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Prozessabwicklung im Kompaktlager

Von der Avise bis zur Auslagerung

Der Automationsgrad in der Lagerverwaltung hat zugenommen. Gleichzeitig gewinnt Software zur Steuerung komplexer Warenflüsse an Bedeutung: Über die Anbindung der Automatisierung per OPC sowie die Integration mobiler Datenerfassung werden leistungsfähigere Systeme umgesetzt als noch vor wenigen Jahren.

Bild: SMB

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Lagerverwaltung elementar verändert. Mit neuen Entwicklungen in der Lagertechnik geht auch die Neu- und Weiterentwicklung entsprechender Software einher: Heute lösen Rechner im Zusammenspiel mit der zunehmend automatisierten Lagersteuerung zeitaufwändige manuelle Vorgänge ab. Zusammen mit ihren aktuellen Kompaktlagern, die mit einem Truck-Shuttle-System auf jeder Ebene arbeiten, bietet daher die SMB International GmbH auch eine weiterentwickelte Lagerverwaltung an. Durch die elektronisch gesteuerte, parallele Ein- und Auslagerung von Paletten in vertikaler und horizontaler Richtung werden Beleggrade von bis zu 95 Prozent erreicht. Derzeit lassen sich so bis zu 900 Paletten pro Stunde bewegen.

Automatisierungsanbindung via OPC-Standard

Das System wurde in der Programmiersprache ‚Borland Delphi‘ erstellt. Die Software verwendet Oracle als Datenbank und läuft auf einem eigenen, per Netzwerk ansprechbaren Datenserver, auf dem auch das Backup stattfindet. Auf die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) des Kompaktlagers greifen Anwender der Software über einen softwarebasierten OPC-Server zu, welcher das Verbindungsglied zwischen Software und SPS darstellt.

Die Software unterstützt die sorten- und chargenreine Einlagerung und Lagerplatzoptimierung durch die automatische Verteilung der Paletten über alle Ebenen genauso wie die Verfügbarkeitssicherung bei Störungen. Durch die Anbindung von Mobilgeräten wie Funkscannern können Mitarbeiter zudem direkte Rückmeldung über den Status von Produkt oder Material erhalten.

Über eine Suchfunktion nach Artikel, Barcode oder interner Transport-ID finden Bediener schnell alle Paletten. Die Auslagerung geschieht nach dem First-In-First-Out-Prinzip (FIFO). Reportfunktionen, Inventurlisten, Statusanzeige und Störungsanzeige der Lagerebenen ergänzen den Funktionsumfang des Systems.

Lagerverwaltung mit drei Software-Modulen

Das Lagerverwaltungsprogramm besteht aus drei Modulen: Das erste importiert Avisen für geplante Ein-, Um- und Auslagerungen. Dazu wird eine überlagerte Datenbank nach aktuellen Informationen überprüft, diese anschließend in das eigene Format der Lagersoftware gewandelt und in Oracle gespeichert. Dazu ist kein Benutzereingriff notwendig. Als zweiter Bestandteil stellt der Programmteil des Eingabemoduls den Lagerbestand in Tabellen- und grafischer Form dar.

Das System zeigt dazu die offenen, in Arbeit befindlichen und die fertigen Ein- und Auslageravisen an; gleichzeitig stehen Report- und Inventurfunktionen für den Anwender zur Verfügung. Wichtigster Faktor ist, dass Auslagerungen manuell gestartet werden können, indem der Anwender nach Auswahl einer Zielrampe die Auftragsnummer der Auslagerung per Tastatur oder über einen kabelgebundenen Barcodescanner in das Eingabefeld übertragen. In einer Statusanzeige informiert das System, ob und in welcher Ebene eine Palette mit den geforderten Auswahlkriterien der Avise gefunden wurde und markiert diese als Auslagerung.

Belegung und Materialwege im Blick

Das dritte Modul schließlich sorgt für die Verwaltung der Lagerplätze, die Vergabe von Lagerplätzen bei der Ein- und Umlagerung und übernimmt zudem die Kommunikation mit SPS und Funkscannern. Die Lösung zeigt den Status der Ebenen und deren Fehlermeldungen an und führt Protokoll über alle Palettenbewegungen. Mit dem Scannen der Palette und des Übergabeplatzes als Bestätigung des Einlagervorgangs ist eine kontinuierliche Inventur gegeben, die das Finanzamt in dieser Weise als Jahresinventur anerkennt. Das Anbieterunternehmen entwickelt die Software ständig weiter, um die Lösung hinsichtlich Bedienbarkeit und veränderten Betriebsbedingungen an den aktuellen Bedarf von Industriebetrieben anpassen zu können. Geplant ist derzeit unter anderem, auch Datenbanken wie My SQL und Firebird in die Lösung zu implementieren.

 

900 Paletten in einer Stunde bewegen

Bild: SMB

Abfüll- und Fördertechnik heißen die Arbeitsschwerpunkte des Quickborner Unternehmens SMB. Neueste Konstruktion ist das vollautomatische Kompaktlager. Mit diesem System lassen sich Lagerkapazitäten effizienter nutzen – nach Anbieterangaben wird so ein Beleggrad von bis zu 95 Prozent erreicht. Das ist möglich, weil das Lagersystem auf mehreren Ebenen gleichzeitig eine elektronisch gesteuerte Ein- und Auslagerung von Paletten in vertikaler und horizontaler Richtung ermöglicht. Je nach Anzahl der eingesetzten Bediengeräte können bis zu 900 Paletten in einer Stunde computergesteuert bewegt werden – bei vergleichsweise niedrigem Personaleinsatz. Für ein westfälisches Unternehmen errichtete die SMB bereits ein Kompaktlager dieser Art. Derzeit arbeitet die Quickborner Firma an Projekten für Lagergrößen von bis zu 100.000 Paletten-Stellplätze.


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