Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Prozessoptimierung

Ändern mit System

Mit einer Software bis an den Produktionsprozess zu integrieren, war etwa für Papiermacher vor einigen Jahren noch unvorstellbar. Hinter Schlagworten wie permanente Verfügbarkeit, Sicherheit, Funktionalität und Kosten standen scheinbar unüberwindbare Hürden. Doch wo steht die Technologie heute?

Bild: T.Con GmbH & Co. KG

Informationen online und bereichsübergreifend zu nutzen, birgt Potential zur Wertschöpfung. Unternehmen mit einer Enterprise Resource Planning-Lösung haben begonnen, sie zu erschließen. Eine horizontale Integration der Fachbereiche muss hierfür oft um die vertikale Integration in die Produktion ergänzt werden. Genau das sind auch Kernelemente von Industrie 4.0, wobei über die Vernetzung der Wertschöpfungsketten zu -netzwerken neues Potential entstehen kann. In der Produktion entstehen Daten, die andere Bereiche zur Optimierung benötigen. Stellt man diese ‚intelligent‘ zur Verfügung und vernetzt die Systeme, ist ein Unternehmen der Vision einer Industrie 4.0 schon einen Schritt näher. In der operativen Planung, im Handling und bei strategischen Maßnahmen über Abteilungsgrenzen hinweg liegt weiteres Potential. Eine flexible, nahtlose Integration kann helfen, dieses zu heben. Hier kommen Enterprise Resource Planning-Systeme (ERP) wie SAP ERP als ‚gemeinsame Sprache‘ ins Spiel, das abgelegte Daten validiert und für alle verwendbar macht.

Beispiel Paper-Industrie

Ein Papiererzeuger will zum Beispiel nach ISO50001 Energiemanagement betreiben. Es ist bekannt, welche Daten dazu erfasst werden müssen, aber bei der Umsetzung stellt sich heraus, dass die technische Anbindung der Zähler nicht ausreichend oder aus Kostengründen nicht sinnvoll ist. Ein modular aufgebautes und in das ERP-System integriertes Manufacturing Execution System (MES) kann die notwendigen Daten kontinuierlich erfassen, validieren und durch Produktionsinformationen zuordnen. Diese Validierung und Zuordnung zu den ‚produktionstechnischen‘ und ‚logistischen‘ Informationen bringt den Mehrwert bei der anschließenden Verwendung. Zentrale Informationsdrehscheibe könnte hier das ERP-System sein, wo die Erkenntnisse auch zur Anpassung des Belegungsplanes verwendet werden können, oder der Belegungsplan für die Prognose des Energiebedarfs.

Integration bleibt fordernd

Ist die Integration eines MES in die ERP-Welt oft standardisiert, ist die Anbindung in der Fließfertigung meist noch komplexer. Es gibt viele technischen Optionen, von denen sich einige langsam als Standards durchsetzen. Grundlage, sofern nicht direkt eine Prozesssteuerung vorgenommen wird, ist die technische Anbindung via TCP/IP. Aktuell wird hierfür mit Universal Machine Connectivity for MES (UMCM) ein neuer Standard vorbereitet, der für die Belange der Kommunikation von MES-Systemen mit dem Shopfloor-Equipment optimiert wurde. Um das MES und die übergelagerten Systeme zu unterstützen, ist die ‚Online‘-Verfügbarkeit der Kommunikation zu den Prozessdaten wichtig. Große Mengen von Prozess- oder Qualitätsdaten zu transferieren ist sinnvoll, wenn diese auf der Prozessseite nur für kurze Zeit verfügbar sind. Ansonsten ist auch die Kumulation zu Kennzahlen möglich; der Zugriff zu den Detaildaten kann später erfolgen.

Vorteile versprechen standardisierte Verbuchungsplattformen sowie ein zentrales Schnittstellenmonitoring, wodurch der Support sichergestellt werden soll. Die Implementierung eines MES hängt hauptsächlich vom System und vom Wissen samt Transfer innerhalb des Projektteams ab. Die Implementierungssicherheit des Systems kann durch die Verwendung von Produktstandards, vordefinierte Templates und Workflows verbessert werden. Ein weiterer Faktor ist die Reduktion und Standardisierung der Schnittstellen zu angrenzenden Systemen. In den letzten Jahren haben sich durch Fortschritte hinsichtlich der Konfigurierbarkeit vieler Systeme agile, kostentransparente Modelle aufgetan. Die Frage nach dem strategisch passenden Ansatz ist zentral, auch weil ‚Industrie 4.0‘ kein Lösungsmodell sondern vor allem einen Weg zum Ziel beschreibt. Künftige Herausforderungen werden sowohl in der Vernetzung zwischen Geschäftspartnern und der Flexibilität des Wertschöpfungsnetzwerkes liegen.

Plattform zur Verbesserung

Es geht darum, ein System aufzusetzen, das als Plattform zur Optimierung der Prozesse und der Kommunikation auch zukünftig genutzt werden kann. Ein Optimieren im Wertschöpfungsprozess geschieht dadurch, dass bereitgestelltes Wissen den Mitarbeiter veranlasst, Prozesse zu ändern. Dieses Modell wird sich mit zunehmender Erfahrung der Anwender in das System selbst verlagern, was wiederum Mitarbeitern Raum auf der ‚Open Innovation‘-Ebene geben dürfte, auf der die interaktive Wertschöpfung stärker in den Mittelpunkt rückt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Bei allen Vorteilen, die Industrie-4.0-Technologien mit sich bringen, muss zunächst auch eine leistungsstarke digitale Infrastruktur vorhanden sein. Sie muss große Volumen an Sensordaten schnell, sicher und ortsunabhängig übertragen und auswerten können. Mit dem Rückgriff auf externe Partner erhalten Firmen eine solche Infrastruktur - und gleichzeitig Zugang zu einem erweiterten Ökosystem.‣ weiterlesen

Im nordrhein-westfälischen Düren findet sich die vermutlich einzige professionelle Wurmzucht Deutschlands - und die wahrscheinlich am weitesten automatisierte weltweit. Die nötigen Anlagen dafür wurden vom Unternehmer selbst in bester Daniel-Düsentrieb-Manier entwickelt und gebaut - mit einem Fokus auf kostengünstige, aber zuverlässige Automatisierungstechnik.‣ weiterlesen

Die Hoffmann Group hat auf der Emo 2019 erstmals ihr Hoffmann Group Tool Management gezeigt. Mit der Software können kleine und mittelgroße Betriebe ihre Werkzeuge verwalten und deren Einsatz planen.‣ weiterlesen

Der Autobauer Porsche hatte am Dienstag mit einem zeitweisen Stillstand in seiner Produktion zu kämpfen. Grund dafür war ein Serverausfall.‣ weiterlesen

Software für das Product Lifecycle Management (PLM) ist eine substanzielle Investition in die Zukunft. Die Frage nach ihrer Wirtschaftlichkeit beschäftigt deshalb alle Unternehmen - und ist nach heutigem Kenntnisstand gut zu beantworten.‣ weiterlesen

Der Einsatz des digitalen Zwillings verspricht vielfältige Potenziale für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. Im Rahmen einer Befragung der Managementberatung Detecon halten die Studienteilnehmer vor allem den Unternehmensübergreifenden Einsatz für erfolgversprechend.‣ weiterlesen

Auf insgesamt 8.400m² errichtet Wibu System zwei neue Gebäude. Das eine soll zukünftig als Unternehmenssitz dienen, das andere soll als House of IT Security u.a. die Zusammenarbeit mit Startups fördern.‣ weiterlesen

Mehr Fachbesucher und eine größere Ausstellerzahl: Die IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg hat mit ihrer diesjährigen Ausgabe neue Bestmarken erzielt.‣ weiterlesen

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie sind im August 2019 um 6,7% gegenüber Vorjahr zurückgegangen. Die Inlandsbestellungen gaben um 9,6 und die Auslandsbestellungen um 4,5% nach. Im Gesamtzeitraum von Januar bis August dieses Jahres lagen die Auftragseingänge damit 1,6% unter Vorjahr. Hier bestellten inländische Kunden 1,1 und ausländische 2,1% weniger.‣ weiterlesen

Der Anteil der deutschen Unternehmen, die 3D-Druck einsetzen, ist zwar im Vergleich zum Jahr 2016 gestiegen – von 37 auf 63 Prozent. Eine Führungsposition hat Deutschland in der Studie des Beratungsunternehmens EY eingebüßt.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt 'Instant Factory Maps' des Instituts für Integrierte Produktion Hannover IPH werden Fabriklayouts per Kameradrohne erfasst. Bei einem kurzen Rundflug durch die Fabrik nimmt die Drohne Tausende Fotos auf, die eine Software automatisch zu einem dreidimensionalen Layout zusammensetzt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige