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Plattform-Strategien in der Fertigung

Flexible IT-Landschaft für die Produktion

Hersteller stehen scheinbar konkurrierenden Forderungen nach hoher Reaktionsfähigkeit in der Produktion einerseits sowie Kosten- und Qualitätsverbesserung im Zusammenhang mit Standardisierungsinitiativen andererseits gegenüber. Um diese Anforderungen abzudecken und die Auswirkungen von Verbesserungsmaßnahmen im Produktionsumfeld abschätzen zu können, ist das enge Zusammenspiel von Produktionssoftware und Produktionsautomatisierung gefragt. Durch den Einsatz einer umfassenden, modular aufgebauten Plattform-Lösung lässt sich dabei der Blickwinkel auf das Geschehen in der Werkhalle erweitern.


Bild: Invensys Wonderware

In schnelllebigen Branchen wie der Nahrungsmittel- oder Konsumgüterindustrie steht und fällt der Erfolg eines Unternehmens mit der Fähigkeit zu sowohl Flexibilität als auch Standardisierung. Obwohl sich diese beiden Anforderungen an die Produktion oftmals ein regelrechtes Tauziehen liefern, stehen beide unter der Zielvorgaben eines nachhaltig profitablen Wirtschaftens. Eine zusätzliche Herausforderung für den Betrieb können Konflikte zwischen Abteilungen bedeuten. Gerade wenn verschiedene Teams an unterschiedlichen Maßnahmen arbeiten und dabei den Erfolg an sich widersprechenden Kenngrößen messen, sind Reibungspunkte vorprogrammiert.

In der Produktion müssen alle Differenzen beseitigt werden

Den Spagat zwischen Standardisierung und Flexibilität zu schaffen und umzusetzen, erfordert den Willen und die ernsthafte Bereitschaft zu einer übergreifenden Kollaboration mit der festen Absicht, zielführende Lösungen zu erarbeiten, die auf dem Prinzip des ‚integrativen Denken‘ basieren. Dieses Konzept stammt aus der Feder von Roger Martin, Dekan der Rotman School of Management an der Universität von Toronto. Er definiert integratives Denken als die „Fähigkeit, mit gegensätzlichen Meinungen konstruktiv umzugehen, sich nicht für die eine zulasten der anderen zu entscheiden und stattdessen auf kreative Art und Weise Spannungen in eine neue Idee umzuwandeln, die zwar Elemente der gegensätzlichen Lager beinhaltet, aber in Kombination beiden überlegen ist.“

Kern integrativen Denkens ist das Überwinden von Grenzen und die Suche nach neuen Lösungen, anstatt die sonst üblichen Einbußen schlichtweg zu akzeptieren. Die Verinnerlichung dieser Einstellung ist daher besonders wichtig für Mitarbeiter und Manager, die eine Führungsrolle übernehmen, wenn Änderungen bevorstehen – unabhängig von Funktion und Verantwortlichkeit. Die möglichen Zielkonflikte, die ein Change Management auf Shopfloor-Ebene in den Griff bekommen muss, sind zahlreich:

Unternehmensziel Flexibilität

  • Abheben von Wettbewerbern
  • Unterschiedliche regionale Vorlieben
  • Veränderliche Trends
  • Produktvielfalt
  • Bewegungsfreiheit für Innovationen
  • Anpassungsgeschwindigkeit

Unternehmensziel Standardisierung

  • Gleichbleibende Produkteigenschaften
  • Höhere Kosteneffizienz
  • Wachstum
  • Kontinuierliche Verbesserungen
  • Qualität
  • Produktsicherheit

Enterprise Resource Planning-Systeme (ERP) unterstützen Betriebe dabei, viele mit diesen Anforderungen verwandte Aufgabenbereiche abzudecken – sei es die Materialbestellung, der Auftragseingang, die Ausgabe von Produktionsaufträgen oder die Kostenberechnung. Aber herstellen kann ein ERP-System das Produkt letztlich nicht. Das erledigen die Mitarbeiter, Anlagen und Systeme innerhalb der Produktion. Sie sind es, die tagtäglich in Echtzeit auf alles reagieren, was schiefgehen kann. Zu deren Unterstützung kommen sowohl Automatisierungslösungen als auch Systeme der produktionsnahen IT zum Einsatz. Doch gerade im Produktionsbetrieb stellt die Auswahl der passenden Software eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar: Vielfach bringen Produktionsverantwortliche wenig IT-Erfahrung mit, während im Gegenzug der Systemadministration Einblick in die Werkhalle fehlen.


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