Anzeige
Beitrag drucken

Neues aus der Smartfactory-KL

"Vom Prototypen-Stadium zu realen Produkten"

Weltweit gehört die Demonstrations- und Forschungsplattform Smartfactory-KL des DFKI mit seiner herstellerübergreifenden Industrie 4.0-Anlage zu den Leuchtturmprojekten rund um die vierte industrielle Revolution. Die Hannover Messe ist beinahe schon traditionell die Gelegenheit, Meilensteine der intelligenten Produktionsanlage vorzustellen. Professor Detlef Zühlke, Vorstandsvorsitzender der Smartfactory, sprach während der Leistungsschau mit der IT&Production über den aktuellen Stand der Dinge.

Bild: Smartfactory-KL

IT&Production: Professor Zühlke, was gibt es Neues in der Smartfactory-KL?

Detlef Zühlke: Ich glaube, dass wir die bisher größte Hürde genommen haben. Die bei uns beteiligten Firmen sind aus der Prototyp- und Testphase heraus und können hier auf der Hannover Messe erste käufliche Produkte anbieten. Damit ist der wichtige Schritt der Vision vom Prototypen-Stadium zu realen Produkten getan. Wir haben mit unseren Partnern schon Gespräche darüber geführt, was sich bis zur nächsten Messe an Produkten entwickeln wird und ich glaube, dass wir den Punkt erreicht haben, ab dem das Ganze wirklich voran geht. Die Produkte funktionieren auf der Basis der Standards, die wir in der Gruppe erarbeitet haben, weswegen sie derzeit auch in unserer Gruppe entstehen. Das Konsortialmodell unserer Gruppe funktioniert hier sehr gut.

IT&Production: Auf welche Standards konnten Sie sich konkret einigen?

Zühlke: Das fängt ganz profan unten mit dem Stecker an. Sie müssen etwas ähnliches wie einen USB-Stecker haben, obwohl sie das auch über Wireless oder andere Technologien lösen könnten. Darüber haben wir Standard-Ethernet-Technologien, also TCP/IP. In den Transportschichten kommt dann OPC UA zum Einsatz, das ist unsere zentrale Servertechnologie, auf der der Transport unserer Messages, hochgesichert natürlich, zwischen den einzelnen Teilnehmern abgewickelt wird. Oberhalb von OPC UA sind wir im Moment noch dabei, die Interoperabilität auf der Basis von serviceorientierten Architekturen zu definieren. Da haben wir bereits einen schnellen Standard, für unsere kleine Anlage geschaffen. Aber hier müssen wir nach der Messe noch wesentlich intensiver diskutieren und ihn ausbauen.

IT&Production: Diese Diskussionen führen Sie jetzt mit weiteren Konsortialpartnern. Sie haben wieder neue Mitglieder an Bord.

Zühlke: Das ist richtig. Wir haben die Gruppe stetig vergrößert, was sicherlich auch durch die Messeaktivität gekommen ist. Die Firma SAP ist wieder Mitglied geworden und IBM ist ebenfalls beigetreten. Wir haben auch den Vorteil, dass mit Cisco und IBM im Moment zwei der Big Five aus den USA vom Industrial Internet Consortium bei uns mitarbeiten. Damit können wir Brücken zu diesem Konsortium bauen, welches im Moment sehr oft als das große Leit-Konsortium der Welt gesehen wird. In Wahrheit schauen die genauso zu uns rüber und wissen, was sie bei uns lernen können.

IT&Production: Wie bringt sich denn beispielsweise SAP in das Projekt ein?

Zühlke: Also SAP ist jetzt ganz frisch beigetreten, genaueres steht noch nicht fest. Sie werden mit Sicherheit Technologien auf der oberen Netzwerkebene anbieten und diese im Zusammenspiel mit den anderen Technologien unseres Konsortiums ausprobieren wollen. Das heißt, SAP möchte natürlich über das Netzwerk auf die diversen Komponenten der Produktion zugreifen können, daraus Daten ableiten, wieder Produktionsdaten generieren, verfolgen und so weiter.

IT&Production: Welche Rolle spielt IBM künftig im Konsortium?

Zühlke: IBM ist unser Partner in Richtung Data Analytics. IBM hat auch in dieser Anlage bereits eine Software aufgesetzt. Diese überwacht über Daten-Analyse permanent, was dort gerade geschieht und versucht, Muster abzuleiten, die zum Beispiel auf einen guten oder einen schlechten Zustand eines Systems hindeuten. Daran lässt sich sehr schön erkennen, wie sich eine solche Anlage über die Zeit verhält. Anhand dieser Informationen können wieder Dinge abgeleitet werden. Im Grunde handelt es sich hier um ein ganz typisches Beispiel für eine Big Data-Anwendung.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wenn Unternehmen mehr als einen Prozess mit künstlicher Intelligenz optimieren wollen, können Data-Science-Plattformen Geschwindigkeitsvorteile bieten. Diese Lösungen bieten in der Regel verschiedene Komponenten, um Daten aufzubereiten und darzustellen.‣ weiterlesen

Immer komplexere, spezialisiertere Hardware übernimmt Aufgaben im Fertigungsprozess. Doch dieser Hardware-First-Ansatz bringt auch Tücken mit sich. Dabei ist die Lösung ganz einfach: bessere Software und simplere Maschinen‣ weiterlesen

Die Begriffe Generative Design und Topologieoptimierung werden oft verwechselt. Worin aber liegen die genauen Unterschiede zwischen den beiden CAD-Tools? Dieser Frage und dem daraus entstehenden Potenzial widmet sich der folgende Beitrag.‣ weiterlesen

PTC hat den Schüler-Wettbewerb ‘Robots to the Rescue‘ ausgeschrieben. Die Aufgabe ist es einen Roboter zu entwerfen, der bei der Lösung eines realen Problems helfen kann. Die Teilnahme erfolgt virtuell.‣ weiterlesen

Der Einfluss von künstlicher Intelligenz (KI) auf IT-Lösungen in der Fertigung lässt sich kaum leugnen. Von Predictive Quality bis hin zu Automated Data Science ist das Potenzial von KI-Anwendungen bereits jetzt groß - gerade auch in Verbindung mit historischen Daten aus dem Manufacturing Execution System.‣ weiterlesen

Zehntausende Stellen für IT-Fachkräfte waren in Deutschland im letzten Jahr unbesetzt. Ein neues Test-Verfahren hilft Unternehmen dabei, unter Quereinsteigern diejenigen zu finden, die offene IT-Stellen ohne Abschluss - aber mit Erfahrungswissen - ausfüllen können.‣ weiterlesen

Der Ifo-Index der Produktionserwartungen erlebte im März den stärksten Rückgang seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991. Dabei zeigt sich die Automobilindustrie besonders pessimistisch.‣ weiterlesen

Im Februar verfehlten die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau ihr Vorjahresniveau real um 4 Prozent. Während die Bestellungen der inländischen Kunden um 6 Prozent sanken, lagen die Auslandsorders um 3 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau. „Das ist die Ruhe vor dem Sturm“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.‣ weiterlesen

Um autonome Systeme mit KI einschätzen zu können, müssen sie unabhängig von der Domäne verglichen werden. Teil 5 unserer Serie 'Autonome Systeme' greift den Nutzen einer Gegenüberstellung auf und was es dazu braucht. Katharina Giese und Piet Lipke vom Fraunhofer IOSB-INA erläutern das am Beispiel autonomer Anlagenkomponenten in der Forschungsfabrik SmartFactoryOWL in Lemgo.‣ weiterlesen

Sergio Resendiz (Bild) ist neuer Leuze-Vice President Americas und berichtet direkt an den CEO Ulrich Balbach.‣ weiterlesen

Eine zentrale Anwendung beim Roboter-Einsatz ist die Kollaboration zwischen Mensch und Maschine – beispielsweise die Unterstützung bei für den Menschen belastenden Aufgaben. Welche Vorteile eine produktive Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) haben kann, zeigt das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI bei der Überprüfung von Schweißnähten in der Automobilindustrie‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige