Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Produktionsmanagement

Durchgängige Informationslandschaft in der Werkhalle

Die Frauenthal Automotive Elterlein GmbH konnte durch die Kombination von Betriebsdatenerfassung und Planungssoftware Betriebskosten reduzieren und Maschinenverfügbarkeiten verbessern. Die nun gewonnene Übersicht über das Fertigungsgeschehen öffnet auch Spielräume für nachgelagerte Projekte, etwa in Instandhaltung und Energiemanagement.

Bild: Frauenthal Automotive Elterlein GmbH.

Die Frauenthal Automotive Gruppe entwickelt und produziert an mehreren Standorten Fahrwerk- und Druckluft-Systemkomponenten. Als europaweit agierender Anbieter in den Produktgruppen Blattfedern, Stabilisatoren, Briden und Druckluftbehälter zählt sie führende Nutzfahrzeug-Hersteller zu ihren Kunden. Der Standort im erzgebirgischen Elterlein stellt seit über 60 Jahren Stahlbehälter her. Die konsequente Kunden- und Qualitätsorientierung sowie die gelebte ‚continous improvement‘-Philosophie zeigen sich in häufigen Neuentwicklungen sowie zahlreichen betrieblichen Optimierungen. Diese Facette der Firmenstrategie gab auch den Ausschlag, sich für die Integration einer kombinierten Lösung für Betriebsdatenerfassung (BDE) und Produktionsplanung zu entscheiden. Ursprünglich stand im Fokus der Überlegung, ein Planungssystem einzuführen, dass sowohl in der Lage ist, die technologisch anspruchsvollen Fertigungsprozesse exakt abzubilden, den Planungsaufwand zu reduzieren und gleichzeitig den Durchsatz in der Produktion zu steigern. Dabei galt es auch, das Enterprise Resource Planning-System (ERP) möglichst nahtlos anzubinden.

Durchgängige, horizontale Datenintegration

Bereits in der Vorbereitungsphase wurden die Projektziele jedoch deutlich erweitert: Mit dem neuen System sollte ein effizientes Arbeitsmittel eingerichtet werden, um die Übersicht über alle prozessrelevanten Daten in der Fertigung zu erhalten. Die Anwendung sollte nach Projektabschluss in den jeweiligen Unternehmensbereichen aufgaben- und nutzerspezifisch eingesetzt werden. Bei der Systemauswahl erhielt die Apromace Data Systems GmbH den Zuschlag, die mit Apromace MES eine integrierte Kombination aus Manufacturing Execution System (MES) und der Feinplanungslösung Ganttplan der Dualis GmbH IT Solution im Portfolio führt. Das Planungstool unterstützt auch Materialbedarfs- und Multi-Ressourcenplanung. Der Leitgedanke bei der Entscheidung für die integrierte Lösung war, eine durchgehende, horizontale Integration der Informationsflüsse zu erreichen. Alle benötigten Stammdaten sowie Kundenbedarfe werden hierzu von der Unternehmenssoftware SAP ERP an die Feinplanung übertragen. Diese erzeugt optimierte Fertigungspläne und reicht sie an das MES weiter. Die produktionsnahe IT ist schließlich für die Ausführung, Überwachung und Rückmeldung der Fertigung sowohl an Feinplanung als auch an die Unternehmenssoftware zuständig.

Betriebsdatenerfassung am Terminal

Um Informationslücken vorzubeugen, wurde die Fertigung zudem mit BDE-Terminals ausgestattet. Diese ermöglichen den Werkern die An- und Abmeldung für ihre Schicht und stellen Informationen zum aktuellen Fertigungsfortschritt und dem geplanten Auftragsvorrat dar. Abweichungen vom Produktionsplan lässt das System dabei erst nach Autorisierung zu. Dies kann etwa notwendig sein, um schnell auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren. Außerdem sind sämtliche fertigungsrelevanten Dokumente wie Zeichnungen, Instruktionen sowie Prüf- und Verpackungsvorschriften der einzelnen Produkte für die Mitarbeiter jederzeit am Terminal einsehbar. Eine weitere wichtige Funktion stellt die Rückmeldung des Fertigungsfortschritts dar. Dazu existieren je nach Fertigungsbereich und Maschine verschiedene Varianten: Von der automatisierten Erfassung produzierter Teile über das Scannen von Begleitscheinen für die interne Logistik bis hin zur manuellen Erfassung.

Neben den produzierten Mengen und eventuell auftretendem Ausschuss werden auch die verwendeten Materialien, Einzelteile und Baugruppen sowie der Zustand der Maschinen erfasst. Alle Rückmeldearten verfügen über eingebaute Plausibilitätsprüfungen und Sicherheitsmechanismen. Die so erfassten Daten stehen im Anschluss dauerhaft im MES zur Analyse zur Verfügung. Definierte Informationen werden außerdem an die Feinplanungsanwendung sowie das ERP-System in verdichteter Form weitergeleitet. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit zur zeitnahen Bewertung der Fertigung, sei es auf Basis von Kostenstellen in der Unternehmenssoftware, einem Soll-Ist-Vergleich und einer daraus folgenden Adaption des Produktionsplans oder der kontinuierlichen Analyse der ‚Overall Equipment Effectiveness‘ (OEE) oder Gesamtanlageneffektivität.


Das könnte Sie auch interessieren:

Recalo aus Laatzen ist auf Dienstleistungen im Bereich Asset- und Ladungsträger-Management spezialisiert. Vor allem beim Pooling von Mehrwegladungsträgern richtet sich der Anbieter mit einem sehr individualisierbaren Angebot an Fertigungsunternehmen.‣ weiterlesen

Lieferkettenschwierigkeiten verursachen rund 20 Prozent der Kosten von Fertigungsunternehmen, errechnen Fachleute. Robotergestützte Prozessautomatisierung kann viele der Stolpersteine aus dem Weg räumen, die zu diesen Ausgaben führen. Denn sie machen keine Fehler, halten sich an Regeln und arbeiten pausenlos - im Büro, Lieferantenmanagement und bei der Prozessoptimierung.‣ weiterlesen

Stimmen die Artikeldaten? Sind die Stammdaten genau und rechtskonform? Diese Fragen entscheiden über die Qualität fundamentaler Datenquellen. Wenn sich Fehler in die Stammdaten eingeschlichen haben, wirken sie womöglich quer durch alle Datenbanken und Prozesse hindurch. Diese und weitere Stolpersteine fasst folgende Checkliste zusammen.‣ weiterlesen

Viele neue Produkte und Geschäftsmodelle erfahren heutzutage Geburtshilfe durch Simulation. Mit digitalen Zwillingen verschmelzen Grenzen zwischen simulierten und realen Produktwelten. Entwicklung und Fertigung lassen sich so deutlich effizienter organisieren.‣ weiterlesen

Nach ersten Schätzungen geht das Ifo-Institut von einer Stagnation der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal aus. Erst im zweiten Quartal gehen die Experten wieder von einem Zuwachs aus.‣ weiterlesen

Die Forschungspartner Technische Hochschule Deggendorf und die Technische Universität München sowie den beiden Unternehmen Schindler & Schill (EasyLogix) und Systema haben das BMWi-ZIM-Projekt MobiCM erfolgreich abgeschlossen. Ziel war die Entwicklung eines Systems zur Zustandsüberwachung von Produktionsmaschinen.‣ weiterlesen

Die Engineering-Plattform DesignSpark von RS Components hat die Marke von einer Million Mitglieder geknackt. Seit seiner Einführung 2010 unterstützt die Plattform Ingenieure, Techniker und Studierende mit einer Vielzahl an technischen Tools und Ressourcen.‣ weiterlesen

Die Normungsorganisationen DIN und VDE DKE haben eine Kooperationsvereinbarung mit 'Enterprise Singapore' getroffen. Die Zusammenarbeit soll unter anderem die Bereiche Industrie 4.0 sowie künstliche Intelligenz umfassen.‣ weiterlesen

Als globale Krise ist die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung für die Automobilindustrie. Der Absatz neuer PKW ging weltweit um 23 Prozent, in Europa sogar um 27 Prozent zurück. VDA-Geschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel erläutert, wie sich die Branche gegen die Krise stemmt und dabei ihre Flexibilität unter Beweis stellt.‣ weiterlesen

Pandemien gehören im aktuellen Allianz-Risiko-Barometer zu den größten Bedrohungen für Unternehmen. Die damit einhergehenden Sorgen haben sogar den Klimawandel verdrängt, der in der aktuellen Erhebung den 9. Platz belegt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige