Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Produktion und IT per Service-Bus verbinden

Industrie 4.0 ist ein bewegendes Trend-Thema. Für Betriebe stellt sich damit die Herausforderung, Technologien einzuführen, ohne die gesamte Infrastruktur oder gar den kompletten Maschinenpark zu modernisieren. Prones Automation hat zusammen mit Softproject eine Lösung entwickelt, um Maschinen- und IT-Umgebung auf den Wechsel zur 'Smart Factory' vorzubereiten.

Bild: iStock / Lagerek AD photo

In der Automation eines Produktionsbetriebes herrscht vielfach ein großer Maschinen- und Anlagen-Mix vor: Von alten Bestandsmaschinen bis hin zu brandneuen Mehrzweckanlagen ist oftmals alles vertreten. Die Maschinen unterscheiden sich zudem meist durch den Hersteller. Hinzu kommen diverse Schnittstellen und unterschiedliche Programmiersprachen. Meist werden die zugehörigen Daten daher in verschiedenen Systemen organisiert. Solche Insellösungen stellen einen Kostenfaktor dar und können Effizienzverluste für die Produktion bedeuten. Mit PIQ.machine.data hat die Prones Automation GmbH vor diesem Hintergrund einen Datenmanager entwickelt, um Produktionsdaten zu erfassen, zu übersetzen und für alle Produktions- und Unternehmensbereiche verfügbar zu machen. Damit kann sich ein Betrieb auch auf Integrationsaufgaben im Kontext einer Industrie 4.0 vorbereiten. Denn die Vernetzung intelligenter Industrieanlagen für mehr Flexibilität zählt zu den Kernvoraussetzungen für die Entwicklung hin zu ‚Smart Factories‘.

Zugriff auf Steuerungsdaten über XML-Adapter

Der Datenmanager basiert auf dem Enterprise Service Bus (ESB) der Business Process Management-Suite (BPM) X4 der Softprojekt GmbH. „Technologien in ihren Fachdisziplinen sind heutzutage enorm ausgereift. Die Fachbereiche jedoch ‚unter einen Hut‘ – oder in technischer Sprache auf eine Plattform – zu bekommen, ist die größte Herausforderung, vor der Industrie 4.0 steht“, sagt Dirk Detmer, Geschäftsführer des Softwarehauses. Bei der Entwicklung der Lösung stand im Mittelpunkt, die Leistungsfähigkeit einer Enterprise-Architektur im Hinblick auf Performance und Handhabbarkeit auf Anwendungen in der Fertigungsindustrie zu übertragen. Die Middleware greift dazu über sogenannte Adapter-Daten aus der Steuerungsebene ab. Derzeit stehen mehr als 200 dieser Anbindungen zur Verfügung. Die Informationen werden im XML-Format zur Verfügung gestellt, damit kann über die Middleware als Bindeglied die Produktion online eingesehen werden – vom Zustand der Maschinen, dem Fortschritt der laufenden Produktion bis hin zu den Qualitätsdaten der einzelnen Produkte. Auf dieser Datenbasis können auch Trendanalysen generiert werden. Die Applikation wurde als dynamisches System entwickelt, um eine einfache Schnittstellenentwicklung zu unterstützen: Innerhalb der Middleware erfolgt auch die Konfiguration von Prozessen mittels XML-Code. Dabei soll das System auch mit großen Datenmengen ohne Probleme umgehen können: „Jede Information, die wir von der Maschine erhalten können, ist unternehmensweit verwertbar“, sagt Prones-Geschäftsführer Jochen Weber.

Systemeinsatz in der Automobilproduktion

Wie die Lösung arbeitet, zeigt ein Projekt bei einem Automobilzulieferer: Mit der Einführung der Middleware werden sämtliche Maschinen – vom Wareneingang über die Produktion bis hin zum Warenausgang – in einer Plattform abgebildet. Dabei werden Parameter und Programme automatisiert an die Produktionsmaschinen übertragen und im Gegenzug Statusinformationen und Messwerte von den Maschinen abgerufen. Die aktuelle Integration der Lösung umfasst auch eine Anbindung an das zentrale Energiedaten-Management. „Smart Factory bedeutet nicht nur, dass die Industrieanlagen intelligenter werden, sondern dass man sie auch leichter managen kann“, erläutert Weber.

Werkzeug für dynamische Vernetzung

„Die Produktion wird auch in Zukunft, immer mit proprietären Lösungen arbeiten. Es ist noch nicht realistisch, unterschiedlichste Maschinen von verschiedenen Herstellern mit einer übergreifend standardisierten Software zu erhalten“, sagt Weber. Daher sei es wichtig, eine übergeordnete Basis zu bilden, um Prozesse, Maschinenpark und IT-Ebene zusammenzuführen. „Nur wenn wir flexibel bleiben, können wir die Strukturen, die wir im Betrieb und auch über die Software vorgeben, auch zukünftig abbilden“, erläutert der Geschäftsführer. So sei auch die Integration neuer Werke über die Lösung mit wenig Aufwand verbunden. Dabei verfolgt die Middleware eigentlich ein altes Konzept. Als großen Vorteil des ESB-Einsatzes führt Weber entsprechend den Rückgriff auf aktuelle Technologien und Programmiersprachen sowie die Möglichkeit zu deren dynamischer Verknüpfung an.


Das könnte Sie auch interessieren:

Konsumgewohnheiten ändern sich. Mit der Marke Frosch hat die Werner & Mertz GmbH, traditionsreicher Hersteller von Reinigungs- und Pflegeproduk­ten mit knapp 1.000 Beschäftigten, neben ihrer traditionsreichen Erdal-Schuhcreme seit langem eine Vielzahl weiterer bekannter Produkte im Sortiment. Zuletzt brachte das Unternehmen unter der Marke Frosch kosmetische Artikel auf den Markt. Um ihre Produktion für diese große Vielfalt an Artikeln optimal auf neue Marktanforderungen anpassen zu können, bildet Werner & Mertz sämtliche Herstell­prozesse seit vielen Jahren mit SAP MII (Manufacturing Integration & Intelligence) ab. Eine SAP MES-Lösung, die von IGZ, dem SAP Projekthaus für Produktion mit Sitz im oberpfälzischen Falkenberg, an den beiden Fertigungsstandorten in Mainz und im österreichischen Hallein eingeführt wurde. Im nächsten Schritt werden für die produktionsnahen Materialflüsse und Lagerhaltung für die Fertigwarenlogistik sowie die Verplanung von Transportkapazitäten die SAP Module SAP EWM und SAP TM eingeführt. Damit schafft das Mainzer Unternehmen auf Basis von SAP Standardsoftware systemische Durchgängigkeit in der operativen und digitalen Supply Chain von der Batch-Produktion über die Intralogistik und Verpackung bis hin zum Versand.‣ weiterlesen

Der neue Neoception Asset Tracker von Pepperl+Fuchs bietet eine cloudbasierte Überwachung von Produktionsmitteln in der Fertigung. RFID-Lesegeräte des Funksystems IdentControl des gleichen Herstellers identifizieren mithilfe eines Transponders sogenannte Assets, deren objektspezifische Informationen über ein Gateway an die Firmen-Cloud Neoception gesendet werden.‣ weiterlesen

Roboter, die Roboter produzieren - diese Vision hat Kuka bereits weitreichend umgesetzt. Für unsere Serie GPS Digital hat das Ulmer Softwarehaus untersucht, wie es um die Industrie 4.0-Konzepte in der Fertigungsstätte des Augburger Unternehmens steht.‣ weiterlesen

Renishaw, Anbieter industrieller Messtechnik und Medizintechnik, sowie die Wenzel Group, ebenfalls ein Messtechnikspezialist, wollen enger zusammenarbeiten.‣ weiterlesen

Mit den Anlagen Lasertec 65 3D und Lasertec 65 3D Hybrid von DMG Mori lassen sich komplexe Werkstücke mittels Laserauftragsschweißen herstellen und reparieren. Das eröffnet vom Prototypenbau über die Serienfertigung bis hin zu Multi-Material-Anwendungen ganz neue Einsatzmöglichkeiten.‣ weiterlesen

Nutzer erwarten von Technologien wie dem Internet der Dinge, der Cloud, Big Data oder maschinellem Lernen, greifbare geschäftliche Vorteile zu erlangen. Hier kommen die Partner von Technologieführern wie SAP ins Spiel. Sie verstehen die Anforderungen ihrer Kunden genau und können maßgeschneiderte Lösungen bereit stellen. Doch das funktioniert nur, wenn die Partner ihrerseits unterstützt werden - von der Entwicklung bis zur Vermarktung. Dafür müssen die IT-Hersteller zu echten Teamplayern werden.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige