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Passgenaue Systemabstimmung

Vom Automotive-System zur Metallverarbeitung

Um Aufträge mit wachsender Komplexität besser handhaben zu können, führte die H. Schickling GmbH im Jahr 2008 ein Enterprise Resource Planning-System ein. Nach gründlicher Anpassung deckt die ursprünglich für den Fahrzeugbau entwickelte Lösung nun auch Prozesse der variantenreichen Metallbearbeitung ab.

Bild: Wedderhoff IT GmbH

Die in Visbek ansässige H. Schickling GmbH nahm die Produktion von Untergestellen für Büromöbel Mitte der 80er-Jahre in einer Garage auf. Durch Fokussierung auf Qualität und Liefertreue konnte Gründer Hermann Schickling das Unternehmen kontinuierlich vergrößern und beschäftigte im Jahr 1999 bereits 30 Mitarbeiter. Die Angestellten fertigen an Laseranlagen, Abkantbänken, Schweißrobotern, Montageplätzen oder in der Pulverbeschichtung Teile für Stalleinrichtungen, Fahrzeugbauer oder Landmaschinenhersteller. Gleichzeitig investierte der Unternehmer in allen Produktionsstufen in neue Produktionstechnologien. Täglich verarbeitet der Fertiger mehr als 30 Tonnen Stahl verschiedenster Güteklassen. „Steigende Auftragseingänge, unterschiedliche Betriebsabläufe und weitere Personalzugänge erforderten schließlich eine durchgängige Systematisierung der Geschäftsprozesse“, sagte Dieter Thoben, Leiter Verkauf bei der H. Schickling GmbH. Aus diesem Grund wurde im Jahre 2004 die Einführung eines Enterprise Resource Planning-Systems (ERP) umgesetzt. Doch bereits nach vier Jahren konnte das ERP-System die wachsenden Anforderungen durch die komplexer werdenden Aufträge nicht mehr abbilden.

Mit wachsender Komplexität Schritt halten

Aus diesem Grund plante der Betrieb im Jahr 2008 gemeinsam mit dem Dienstleister Wedderhoff IT die Einführung eines neuen Unternehmenssystems. Die Entscheidung fiel auf die von dem westfälischen IT-Unternehmen entwickelte Lösung WIAS, obwohl die Software ursprünglich für den Fahrzeugbau entwickelt wurde. Um das System auf den Einsatz in der Metallverarbeitung abzustimmen, haben die Software-Entwickler daher vor der Einführung große Teile des Programmcodes unter die Lupe genommen und zum Teil verändert, entfernt oder erweitert. „Schickling und Wedderhoff haben partnerschaftlich die Lösung WIAS im Bereich Angebot und Auftrag auf links gezogen, wie man so schön sagt. Nicht immer waren die Spezialisten der gleichen Meinung wie wir, aber gemeinsam konnten wir jedes Problem lösen,“ sagte Thorsten Röber, Wedderhoff IT. Thoben ergänzt: „Durch die Erfahrung, die wir durch unseren ersten ‚Fehlgriff‘ im Bereich ERP-System machen mussten und vor allem durch den unermüdlichen Einsatz der Wedderhoff-Mitarbeiter, entstand ein ’neues‘ WIAS, welches den gängigen ERP-Systemen im Bereich Maschinenbau in nichts nachsteht.“ Zum Bearbeiten von zentralen Aufgaben musste die Lösung zum Beispiel den Bereich Lohnfertigung abdecken. Für diesen Einsatzbereich lassen sich in der Anwendung hunderte Artikel verwalten. Die Lösung stellt zudem Werkzeuge zur Verfügung, um die Nachvollziehbarkeit, Nachkalkulation und Vorausplanung für den Betrieb sicherzustellen. Weitere Module der Software bündeln Funktionen für Verkauf, Arbeitsvorbereitung, Einkauf, Fertigung, Buchhaltung und Geschäftsleitung. Als Projektleiter auf Seite des Softwareunternehmens koordinierte Andreas von Rekowski die Zusammenarbeit mit dem Visbeker Metallverarbeiter. „Auch für uns bedeutete das Projekt auf Grund der Komplexität des Unternehmens eine riesige Herausforderung. Wir hinterfragten ständig, warum der Kunde so ‚tickt‘ – und diese Erkenntnisse schafften eine Transparenz, die das Erarbeiten nachhaltiger Lösungsansätze ermöglichte.“


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