Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Produktdatenmanagement

Durchgängige Informationsgrundlage

Wenn bei der Ruthmann GmbH & Co. KG, dem Anbieter in den Bereichen LKW-Hubarbeitsbühnen und Spezialtransporter, ein neues Produkt wie etwa die Hubarbeitsbühne Steiger T 720 mit einer Arbeitshöhe von 72 Metern konzipiert wird, muss auch eine große Datenmenge mit projektrelevanten Dokumenten, Zeichnungen oder Workflow-Ständen gehandhabt werden. Projektleiter Werner Ebbert sagt: „Bis zu 10.000 Einzelteile pro Maschine bedeuten natürlich eine enorme administrative Herausforderung, die sich ohne übergeordnetes Produkt-Daten-Management-System wirtschaftlich nicht bewältigen lässt.“ Das Unternehmen nutzt daher eine Lösung des Anbieters Keytech inklusive tiefgehender CAD- und ERP-Integration.



Bild: Keytech Software GmbH

Seit vielen Jahrzehnten ist die Ruthmann GmbH & Co. KG als Hersteller in den Bereichen LKW-Hubarbeitsbühnen und Spezialtransporter etabliert. Die Produktpalette umfasst Entwicklung und Konstruktion, Produktion, Vertrieb sowie After-Sales-Service kompletter Modellreihen von LKW-Arbeitsbühnen, LKW-Transportsystemen für die Güterverteilung sowie Spezial-Nutzfahrzeugen. Zum Kundenkreis gehören vor allem Vermiet-, Logistik-, Handwerks- und Industrieunternehmen sowie Kommunen und Energieversorger. Ein Kernbestandteil der Firmenphilosophie ist höchste Produktqualität und -sicherheit sowie bestmöglichen Vertrieb und Service mit dem Ziel umfassender Kundenzufriedenheit. Deshalb werden permanent sowohl Strukturen und Prozesse in der Organisation optimiert als auch das Qualitäts- und Kostenbewusstsein verbessert.

Effizienter Workflow

Ein abteilungsübergreifend effizienter Workflow ist dabei eine der wesentlichen Grundlagen für Wirtschaftlichkeit und Produktivität im Produkt-Entstehungsprozess. „Neben Standard- und flexiblen Serienprodukten konzipieren wir in enger Kooperation mit den Kunden auch individuelle Sonderlösungen“, sagt der Administrator der Keytech PLM-Lösung Werner Ebbert. „Allerdings ziehen dabei nicht nur die mittlerweile etwa 90.000 vorhandenen Artikel eine riesige Datenmenge nach sich, auch jedes neue oder auch nur geringfügig veränderte Produkt lässt das Volumen und damit die Herausforderung an Administration und Datenmanagement weiter anwachsen: Eine Hubarbeitsbühne beispielsweise besteht durchschnittlich aus rund 10.000 Einzelteilen, Stücklisten können über 300 Positionen umfassen.“

Zwingende Voraussetzung

Schon seit vielen Jahren wurde bei Ruthmann ein eigenes Softwaresystem für die Verwaltung von 2D-CAD-Daten und Office-Dokumenten genutzt, für die 3D-CAD-Daten war jedoch keine eigene Verwaltungssoftware vorhanden. Konstruktionsleiter Cargoloader Paul Korte sagt: „Zeichnungen aus dem 3D-CAD-System und weitere projektrelevante Dokumente und Informationen wurden für die weitere Pflege bisher in das 2D-CAD-System importiert. Natürlich war das mit einem erheblichen Aufwand, unnötigen Redundanzen und einer hohen Fehleranfälligkeit verbunden – schnell kamen wir daher zu dem Entschluss, dass eine einfache, sichere, effiziente und abteilungsübergreifend durchgängige Datenverwaltung ohne übergeordnetes PDM-System auf Dauer nicht möglich ist.“ In diesem Zusammenhang wurde von den Ruthmann-Verantwortlichen die vorhandene IT-Landschaft auf den Prüfstand gestellt und dabei die Suche nach einer Produkt-Daten-Management-Lösung eng mit der Auswahl eines neuen 3D-CAD-Systems verbunden. Zudem wurde bei der Erstellung eines Lastenheftes besonderer Wert auf folgende Kriterien gelegt:

  • tiefe Integration von Solidworks (3D-CAD) und zu Microsoft Dynamics NAV (ERP)
  • offene Schnittstellen zu weiterer Unternehmens-Software
  • Abbildung abteilungsübergreifender Workflows (vor allen Dingen im Änderungswesen)
  • artikelbasierte Verwaltung und einheitliche Ablage aller Konstruktionsdaten
  • Klassifizierung und Plot-Management

Schrittweise implementiert

In einem Auswahlprozess wurden bei Ruthmann von einer Key-User-Gruppe mehrere Angebote analysiert, Präsentationen durchgeführt und alle Anforderungen im Lastenheft abgearbeitet. „Schnell erwies sich dabei die Keytech Software GmbH aus Recklinghausen als Favorit“, so Wolfram Nierfeld, bei Ruthmann zuständig für die Anwenderschulungen zu Keytech und Solidworks. „Keytech PLM punktet mit Faktoren wie Übersichtlichkeit, anwenderorientiertem Handling, guten Such- und Filterfunktionen. Über die reine Funktionalität hinaus überzeugten uns die tiefe CAD-Integration, die schlank gehaltene Schnittstelle zum ERP-System sowie die große Flexibilität, da viele Einstellungen konfigurierbar und somit ohne externen Programmieraufwand umsetzbar sind.“ Die Implementierung von der PLM-Lösung wurde von den Ruthmann-Verantwortlichen bewusst schrittweise durchgeführt, „vor allem um den Mitarbeitern einen möglichst weichen Umstieg auf das neue System zu ermöglichen. Außerdem konnten wir so den bei der Einführung neuer EDV-Lösungen üblichen temporären Produktivitätsrückgang sehr gering halten“, sagt Paul Korte. Nach Übernahme von rund 45.000 Zeichnungen beziehungsweise Altdaten aus dem 2D-CAD- und etwa 50.000 Artikeln, Stücklistendaten und Zeichnungsinformationen aus dem ERP-System sowie geringen unternehmensspezifischen Anpassungen ist die PLM-Lösung heute bei dem Hersteller als unternehmensweite professionelle und durchgängige Informationsgrundlage im Einsatz.

Schnelles Suchen und Finden

„Um den Produkt-Entstehungsprozess so wirtschaftlich und effizient wie möglich zu gestalten, versuchen wir schon bei der Entwicklung eines neuen Artikels, eine unnötig hohe Teilevielfalt zu vermeiden und auf Standardisierung und die Wiederverwendung vorhandener Lösungen zu setzen“, sagt Wolfram Nierfeld. Voraussetzung hierfür ist die Klassifizierung von Bauteilen: Keytech PLM erstellt und verwaltet dabei speziell auf den Anwender abgestimmte Sachmerkmalleisten sowie den gesamten Klassifizierungsbaum – parallel zum Klassifikationsprozess wird die Sachmerkmalleiste automatisch generiert. Verschiedene Funktionalitäten bezüglich der Artikelklassifizierung ermöglichen ein einfaches und schnelles Suchen und Finden auch in großen Teilebeständen.

Änderungen lückenlos nachvollziehbar

Technische Änderungen zählen zu wichtigen Prozessen, um die Hubarbeitsbühnen und Spezialtransporter sicherer, komfortabler, moderner und effizienter zu machen oder kostengünstiger herzustellen. Jedes modifizierte Produktdetail hat dabei vielfältige Auswirkungen auf den Konstruktions- und Produktionsprozess. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung werden sowohl an die Datenverwaltung als auch an die Prozess- und Datensicherheit hohe Anforderungen gestellt. Zudem muss jede Änderung an einem Artikel lückenlos nachvollziehbar sein und Änderungsaufträge, Konstruktionsgenehmigungen, Zeichnungsstände, Freigabehierarchien und so weiter verwaltet und eindeutig zugeordnet werden können. Werner Ebbert sagt: „Was früher mit viel Aufwand und Papier umständlich, zeit- und kostenintensiv sowie mit beträchtlicher Fehlerquote manuell abgearbeitet wurde, wird heute durch das automatisierte Workflow-System abgebildet und sauber dokumentiert – einfach, schnell und sicher.“ Jeder zu ändernde Artikel wird hierzu mit einer Änderungsmappe verlinkt. Änderungen am Modell, an der Zeichnung oder am Artikel sind nur mit einer Änderungsnummer möglich und damit auch lückenlos nachvollziehbar.

Gesamte Prozesskette wird unterstützt

Mit dem Einsatz der PLM-Lösung wurden bei der Ruthmann GmbH & Co. KG zahlreiche Nutzenvorteile erzielt, alle Anforderungen konnten zudem schon im Standard nahezu vollumfänglich abgedeckt werden. Paul Korte sagt: „Schnelle Zugriffszeiten durch die übersichtliche Mappenstruktur, einheitliche Datenablage, einfache Dokumentensuche, automatisierte Datenübergaben – nur einige der Aspekte, die dazu beitragen, dass wir Prozessabläufe optimieren und dadurch Zeit- und Kosteneinsparungen verwirklichen konnten. Und aus administrativer Sicht: Der tägliche Pflegeaufwand für Keytech PLM ist sehr gering, das System läuft stabil.“

„Notwendiger Baustein unserer IT-Landschaft“

Wolfram Nierfeld zieht ein Fazit: „Tiefe Integration zum CAD und ERP-System, offene Schnittstellen zu anderer Unternehmenssoftware – Keytech PLM unterstützt abteilungsübergreifend die gesamte Prozesskette und ist damit weit mehr als eine reine Zeichnungsverwaltung. Wir sehen das PDM-System als einen notwendigen Baustein in unserer IT-Landschaft, um organisatorische Veränderungen erfolgreich zu manifestieren.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Nach 84,5 Punkten im Oktober kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex im November auf 86,3 Punkte. Die Unternehmen blicken demnach weniger pessimistisch auf die nächsten Monate.‣ weiterlesen

In Kombination mit einer Augmented-Reality-Brille bietet eine neue Software des Fraunhofer IGD digitale Unterstützung von Absortiervorgängen. Zusammengehörige Bauteile werden direkt im Sichtfeld der Beschäftigten an der Produktionslinie farblich überlagert. Anwender im Automotive-Bereich können so etwa durch beschleunigte Prozesse und eine minimierte Fehleranfälligkeit Kosten reduzieren.‣ weiterlesen

Edge Management, Digital Twin und Data Spaces bilden die Schwerpunkte einer Zusammenarbeit zwischen der Open Industry 4.0 Alliance und dem Labs Network Industrie 4.0.‣ weiterlesen

Wer im öffentlichen Sektor der USA künftig Software vermarktet, muss eine Software Bill of Materials (SBOM) über die verwendeten Komponenten mitliefern. Ist diese Executive Order 14028 der US-Regierung auch für deutsche Firmen relevant? Die IT-Sicherheitschefin von MongoDB, Lena Smart, ordnet das ein - und verweist dabei auf das IT-Sicherheitsgesetz 2.0.‣ weiterlesen

Das Angebot an cloudbasierter Infrastruktur für SAP Hana wächst rasant. Zudem haben sich durch die weitere Option auf die Software-as-a-Service-Version S/4Hana Cloud die Rahmenbedingungen für den Umstieg auf S/4Hana signifikant verändert. Doch insbesondere deutsche Unternehmen zögern laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens ISG weiterhin, auf die Cloud umzusteigen.‣ weiterlesen

Stabilo wollte seine Produktion mit einem MES-System flexibilisieren. Um beim Erstellen des Anforderungskataloges jeden Irrtum auszuschließen, arbeitete der Schreibwarenhersteller mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg zusammen. Die Praxiserfahrungen der dort Beschäftigten wurden in den Prozess eingebunden.‣ weiterlesen

Assa Abloy hat den Cliq Web-Manager seines elektronischen Schließsystems eCliq/Verso Cliq über eine Schnittstelle in die hauseigene Zutrittskontrolle Scala Net integriert. Damit lassen sich beide Systeme über eine Benutzeroberfläche verwalten. Anwendungsbeispiele zeigen, wie sich unterschiedliche Gebäudetypen mit der Lösung sichern lassen.‣ weiterlesen

Im Maschinen-, Sondermaschinen- und Anlagenbau müssen Configure Price Quote(CPQ)-Systeme neben der Angebotserstellung für Einzelsysteme auch die Projektierung und Projektkalkulation für Großmaschinen, Großanlagen und bis hin zu Fabriken unterstützen. In der Praxis erfordert das meist einen Mix aus Assemble to Order (ATO) und Engineer to Order (ETO).‣ weiterlesen

Die Initiative SEF Smart Electronic Factory hat ihren Vorsitzenden Gerd Ohl sowie den 2. Vorsitzenden Gerrit Sames sowie Kassenprüferin Heike Wilson im Amt bestätigt. Ulrike Peters und Volker Jesberger komplettieren den Vorstand.‣ weiterlesen

Das französische Team von Gaia-X Federated Services (GXFS-FR) hat einen ersten Katalog von 176 Gaia-X-konformen Cloud-Diensten erstellt. Nutzer sollen so einen Überblick über Services erhalten.‣ weiterlesen

Der MES-Spezialist Proxia wird von Shoplogix übernommen, einem IIoT-Plattform-Anbieter. Das Unternehmen, das zur FOG Software Group gehört, will mit der Übernahme das eigene Software-Portfolio ergänzen.‣ weiterlesen