Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Produktivitätssteigerung durch Variantenmanagement

Handgefertigte Lightweight-Laufräder müssen auf die individuellen Anforderungen der Hochleistungssportler anpasst sein. Der Hersteller Carbo Fibretec legt beim Einsatz von Unternehmenssoftware daher besonderen Wert auf Funktionen zum Variantenmanagement.

Bild: Carbon Sports GmbH

Laufräder aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen werden nicht mehr ausschließlich von Radfahrprofis eingesetzt, sondern finden zunehmenden Absatz bei Triathleten, Amateuren oder Hobbyfahrern. Die zur Wissler-Gruppe gehörenden Carbo Fibretec entwickelt und produziert im Verbund mit anderen Unternehmen der Gruppe ultraleichte Laufräder und lässt sie durch die 2004 gegründete Schwestergesellschaft Carbon Sports GmbH vertreiben.

Die Produkte werden nach ähnlichen Qualitätsstandards von Hand gefertigt, wie sie in der Luft- und Raumfahrtindustrie realisiert werden. „Ein perfektes Laufrad muss leicht, steif und aerodynamisch zugleich sein. Unsere Kunden fragen von Jahr zu Jahr immer mehr Produktvarianten nach. Um diese Anforderungen erfüllen zu können, muss unsere Produktion entsprechend flexibel gestaltet sein. Flexibilität bedeutet bei uns schnelle und zuverlässige Informationen über und für jeden einzelnen Kundenauftrag, Reaktions- und Lieferschnelligkeit trotz Realisierung von Sonderwünschen“, sagt Ulrich Körber, Leiter des Innendienst bei Carbon Sports.

Die bislang eingesetzte Unternehmenssoftware konnte hinsichtlich ihrer Funktionen in der Auftragsbearbeitung, bei der Abbildung und Fertigung der komplexer werdenden Produktpalette nur eingeschränkte Unterstützung leisten. Diese Herausforderung sollte nun eine integrierte betriebswirtschaftliche Standardsoftware lösen.

Effizienzsteigerung durch Variantenmanagement

„Nicht nur wegen der bereits in anderen Unternehmen der Wissler-Gruppe eingesetzten ERP/PPS-Systeme der APS Delta GmbH fiel die Entscheidung auch bei uns auf Issos Pro – den Ausschlag gaben neben der Funktionalität insbesondere die Flexibilität und der integrierte Variantengenerator“, sagt Ulrich Körber. Mit dem Modul ‚Variantensystem‘ lassen sich Basisprodukte über Sachmerkmale definieren, die bei allen Produkten vorhanden sind, aber unterschiedlich ausgeprägt sein können. Anhand dieser Merkmale errechnet die Software jeweils das Endprodukt, indem es die entsprechenden Baugruppen kombiniert. Parallel dazu führt die Anwendung eine Plausibilitätskontrolle durch und ermittelt, ob die erwünschte Kombination technisch überhaupt möglich ist.

Zusammenspiel von Handarbeit und Technologie

Die rund 60 Mitarbeiter der Carbo Fibretec und Carbon Sports GmbH setzen bei den Fertigungsschritten auf aktuelle Technologie. Dennoch werden die 25 bis 30 Laufräder, die an einem Tag durchschnittlich hergestellt werden, überwiegend in Handarbeit gefertigt. Die angebotenen Varianten und Sonderwünsche hatten im alten EDV-System die Teilestammdaten anwachsen lassen: Neben den Kunden- und Lieferanten-Stammdaten mussten rund 1.100 Artikelstammsätze, jeweils in deutsch und englisch, sowie mehrere hundert Stücklistensätze verwaltet werden. In der neuen Lösung hat sich die Zahl der zu bearbeitenden Varianten auf rund 200 reduziert, die in 30 Basisartikeln in einer Baukastenstückliste abgebildet werden. So konnte das Unternehmen die Verwaltung von Kundenwünsche deutlich vereinfachen.

Daten aus der Stückliste als Arbeitsgrundlage

Auf Basis der Angaben in der ‚Listbox‘ liegt schon nach der Auftragserfassung eine vom System generierte Stückliste vor. Diese Strukturstücklisten sind mit bis zu fünf Stufen tief gestaffelt, der erfasste Informationsgehalt kann auf unterschiedliche Weise genutzt werden: Zum einen können durch die vollständige Abbildung der Laufräder die Daten der Fertigung und Materialwirtschaft als Arbeitsgrundlage dienen. Zum anderen eröffnet die Darstellung einen Blick auf die Strukturen des technologischen Flusses innerhalb der Fertigung.

Auf Basis der Stücklisten werden Werkstattaufträge gebildet und mit dem Arbeitsgang erläuternden Zusatzinformationen an den Arbeitsplatz in der Produktion gegeben. „So lassen sich sämtliche Sachmerkmale beziehungsweise Produktausprägungen frei beschreiben und nach Bedarf ändern. Da alle Aufträge jederzeit modifiziert und auch bestellte Komponenten neu zugeordnet werden können, werden sämtliche Ressourcen besser ausgelastet und die Produktion deutlich effizienter“, sagt Andreas Schiwy, Leiter Einkauf und im Betrieb für die Unternehmenssoftware zuständig. „Neben der Einsparung unzähliger Stücklisten und Arbeitspläne für ähnlich gelagerte Aufträge verhindert die Anwendung außerdem, dass sich Fehler in die Unterlagen einschleichen, da einzelne Merkmale immer nur in bestimmten Ausprägungen vorkommen und sinnlose Angaben von der Systemlogik ausgeschlossen werden. Der vorgegebene Arbeitsablauf hat maßgeblichen Einfluss auf Transparenz und Effizienz der Fertigung und damit über die Herstellkosten auf die Wettbewerbsfähigkeit im hart umkämpften Markt.“

Höhere Durchgängigkeit der Fertigungsprozesse

Seit dem Beginn des Geschäftsjahres 2011/2012 ist die Software mit vorerst zehn Lizenzen im Einsatz. Ein weiterer Ausbau im Rahmen der Vernetzung mit weiteren Wissler-Unternehmen ist geplant, um Synergieeffekte innerhalb des Verbunds besser zu nutzen. „Positive Rationalisierungseffekte machten sich bereits kurz nach der Einführung der Lösung bemerkbar“, sagt der Einkaufsleiter. „Unsere Ziele wurden erreicht, die Geschäftsprozesse sind wesentlich transparenter geworden.“

Unverzichtbar erscheint Schiwy nach eigenen Aussagen inzwischen, dass zum Beispiel Basistypen mit allen Bestandteilen sofort bei der Auftragserfassung im Lager reserviert und gebucht werden und der Lagerbestand mit der Fertigmeldung aktualisiert wird. Der Fertigungsprozess wurde dabei kontinuierlicher, da nun alle für die Montage benötigten Teile effizient vorgehalten werden können. Dazu beitragen können selbst erstellte Auswertungen und Berichte, die sich aus der SQL-Datenbank erstellen lassen. Sämtliche in den Stammdaten erfassten Angaben zu Artikeln wie etwa Stücklisten oder Baugruppen lassen sich in individuelle Auswertungen aufnehmen.

Unternehmensabläufe mit niedrigem Aufwand im Griff

„Die Anwendung entlastet uns im Tagesgeschäft von Routinearbeiten“, sagt Ulrich Körber. „Wir können ganz eindeutig sagen, dass wir schneller und flexibler auf alle Kundenwünsche eingehen können. Das heißt konkret: Wir können mit minimalem organisatorischen Aufwand die Unternehmensabläufe besser kontrollieren.“ An vorderster Stelle stehe für ihn dabei die Erhöhung der Transparenz im Unternehmen: „Unser Arbeitsalltag ohne die Lösung wäre heute für uns unvorstellbar. Alle Geschäftsprozesse werden optimal unterstützt und alle im Unternehmen benötigten Daten und Informationen werden jederzeit und in jeder gewünschten Stufe zur Verfügung gestellt.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Siemens stellt das Vorstandsteam des Unternehmens zum Oktober neu auf. U.a. verabschiedet sich Digital Industries-CEO Klaus Helmrich in den Ruhestand.‣ weiterlesen

In der aktuellen Wirtschaftskrise rücken die industriellen Lieferketten in den Fokus. Dabei arbeiten die Unternehmen seit Jahren daran, mit Soft- und Hardware Transparenz und Effizienz in der Supply Chain herzustellen. Maximilian Brandl erläutert als neuer CEO des SCM-Spezialisten Salt Solutions, was das SAP Hana-Portfolio dabei leisten kann.‣ weiterlesen

Die durch Handelsstreitigkeiten und politische Verwerfungen geschwächte Weltkonjunktur wurde durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich getroffen. Das zeigt sich auch am deutlichen Orderminus im Maschinen- und Anlagenbau.‣ weiterlesen

Die Ansätze für industrielle Instandhaltung sind mal mehr und mal weniger geeignet. Das Ziel dabei: Instandhaltungs- und Produktionspläne möglichst in Einklang zu bringen. Da kommt Adaptive Maintenance Scheduling ins Spiel.‣ weiterlesen

Aimtec hat die neue Produktgeneration Sappy4x4 auf den Markt gebracht hat. Sie ist auf SAP S/4Hana vorbereitet, soll aber weiterhin an die Anforderungen spezifischer Prozesse in Automobil- (SappyCar) oder Fertigungsunternehmen (SappyManufacturing) anpassbar bleiben.‣ weiterlesen

ERP-Projekte müssen keine Ewigkeit dauern. In nur sechs Wochen implementierte Sven Mahn IT ein Dynamics 365 von Microsoft als Minimum Viable Product bei der jungen Sanivac GmbH. Das ging nur, weil die Teams beider Firmen eng und mit agiler Methodik kooperierten.‣ weiterlesen

Mit Alexander Kläger hat SAP Deutschland seit dem 1. August einen neuen Geschäftsführer. Der 49-Jährige ist seit 2012 für den Software-Konzern tätig.‣ weiterlesen

Der Werkzeughersteller Perschmann hat die Lösung Smartblick zur Erfassung von Maschinen-Leistungsdaten auf den Markt gebracht.‣ weiterlesen

In der Associazione Liutaria Italiana haben sich Geigenbauer, Wissenschaftler und Musiker zusammengeschlossen, um historische Instrumente zu erhalten und um moderne Nachfolger zu entwickeln. Mit Siemens-Software untersuchen die Experten die Klangqualität antiker Streichinstrumente und geben Herstellern Tipps zur Verbesserung ihrer Produktion.‣ weiterlesen

Zum 30. Juni nächsten Jahres wird Finanzvorstand Harald Fuchs das Softwareunternehmen PSI verlassen.‣ weiterlesen

Der Technologieanbieter Abbyy hat kürzlich NeoML vorgestellt, eine Open-Source-Bibliothek für die Erstellung, das Trainieren und die Bereitstellung von Machine-Learning-Modellen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige