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Qualitätscontrolling

Nachhaltige Qualität als Managementaufgabe

Die Absicherung von Projekt-, Prozess- und Produktqualität ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Daher beziehen viele Betriebe Qualitätsprozesse bereits frühzeitig in die Projektplanung ein. Für ein erfolgreiches Qualitätsmanagement ist aber auch das Controlling mit Kennzahlen im Rahmen von 8D-Prozessen ein wichtiges Werkzeug.



Bild: BBR

Es gilt im Industriebetrieb nicht nur, ‚gute‘ Produkte oder Prozesse entwickeln zu wollen, sondern die Qualität muss messbar gemacht werden. Nur so entsteht eine belastbare Basis für die Beurteilung und Verbesserung. Bei der Ermittlung entsprechender Kennzahlen kann auf Computer Aided Quality Assurance (CAQ) spezialisierte Software als Teil eines Qualitätscontrollings zur Steuerung und frühen Reaktion auf Abweichungen dienen. Gerade bei Projekten ist wichtig, eine gute Planung aufzubauen. Das aus der Automotive-Industrie bekannte ‚Advanced Product Quality Planning‘ (APQP) liefert dazu ein wegweisendes Beispiel. Dabei wird oft verstanden, dass Aktivitäten und Meilensteine zur Produkt- und Prozess-Entwicklung geplant werden müssen, selten findet sich aber eine Umsetzung des Qualitätsreportings mit aussagefähigen Kennzahlen und den sogenannten Lessons Learned.

Doch gerade bei Störungen und Abweichungen ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Aus Managementsicht besonders zentral ist eine Darstellung über mehrere Projekte, die sogenannte Multiprojektansicht, welche etwa die Software CAQ=QSYS des Anbieters IBS AG unterstützt.

Risikobetrachtung als essenzieller Baustein

Verschiedene, branchenspezifische Regularien sowie die ISO 9001 fordern dabei ein systematisches Vorgehen zur Einschätzung von Risiken. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Vermeidung eines Fehlers oft zehnmal weniger kostet als dessen Beseitigung. Vor diesem Hintergrund lässt sich das ebenfalls in der Automobilbranche bewährte Vorgehen der Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse (FMEA) auf ganze Systeme genauso anwenden wie auf Produkte und Prozesse. Fachleute bewerten so mögliche Risikofälle nach einem einheitlichen Verfahren. Als Ergebnis erhält das Management valide Informationen über verbleibende Risiken, um Entscheidungen abzusichern.

Vom Produktionslenkungsplan zum Prüfauftrag

Als wesentlicher Eckpunkt aller Planungstätigkeiten dient ein Dokument, das wie ein Kochrezept beschreibt, was man wie tun muss, um den Erfolg einer Produktion sicher zu stellen: Der Produktionslenkungs-/Kontrollplan enthält für jedes Merkmal Lenkungsmaßnahmen, Prüfmaßnahmen und Reaktionspläne. Dabei beschreiben die Lenkungsmaßnahmen qualitätsrelevante Maschineneinstellungen und Prozessvorkehrungen. In den Prüfmaßnahmen ist ersichtlich, was in welchem Stichproben-Umfang mit welchen Mitteln wie oft geprüft werden soll. Soweit Prüfungen nicht vorgeschrieben sind, ist es sinnvoll, gezielt dort zu investieren, wo die vorhergehende Risikobetrachtung dies gerechtfertigt erscheinen lässt. Der Prüfplan zieht dazu zu prüfende Elemente aus dem Produktionslenkungs-/Kontrollplan und stellt sie nach Arbeitsplätzen und -gängen sortiert dar. Reaktionspläne stellen klar, wie auf Abweichungen oder Störungen zu reagieren ist. So lassen sich Schäden begrenzen und einer Verschleppung von Fehlteilen vorbeugen.

Steht zudem eine Schnittstelle zum Electronic Resource Management-System (ERM) zur Verfügung, können die Angaben des Prüfplans mit Auftragsdaten verknüpft werden. So entsteht ein individueller Prüfauftrag mit Angaben zu Arbeitsplatz, Prüfpersonal und Prüfdatum, Chargen- oder Auftragsnummer. Auf diesem kann das Prüfergebnis zurück gemeldet werden, sodass eine nachvollziehbare und rückverfolgbare Prüfentscheidung entsteht. Bei Nutzung einer CAQ-Software ist es so auch möglich, Auswertungen für KVP-Prozesse oder Qualitätszirkel zu generieren, die Trends, Mittelwerte oder statistische Daten enthalten.


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