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Planung von Engineering-Prozessen

Produktentwicklung nach dem Taktprinzip

Verzögerungen in der Entwicklung verursachten bei dem Motoren- und Turbomaschinenhersteller MAN Diesel & Turbo SE immer wieder hohen Einsatz in der Produktion. Diese arbeitete mit Hochdruck daran, die Verschiebungen in der Terminschiene aufzuholen, um den Auftrag wie vorgesehen zu erfüllen. Mit der Umstellung der Entwicklungsprozesse nach dem Taktprinzip sollten Terminverschiebungen entgegengewirkt werden und selbst 'unplanbare' Bereiche in der Planung abgebildet werden.

Bild: MAN Diesel & Turbo SE

Schneller als die Wettbewerber innovative Produkte auf die weltweiten Märkte zu bringen, stellt für den Großdieselmotorhersteller MAN Diesel & Turbo SE wie für viele andere Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar. Zudem steht der MAN mit seiner ausgeprägt kundenindividuellen Entwicklung und Produktion immer weiter steigenden Kundenanforderungen wie höchster Termintreue und späten Auftragsänderungen gegenüber. In der Vergangenheit war die Bewältigung dieser Herausforderungen mit hohem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden. Oft war die Terminschiene nach der Entwicklung bereits deutlich in Verzug, so dass die Produktion den Rückstand mit erheblichem Einsatz aufholen musste. Umplanungen von Aufträgen waren an der Tagesordnung und trugen zu zusätzlichen Aufwänden und weiteren Terminverschiebungen bei konkurrierenden Aufträgen bei. Das Potenzial zur Reduzierung der Planungsaufwände und zur Steigerung der Termintreue lag also in der Synchronisation der Entwicklungstätigkeiten mit der Produktion.

Vorgabe: Umstellung auf das Taktprinzip

An dieser Stelle entschied sich der Produzent, die Planung der Entwicklungsprozesse auf das Prinzip der Taktorientierung umzustellen. Das klassische Taktprinzip zeichnet sich durch die strenge Orientierung an der Verkaufsrate aus. Diese sogenannten Kundentakte sind durch die stark variierenden Arbeitsinhalte in der Entwicklung schwer umzusetzen. Vielmehr kann an dieser Stelle eine Ausrichtung der Planung sowohl des Produktentwicklungs- als auch des Produktionsprozesses an den Ressourcen helfen, die Reibungspunkte in den betrieblichen Abläufen abzufedern. Dabei geben identifizierte Engpasskapazitäten den Takt vor. In diesem Fall spricht man von Ressourcentakten. Diese ermöglichen eine termin-, kapazitäts- und ressourcengeprüfte Einplanung und Terminierung von Aufträgen auf einer aggregierten Ebene.

Zuordnung von Arbeitsvorgängen

Die Arbeitsvorgänge werden Entwicklungs- beziehungsweise Produktionseinheiten je Zeitfenster zugeordnet. Innerhalb dieser Zeiteinheit planen die Mitarbeiter die ihnen zugehörigen Arbeitsvorgänge selbst. Auf diese Art und Weise können die Verantwortlichen schnell auf Störungen reagieren, ohne eine Umplanung des gesamten Systems auszulösen. Maschinengruppen, Teams, Abteilungen oder einzelne Mitarbeiter können in sogenannten Plantöpfen gegebenenfalls zusammengefasst abgebildet werden. Das Zusammenspiel zwischen diesen Plantöpfen erfolgt getaktet, indem Arbeitsvorgänge in fixen Zeitabständen weitergegeben werden. Diese Synchronisation und Taktung von Arbeitsvorgängen über die Plantöpfe der Entwicklung und Produktion hinweg kann von einer Software unterstützt werden.

Termintreue als Zielgröße auf alle Ressourcen anwenden

Aufträge werden nach dem Planungsprinzip vom Liefertermin aus kapazitätsgeprüft rückwärts terminiert. Daraus lassen sich neben dem Starttermin der Produktion auch Übergabetermine ermitteln, an denen Vorgänge abgearbeitet und an die nächste Ressource weiterzugeben sind. Dabei wird das Ziel der Termintreue gegenüber dem Kunden auf alle Ressourcen über das Ziel der Termintreue gegenüber dem nächsten Takt übertragen. Somit kann sich mithilfe der Ressourcentaktung eine höhere Termintreue sowie eine höhere Produktivität ergeben.

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Produktentwicklung nach dem Taktprinzip
Bild: MAN Diesel & Turbo SE



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