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Produktionsnahe IT für den Einsatz im Fahrzeugbau

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Lean Production in der IT festschreiben

Der Traktorhersteller AGCO betreibt in seiner Fertigungsstätte ebenfalls eine Lösung des französischen Software-Herstellers, jedoch mit einer ganz anderen Zielsetzung: In Marktoberdorf bei München geht es nicht um die Koordinierung eines Produktionsnetzwerks, sondern um die höchstmögliche Flexibilität des Standorts. In dem Traktorenwerk gehen seit September 2012 jährlich 20.000 Traktoren vom Band. Dazu hat das Fertigungsunternehmen als größter Hersteller von Traktoren und zweitgrößter Anbieter von Landmaschinen einen Werksverbund realisiert. Die Anlagen sind auf ein schlankes Fertigungskonzept nach dem ‚Lean Production‘-Prinzip ausgerichtet und sorgen für geringe Lagerbestände, zügige Materialbereitstellung sowie die wandlungsfähige Produktionsumgebung. Mitarbeiter in der Produktion können jederzeit auf aktuelle Terminpläne zugreifen, Material bestellen, Probleme melden und Anleitungen sowie Spezifikationen direkt an ihrem Arbeitsplatz online abrufen. Das MES ist in diesem Kontext für die Echtzeiterfassung von Herstellungsdaten verantwortlich – etwa Beginn, Ende und Dauer der Auftragsausführung sowie Rüstzeit. So gestatten die Systeme eine zeitnahe Einsicht in Produktionstätigkeiten bis auf die Maschinenebene.

Auf dieser Basis können auch enge Zeitpläne unter sparsamem Ressourceneinsatz umgesetzt werden – bei Verkürzung der Brachzeiten. Auch Liefertermine von Zulieferern und Subunternehmen sind auf diese Zeitpläne abgestimmt, was sich in niedrigen Lagerständen bei hoher Werkstoff-Verfügbarkeit widerspiegelt. Das IT-System erfasst zudem Störmeldungen und Prozesswerte und leitet diese weiter, damit sich gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen einleiten lassen. Die Informationen können auch für Analysen sowie Prozessüberwachung und Qualitätskontrolle herangezogen werden. Das System enthält außerdem Dashboards, um Management und Mitarbeitern Produktionskennzahlen auszugeben. Auch Maschinenzustände und Produktionsabläufe werden innerhalb der Software dokumentiert und auf Wunsch über die angebundene Qualitätsmanagementlösung für Inspektionen und Ausschussanalysen bereitgestellt. Arbeitsaufträge lassen sich direkt vom Enterprise Resource Planning-System (ERP) – bei dem Traktorenhersteller kommt SAP ERP zum Einsatz – an das MES übertragen. So entsteht ein durchgängiger Regelkreis.

Höherer Durchsatz, niedrigere Kosten

Im Rückblick hat der Fertigungsbetrieb festgestellt, dass die Investitionen in das MES für eine deutliche Erhöhung der Gesamtproduktion gesorgt hat, ohne Einbußen bei der Effizienz zu verursachen. Diese Erkenntnis basiert auf der Auswertung von Kennzahlen über Produktionszeiten, variable und fixe Stückkosten sowie der Gewinnspanne. Eine neue IT-gestützte Instandhaltungsstrategie der Anlagen konnte zudem dazu beitragen, Stillstände und damit auch die operativen Kosten zu reduzieren.

Hilfestellung für agile Prozessgestaltung

Global standardisiert und dennoch flexibel produzieren – dieser Widerspruch lässt sich in vielen Bereichen mit passenden IT-Systemen und Prozessen abfedern. Es steht daher zu erwarten, dass die Bedeutung solcher Produktionsplattformen zunehmen wird: Im Automobilbau etwa gilt es am laufenden Band, neue technologische Komponenten in Fahrzeugen zu verbauen und die damit verbundenen Prozessveränderungen im Unternehmen umzusetzen. Ein Beispiel liefert der Trend zum vernetzten Fahrzeug: In diesem Zusammenhang halten Bauteile Einzug in die PKW-Produktion, die dort vorher nicht zu finden waren – etwa SIM-Karten für einen Internetzugang, neue Entertainmentsysteme und Antriebe. Auf diesen Handlungsfeldern können ME-Systeme Unterstützung leisten, um die Agilität und Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen zu verbessern.


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