriebnahme von Anlagen und Maschinen mit automatisierten Bewegungen sicherer. Fehler fallen früher auf und können behoben werden, bevor die Anlage aufgebaut ist. So lassen sich Schäden und Verzögerungen vermeiden. Auch als Schulungstool für Bediener und Programmierer ist die digitale Maschine hilfreich.‣ weiterlesen

ISPE, APV, Concept Heidelberg und die VDI/VDE Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik richten am 30. November bis zum 1. Dezember 2021 im Dorint Kongresshotel in Mannheim die 14. Offizielle GAMP 5 Konferenz aus.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige