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Qualitätsmanagement für die Produktentstehung

Entwicklungsprozesse messbar machen

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Kennzahlen-Analyse am Beispiel des Prozesses ‚Änderungsmanagement‘: Change-Requests werden im Hinblick auf Änderungsgrund, Komponenten, Projekt und Unternehmensbereichs klassifiziert und über Phasen des PEP aufsummiert. Bild: Transcat PLM

Den passenden Maßstab finden

Neben der Auswahl der richtigen KPIs für ein Unternehmen ist auch deren Bewertung entscheidend. KPIs sind entweder absolute Zahlenwerte – beispielsweise als Anzahl redundanter Aufträge – in Abhängigkeit von etwa Zeit oder Lebenszyklusphase. Als weitere Möglichkeit umfassen die Kennwerte eine Formel mit einer Abhängigkeit etwa der Zeit oder Lebenszyklusphase, oder es handelt sich um Beziehungszahlen, die zwei Größen zueinander in Beziehung setzen – zum Beispiel einen Soll-Ist-Vergleich. Außerdem empfiehlt es sich, mehrere KPIs zu einem Indexindikator in Abhängigkeit der Zeit, Lebenszyklusphase oder anderen Größen zusammenzufassen, was die Ist-Aufnahme erheblich erleichtert.

Somit kann der Datenbestand für die Ist-Aufnahme auf wenige Schlüsselkennzahlen reduziert werden. Daher hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, rund 20 KPIs für diese Prozesse in einem entsprechenden Werkzeug zu entwickeln. Die Beschreibung der einzelnen Größen erfolgt in Anlehnung an das Einheitsblatt VDMA 66412-1 ‚MES-Kennzahlen‘. Bei der Interpretation der Bewertung einiger KPIs kann die Initiative Erfahrungsregeln und -werte zur Verfügung stellen. Jedoch müssen die meisten KPIs mit absoluten Zahlenwerten unternehmensspezifisch ausgewertet werden, da beispielsweise kein Unternehmens-, Branchen- oder Geschäftsmodellvergleich erfolgen kann. Schließlich kann sich die Bewertung von Aussagen wie ‚Anzahl der durch Voranalyse erkannten redundanten Aufträge = 300‘ abhängig von der Unternehmensgröße erheblich unterscheiden.

Aussagekräftige Zielwerte ermitteln

Des Weiteren umfasst die Initiative das Erstellen von KPIs mit Vorgabe- und Zielwerten. Aus Consulting-Projekten konnte das Problem identifiziert werden, dass sich solche Werte meistens auf statistische Daten aus der Vergangenheit stützen und gegebenenfalls mit einem Zuschlag versehen werden. Diese Erfahrungswerte sind aber meist willkürlich gewählt und daher für exakte Auswertungen unbrauchbar. Zielwerte sollten vielmehr auf Recherchen über Daten von einem bereits vorhandenen Managementinformationssystem, den Aktivitäten der wichtigsten Konkurrenten sowie einer Studie von Benchmark-Firmen beruhen, die auch in einer ganz anderen Branche tätig sein können.

 

Hintergrund: Kennzahlen und Indikatoren

Kennzahlen geben komplexe Sachverhalte – zum Beispiel die Früherkennung versehentlich redundanter Anträge – in einfacher und verdichteter Form wieder. Mit Hilfe von Kennzahlen wird vorhandenes Zahlenmaterial geordnet und in sinnvolle und aussagekräftige Kenngrößen verdichtet, damit die relevanten und quantifizierbaren Sachverhalte der jeweiligen Verwaltung in konzentrierter Form zum Ausdruck kommen. Ein Indikator ist eine Kennzahl, die vom Anwender anhand vorgegebener Werte interpretiert werden kann.

Key Performance Indicators (KPIs) werden in der Betriebswirtschaftslehre allgemein als Kennzahlen bezeichnet, die sich auf den Erfolg, die Leistung oder Auslastung des Betriebs, seiner einzelnen organisatorischen Einheiten oder einer Maschine beziehen. Diese Definition kann auch auf das Umfeld in der Produktentwicklung übertragen werden: Der Fokus liegt hier auf dem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP), der durch Reorganisation, verbesserter Methoden- und Systemeinsatz von CAx- oder PDM-Systemen sowie Schulungen zu erreichen ist. Damit dient ein KPI als Basis für Entscheidungen etwa in den Bereichen Problemerkennung, Darstellung und Informationsgewinnung, zur Kontrolle im Rahmen von Soll-Ist-Vergleichen, zur Dokumentation und zur Koordination beziehungsweise Verhaltenssteuerung wichtiger Sachverhalte und Zusammenhänge im Unternehmen.


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