Anzeige
Anzeige
Anzeige

Physischer Schutz von Rechenzentren

Beitrag drucken

Das Klimakonzept unter der Lupe

Eine weitere Gefahrenquelle stellt unzureichende oder defekte Klimatisierung dar: Durch die enorme Packungsdichte in den 19-Zoll- Schränken würde die Abwärme von Server, Switches und Speichersystemen ohne ausreichende Klimatisierung binnen weniger Minuten zur Überhitzung aller Systeme führen. Verschiedene Methoden beugen diesem Problem vor, je nach baulichen Gegebenheiten und Wärmelast. Kleinere Serverräume lassen beispielsweise per Umluft-Klimasystem (UKS) kühlen. Wenn Hochleistungsserver zum Einsatz kommen, sind flüssigkeitsgekühlte, rackbasierte Klimageräte die bessere Wahl. Um ein optimales Klimatisierungskonzept für ein Rechenzentrum zu erstellen, ist es notwendig, die Teilbereiche Kälteerzeugung, Kältetransport und Kälteverteilung genau auf die Erfordernisse der Server anzupassen. Die richtige Dimensionierung und der optimale Arbeitspunkt der Klimatisierung sind zudem Garanten für einen energieeffizienten Rechenzentrumsbetrieb.

Stromversorgung gegen Netzschwankungen sichern

Auch die Stromversorgung sollte in keinem Schutzkonzept gegen physische Gefahren fehlen. Lang andauernde Ausfälle sind in Deutschland zwar selten, doch kleine Unterbrechungen im Millisekundenbereich gibt es häufig und sie wirken genauso fatal auf die Hardware. Dazu kommen Störungen wie Spannungsspitzen und Frequenzschwankungen, vor denen die Netzteile geschützt werden müssen. Unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV), bestenfalls mit der höchsten Güteklasse VFI-SS-111, filtern zuverlässig Störungen aus dem Netz und sorgen bei Ausfällen für fortlaufenden Betrieb. Gegen längere Ausfallzeiträume sollten Rechenzentren durch autarke Notstromaggregate gesichert sein. Solche Netzersatzanlagen (NEA) − meist Dieselaggregate oder moderne Brennstoffzellen − überbrücken längere Ausfallzeiten, bevor die USV-Batterien zur Neige gehen.

Die Management-Konsole als Präventionswerkzeug

Nur wer weiß, was im Rechenzentrum und den Support-Systemen abläuft, kann rechtzeitig eingreifen, wenn sich Probleme anbahnen. Moderne Komponenten der Klimatisierung sowie Stromabsicherung und -verteilung können über Netzwerkprotokolle mit der Managementsoftware eines Rechenzentrums kommunizieren. Dazu lassen sich Sensoren für Betriebsparameter wie Feuchte, Stromaufnahme, Öffnungsstatus und Temperatur anbinden. Überwachungssoftware wie die Lösung Rizone von Rittal konsolidieren die Statusmeldungen der Komponenten unter einer Oberfläche. Über standardisierte Schnittstellen − beispielsweise zum Netzwerkprotokoll ‘Building Automation and Control Networks’ (Bacnet) für Gebäudeautomation kann die Software auch das Facility Management mit anbinden. Aus dem Gesamtbild der Daten lässt sich ein genaues Abbild der Vorgänge im Rechenzentrum erstellen.

Dieser Normbereich, die ‘Baseline’, kann als Basis herangezogen werden. Liegen die Werte innerhalb der Baseline, ist alles in Ordnung. Weichen Systeme davon ab, muss der Rechenzentrumsleiter oder Administrator aktiv werden. Für Sicherheit im physischen oder digitalen Bereich gilt zwar: 100-prozentigen Schutz gibt es nicht. Doch wer sein Rechenzentrum von Anfang an als komplexes Gebilde sieht, das über viele Schnittstellen mit der Umwelt verbunden ist, hat die Gefahrenpotenziale registriert und das passende Rüstzeug in der Hand, sie zu minimieren. Einige Problemfelder können durch Planung abgedeckt werden, andere durch organisatorische Prozesse. Für viele Gefährdungsbereiche gibt es technische Gegenmaßnahmen. Doch erst die intelligente Mischung aller drei Ansätze schafft einen zuverlässigen Sicherheitskordon gegen physische Bedrohungen.

 


Bild: Rittal

Schutz für Anwendungen und Daten

Nicht alle Unternehmen haben den Bedarf und das Budget, alle Komponenten ihrer IT-Infrastruktur in einem Rechenzentrum mit höchster Verfügbarkeit auszustatten. Für den Schutz von geschäftskritischen Kernprozessen bietet Rittal das Micro Data Center Level E an. Das Umhausungssystem richtet einen vollständigen Sicherheitsbereich um ein Server-Rack ein. Darin findet IT-Hardware auf 42 oder 47 Höheneinheiten Platz – und dies im neuen Rack TS IT anstelle des bisher genutzten TS 8-Schranksystems. Der modulare Aufbau ermöglicht eine Installation an schwer zugänglichen Standorten. Der Sicherheitssafe verfügt über Durchführungen in den Seitenelementen, die neben standardisierten Einführungssystemen auch Kunststoffschläuche größeren Durchmessers aufnehmen können. Das ist etwa für den Wasservor- und -rücklauf beim Einbau einer Kühllösung mit Rittal Liquid Cooling Packages (LCP) erforderlich.

Flexibler Schutz vor physischen Gefahren

Die Kabeleinführungen sind einfach zu verschließen und erlauben auch nachträgliche Kabeldurchführungen. Brandschutzwerte von 90 Minuten nach DIN 4102 (F90) werden eingehalten. Im Brandfall steigt die Innentemperatur des Systems innerhalb der ersten 30 Minuten um maximal 50 Grad Celsius und die relative Luftfeuchte bleibt unter 85 Prozent. Darüber hinaus widersteht die IP 56 entsprechende Lösung Staub, starkem Strahlwasser und Rauchgasen. Der Safe bietet bis Widerstandsklasse 4 wählbaren Einbruchsschutz, entsprechende Prüfungen wurden an akkreditierten Prüfinstituten durchgeführt und bestätigt.

Umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten

Das Data Center ist als Komplettlösung samt 19-Zoll-Ausbau mit verschiedenen Klimatisierungsvarianten erhältlich. Über die Durchführungen in den Seitenwänden lassen sich bis zu vier Safes miteinander verbinden. Der Hersteller bietet auch die Möglichkeit, vorhandene Server-Racks einzuhausen. Leitbleche unterteilen den Innenraum in eine Kalt- und Warmzone, um für einen idealen Luftstrom sowie mehr Effizienz bei der Komponenten-Kühlung zu sorgen. Für eine kurze Aufbauzeit sind die Bauelemente werkseitig konfiguriert. Der Innenausbau geht werkzeuglos vonstatten, die Ausstattung lässt sich modular zusammenstellen. Angeboten werden dazu das Überwachungssystem Computer Multi Control III, verschiedene Klimatisierungslösungen, die Brandmelde- und Löschanlage DET-AC Plus, die Stromverteilungsleiste Power Distribution Unit und das Stromverteilungssystem Power System Modul. Zudem stehen verschiedene Schließsysteme zur Auswahl.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Plattform Industrie 4.0 und das US-amerikanische CESMII - The Smart Manufacturing Institute arbeiten zusammen und wollen gemeinsam die digitale Transformation der Fertigung vorantreiben. Hauptziele sollen die Förderung von Interoperabilität und gemeinsamen Fähigkeiten und Kompetenzen sein.‣ weiterlesen

Knapp die Hälfte der im Rahmen einer von Hewlett Packard Enterprise in Auftrag gegebenen Studie befragten Firmen in Deutschland hat die eigene Cloud-Nutzung seit Beginn der Corona-Krise ausgebaut.‣ weiterlesen

Ohne Digitalisierung und Automation kann kein Fertigungsunternehmen langfristig bestehen, ist Marco Bauer, Geschäftsführer der BAM GmbH, überzeugt. Er setzt daher auf eine digitale automatisierte Prozesskette von Onlineshop bis zu den Fertigungszellen. Zentrales Element ist die automatisierte CAM-Programmierung mit Hypermill.‣ weiterlesen

Google Cloud und Siemens wollen im Rahmen einer Partnerschaft und unter Einsatz von KI-Technologien Fertigungsprozesse verbessern.‣ weiterlesen

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom April 2021 um 5,9 Punkte und liegen damit bei 70,7 Punkten. Dies ist der erste Rückgang seit November 2020. Laut ZEW liegen die Erwartungen nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.‣ weiterlesen

Drei Viertel der Entscheider in deutschen Industrieunternehmen sehen ihren Markt im Prozess der digitalen Transformation. Die Hälfte der Unternehmen setzt dabei bereits auf den Einsatz von Industrial IoT-Technologien. Zu diesen Ergebnissen kommt eines Studie des IIoT-Spezialisten Relayr, die unter 200 Entscheidern aus der Fertigungsindustrie in Deutschland im Sommer 2020 vom Marktforschungsunternehmen Forsa durchgeführt wurde.‣ weiterlesen

Damit die anspruchsvollen Maschinen von Heidelberger Druckmaschinen nicht ungeplant ausfallen, bietet das Unternehmen die Software Maintenance Manager zur vorausschauenden Wartung an. Jetzt hat Tochterunternehmen Docufy das Tool hinter der Lösung als White-Label-Angebot auf den Markt gebracht.‣ weiterlesen

Im Rahmen einer Partnerschaft wollen T-Systems und GFT gemeinsame Lösungen für die Fertigungsindustrie anbieten, mit denen Fehler in der Produktion schneller erkannt werden können.‣ weiterlesen

John Abel wechselt von Veritas zu Extreme Networks, wo er künftig die Position des CIOs wahrnehmen wird.‣ weiterlesen

Nach fünf Messetagen ging am Freitag die Hannover Messe zu Ende. Insgesamt 90.000 Teilnehmer haben sich für die digitale Edition der Industrieschau registriert. Auch ohne Präsenzveranstaltung zog die Deutsche Messe ein positives Fazit. Ein Ersatz sei die digitale Messe jedoch nicht, so Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe. Die nächste Messe soll als Hybridveranstaltung teilnehmen.‣ weiterlesen

Produzierende Unternehmen brauchen Transparenz über Zusammenhänge, über Kosten und Erträge und die Prozessqualität. Business Intelligence ist die Antwort der Softwareanbieter für dieses Problem. Für SAP S/4Hana-Anwender könnte dafür insbesondere die SAP Analytics Cloud interessant sein.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige