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Product Lifecycle Management etablieren

IT-Projekte auf der Basis belastbarer Potenzialbewertungen anstoßen

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Im Bild: Dipl.-Inform. Julian Krenge, stellvertretender Leiter des Bereichs Informationsmanagement am FIR.

Mit einem Schnelltest Vorteilen auf der Spur

Die Einführung von PLM bedeutet mehr als die Auswahl einer Software und profitiert deutlich von der Zusammenarbeit aller Abteilungen im Entscheidungsprozess. Über den Projekterfolg entscheidet somit auch der Verlauf der Anfangsphase: Wenn alle Beteiligten an einem Tisch versammelt sind, können Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen früh aufgenommen werden. Dies vereinfacht es Unternehmen, Handlungsfelder und Entwicklungspotenzial zu erkennen. Ein solches Vorgehen unterstützt der am FIR an der RWTH Aachen und am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen entwickelte PLM-QuickCheck. Die Methode berücksichtigt bekannte Herausforderungen im Produktlebenszyklus und Potenziale, die sich durch PLM heben lassen. Zum nächsten Schritt – also der zeit- und kostenintensiven Investition an sich – kommt es erst, wenn unternehmensweiter Konsens über ihre Sinnhaftigkeit besteht. Drittens lässt sich in dieser Projektphase der Fokus des angedachten PLM-Systems festlegen und somit eine iterative Vorgehensweise bei der Einführung definieren.

Der Schnelltest ist als vorgelagerte Untersuchung ausgelegt, die Unternehmen selbstständig durchführen können. Dafür wird eine Matrixdarstellung gewählt, welche die Unternehmensbereiche auf die Produktlebensphasen überträgt. Folglich kann in jeder Kombination von Phase und Unternehmensbereich das jeweils zutreffende Potenzial eingetragen werden. Eine beispielhafte Zuordnung von Potenzialen in die jeweilige Phase des Produktlebenszyklus und die beteiligten Sichten ist in Tabelle 1 dargestellt. Zusätzlich ermöglicht das Vorgehen eine Klassifizierung des Potenzials anhand der Kriterien Zeit, Qualität, Synergie und Wiederverwendung. Mithilfe des Tests soll sich zügig ermitteln lassen, was sich Fachabteilungen aus der Einführung einer PLM-Lösung versprechen können und wie die Anforderungen an die Software aussehen könnten. Das ist bereits eine wichtige Grundlage für ein Unternehmen, um den Nutzen bewerten zu können und den Entscheidungsprozess zur Einführung einer PLM-Anwendung zu systematisieren.


Im Bild: Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.Ing Stefan Rudolf, M.Eng, Leiter der Abteilung Innovationsmanagement des Lehrstuhls für Produktionssystematik am WZL der RWTH Aachen.

Schritte nach der Potenzialbewertung

Um die Folgeschritte nach der Entscheidung zur Systemeinführung zu organisieren, stehen verschiedene Modelle bereit: So behandelt der ‚PLM-Masterplan‘ vorwiegend die Einführung von entsprechenden Anwendungen bei Automobilherstellern, während das P²DM-Konzept sich insbesondere auf die Transparenz und Akzeptanz der Benutzer von Produktdatenmanagement (PDM) bezieht. Der VDI-Leitfaden 2219 befasst sich mit der Einführung von PDM-Systemen und basiert auch auf einer Ist-Analyse und einer Soll-Konzeption. Das ‚evolutionäre Vorgehensmodell‘ versucht dem Vorurteil der langwierigen Einführung einer PLM-Lösung mit einer Aufteilung des Gesamtprojektes in Teilprojekte zu begegnen. Besonders hervorzuheben ist aufgrund der Unterstützung für die Praxis der ‚Leitfaden zur Erstellung eines unternehmensspezifischen PLM-Konzeptes‘ des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA 2008). Dieser Leitfaden ist eine Methode zur Operationalisierung der Ermittlung von PLM-Potenzialen. Es werden in den Phasen des Produktlebenszyklus Prozesse, Methoden und Werkzeuge aufgezeigt und es wird beschrieben, welche für eine Effizienzsteigerung eingesetzt werden können.


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