Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Qualitätssicherung

Transparenz im Test

In der Qualitätskontrolle werden große Datenmengen abgegriffen, die zumeist lediglich für den rückwärtsgewandten Blick genutzt werden. MCD Elektronik hat eine Software entwickelt, mit der sich Trends früh ablesen lassen. So wird ein Blick in die Zukunft möglich.

Bild: MCD Elektronik GmbH

Eine effektive Qualitätskontrolle verlangt nach einer maßgeschneiderten Prüfstrategie. Das Prüfen auf eine schlichte Ja-Nein-Entscheidung zu begrenzen, wäre ein Versäumnis, denn die Prüfeinrichtungen liefern oft eine Fülle nützlicher Daten. Gemessene Ströme und Spannungen geben unmittelbar Aufschluss über das Verhalten elektrischer und elektronischer Bauteile oder verweisen auf das Verhalten anderer Komponenten. So kann zum Beispiel die Stromaufnahme eines Elektromotors Hinweise auf den Zustand seiner Lager geben. Prüfplaner ziehen über das Messen und Aufzeichnen physikalischer Größen Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit des Test-Kandidaten. Sehr interessant ist es dabei, früh Veränderungen zu erkennen, also das langsame Wegdriften von Messwerten, zunächst noch so gering, dass der Prüfling den Test besteht. Die Extrapolation solcher Trends aber erlaubt Hinweise auf ungünstige Entwicklungen. Das betrifft auch die Testeinrichtung selbst. Die allmähliche Drift eines wichtigen Parameters kann ein Hinweis auf Material- oder Fertigungsfehler sein. Es kann aber auch sein, dass in der Prüfeinrichtung ungewollte Veränderungen ablaufen.

Excel-Charts gegen Datenflut

Im Testbetrieb fallen Unmengen von Daten an. Viele rücken der Datenflut mit selbst erstellten Excel-Charts auf den Leib. Die Auswertungen, deren Qualität stark vom Talent des Erstellers abhängen, haben den Nachteil, dass sie eine rückwärtsgewandte Sicht bieten. Der Messtechnik-Anbieter MCD Elektronik hat mit dem ‚Datenmanager‘ ein Werkzeug für Testingenieure und deren Kollegen aus der Fertigung entwickelt. Der ‚Datenmanager‘ kann in direkter Verbindung mit dem ‚Testmanager‘ betrieben werden. Zahlreiche Schnittstellen erlauben auch die Verbindung zu anderen Testumgebungen. Das Programm analysiert die Messwerte und generiert Statistiken und Berichte. Durch die Verwendung einer Real Time Database steht die Auswertung der Messdaten nach kurzer Bearbeitungszeit nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Die Auswertung erfolgt entweder benutzergesteuert oder automatisiert. Umfangreiche Filterfunktionen erlauben verschiedene Sichten auf das Datenmaterial. Ein SQL-Interface erlaubt darüber hinaus den direkten Zugriff und ermöglicht so nicht standardisierte, anwenderspezifische Abfragen und Auswertungen. Zu den wichtigsten statistischen Auswertungen des Werkzeugs gehören die Statistik der Testergebnisse und der Testdauer, die Fehlerstatistik (Häufigkeit/Verteilung), die Statistik der Messwerte (Verteilung/Varianz) sowie die Analyse der Maschinen und Prozessfähigkeit (gemäß den Kunden-Algorithmen).

Integriertes Reportmodul

Für viele Unternehmen ist wichtig, das Erscheinungsbild von Berichten an eigene Vorgaben anpassen zu können. Das integrierte Reportmodul unterstützt Nutzer bei der Gestaltung eigener Auswertungen. Auch der Export in übergeordnete Management-Systeme ist möglich; dazu stehen Formate wie Word, Excel, PDF, Text, XML, HTML zur Verfügung. Umgekehrt kann die Lösung auch von anderen Anwendungen ferngesteuert werden. Eine integrierte Scriptengine ermöglicht die automatisierte Erstellung und Speicherung aller Auswertungen und Reports. Außerdem stehen die Daten als Web-Reports an beliebigen Online-Arbeitsplätzen zur Verfügung. Unterschiedliche Situationen verlangen nach speziellen Sichten auf die Daten. Dazu bietet die Lösung eine Reihe von Filtern, darunter die Seriennummer des Prüflings, der Test-Modus, die Dauer des Tests oder ein bestimmtes Zeitfenster. Die Ergebnisse werden in Listenform oder graphisch dargestellt.

Neben der Verfügbarkeit aktueller Messdaten bietet die ‚Trendanalyse‘ einen Blick in die Zukunft. Dazu errechnet die Software eine Trendkennzahl über statistische Algorithmen. Diese Kennzahl soll Entwicklungen und Veränderungen des Fertigungs- oder Prüfprozesses frühzeitig aufzeigen. Christian Schmidt, bei MCD für das Softwareproduktmanagement verantwortlich, sagt: „Die Trendanalyse macht ein frühzeitiges Reagieren durch Korrekturen am Fertigungsprozess oder an der Prüfeinrichtung vor einem Ausfall des Prüflings möglich.“ Für die Trendanalyse erfolgt zunächst eine statistische Bewertung und Filterung der einzelnen Messungen. Es werden nur Geräte analysiert, welche als ‚Pass‘ geprüft wurden, um durch tatsächliche Fehler den Trendverlauf nicht zu verfälschen. Die Trendanalyse kann auf einstellbare Bereiche festgelegt werden, unterschiedliche Bereiche können verglichen werden, wie zum Beispiel komplette Produktion, Unterscheidung einzelner Anlagen, unterschiedlicher Gerätetypen, unterschiedlicher Zeiträume, verschiedener Aufträge sowie verschiedener Chargen des Produktionsmaterials.

Gewichtete Approximation

Die Analyse erfolgt durch eine gewichtete Approximation der Messwerte. Hier spielen Zeitpunkt der Messung, Abweichung vom Soll- beziehungsweise Mittelwert und Streuung der Werte die ausschlagegebende Rolle. Der Algorithmus erkennt, wenn eine laufende Produktion die eingestellten Grenzwerte durchbricht. Neben der reinen Trendanalyse ist auch der statistische Vergleich von Messgrößen wichtig. Hierzu bietet der Datenmanager die Möglichkeit, Messwerte zu vergleichen, automatisch die Grenzwerte für einen Messpunkt zu optimieren und die dadurch entstehenden Ergebnisse über die gesamte Fertigung zu simulieren.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mit ihren Systemen rund um Dämpfe, Gase und Ventile spielt die GEMÜ Gruppe weltweit in der ersten Reihe. Als digitaler Knotenpunkt dient das ERP-System PSIpenta. Dessen Module zur adaptiven Produktionsplanung- und Steuerung verhelfen dem Familienunternehmen über Werks- und Landesgrenzen hinweg zu fast hundertprozentiger Liefertermintreue.‣ weiterlesen

Aus dem Industrie-4.0-Barometer der Management- und IT-Beratung MHP geht hervor, dass sich die Position eines CIO in der Geschäftsführung positiv auf Umsetzung von Industrie-4.0-Ansätzen auswirkt.‣ weiterlesen

Durch die Pandemie und durch die Digitalisierung steigt der Innovationsdruck auf die deutsche Industrie. Wie die aktuelle CGI-Studie zeigt, können agile Unternehmen besser mit den damit verbundenen Herausforderungen umgehen.‣ weiterlesen

Das Internet der Dinge bringt physische und digitale Welten zunehmend zusammen. Schon längst geht es nicht mehr nur um die pure Vernetzung von Geräten, sondern um Systeme, die Menschen, digitale Lösungen und Objekte aus der realen Welt verknüpfen.‣ weiterlesen

Kooperationen mit Technologie-Startups bieten für etablierte Unternehmen Chancen, um die digitale Transformation zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch selbst wenn große Organisationen schon mit jungen Firmen kooperieren, nutzen sie das Potenzial dieser Zusammenarbeit oft kaum aus.‣ weiterlesen

231.000 offene Stellen weniger als im vierten Quartal 2019 verzeichnet das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in der aktuellen Stellenerhebung. Demnach ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem dritten Quartal 2020 jedoch gestiegen.‣ weiterlesen

Die vermehrte Arbeit im Homeoffice reduziert die CO2-Emissionen, die beispielsweise durch Pendeln entstehen. Auf der anderen Seite steigt der Stromverbrauch zuhause. Wie dieser reduziert werden kann, zeigen Tipps der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung.‣ weiterlesen

Nach 90,3 Punkten im Januar ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar gestiegen. Die Unternehmen schätzen dabei nicht nur die aktuelle Lage besser ein sondern sind auch mit Blick auf die kommenden Monate weniger pessimistisch.‣ weiterlesen

Festo ist ein weltweit agierender Hersteller von pneumatischer und elektrischer Steuerungs- und Antriebstechnik. In der Produktentwicklung werden die Weichen gestellt, um dem hohen Innovationsdruck standzuhalten. Den Bau der Funktionsprototypen unterstützt der Zulieferer Facturee mit passgenauem Zuspiel von gespanten Einzelteilen.‣ weiterlesen

Die weltweite Corona-Krise hat auch zu hohen Exporteinbußen der Maschinen- und Anlagenbauer geführt. Im Jahr 2020 wurden aus Deutschland Maschinen und Anlagen im Wert von 160 Milliarden Euro exportiert und für 67 Milliarden Euro importiert.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige