Anzeige
Beitrag drucken

Multi-Site-System

Firmenstruktur und Fertigung weltweit integriert

Frenzelit ist in fast allen industriellen Branchen und auf allen Kontinenten zu Hause. Die Unternehmens-IT des mittelständischen Herstellers von Hightech-Produkten muss deshalb nicht nur unterschiedliche Fertigungsarten, sondern auch Standorte weltweit unter einen Hut bringen. Bei dieser Herausforderungen hilft die ERP-Lösung IFS Applications.



Bilder: Frenzelit Werke GmbH

Es gibt kaum einen industriellen Bereich, in dem die Produkte von Frenzelit nicht zu finden sind. Das mittelständische Familienunternehmen mit Sitz in Bad Berneck bei Bayreuth, vor 135 Jahren gegründet, stellt Dichtungen, technische Textilien, Kompensatoren und Isolationsmaterialien her und beliefert damit unter anderem die Automobilindustrie, die Wärme-, Kälte-, Medizin- und Sicherheitstechnik, den Schiff-, Maschinen- und Anlagenbau, die Energiewirtschaft sowie die Prozessindustrie. Frenzelit ist heute mit seinen 480 Mitarbeitern und einem Partnernetzwerk in über 65 Ländern vor Ort und über Tochtergesellschaften in den USA, Russland, Tschechien und im Mittleren Osten sowie einem Joint Venture im indischen Bangalore vertreten. An die Business Software des Unternehmens ergeben sich daraus zwei zentrale Anforderungen: Es müssen die Vielfalt der Produkt- und Fertigungsarten bewältigt und zugleich die internationalen Strukturen abgebildet werden. „Da wir auf verschiedenen Gebieten tätig sind und mit unseren Produkten zahlreiche Branchen bedienen, finden sich bei uns die unterschiedlichsten Fertigungsarten. Dazu zählen Einzel- und Seriengeschäft, die Variantenproduktion, aber auch das klassische Projektgeschäft“, erläutert Manfred Schramm, IT-Leiter von Frenzelit. „Mit einer reinen Branchenlösung können wir deshalb nicht arbeiten. Wir benötigen stattdessen ein umfassendes System, das all die unterschiedlichen Fertigungsarten und Branchenanforderungen bereits im Standard abbildet. Speziallösungen würden Dateninseln schaffen und zahlreiche Probleme verursachen.“ Die Produkte von Frenzelit, die ein bestimmter Geschäftsbereich herstellt, werden von einem anderen weiterverarbeitet. So produziert beispielsweise der Geschäftsbereich Dichtungen Hochdruckdichtungsplatten, die dann im Geschäftsbereich Fertigteile des Unternehmens verarbeitet werden. Voneinander losgelöste Systeme könnten in solchen Fällen den Informationsaustausch innerhalb der Produktion und im Finanzwesen stark behindern. Die zweite zentrale Anforderung an die Unternehmensanwendung ist die Unterstützung der internationalen Strukturen. „Ein schneller und sicherer Konzernabschluss ist nur möglich, wenn auch unsere Tochterunternehmen ihre Daten in einem standardisierten System vorhalten“, so der Kaufmännische Leiter Heinz Jahreiß. „Sind an den unterschiedlichen Standorten verschiedene Buchhaltungssysteme im Einsatz, ist dies nur sehr schwer möglich.“

Klare Datenstrukturen für straffe Abläufe

Das Management der internationalen Daten- und Produktionsvielfalt bewältigt Frenzelit mithilfe der ERP-Software IFS Applications, die das Unternehmen schon seit vielen Jahren im Einsatz hat. 2001 stieg der Produzent vom Vorgängersystem der Software auf das damals neue System um, führte im Laufe der Zeit immer wieder Upgrades auf die neuesten Versionen durch und implementierte zusätzliche Komponenten. Aktuell nutzt das Unternehmen IFS Applications 8 in fast allen Bereichen – vom Personal- und Rechnungswesen über Logistik, Einkauf und Produktion bis hin zum Vertrieb. „Die Software stellt uns umfassende Funktionen bereit, beispielsweise für Serienfertigung, Chargenführung oder Variantenkonfiguration, so dass wir mit ihr im Grunde über mehrere Branchenlösungen in einem verfügen“, sagt Schramm. „Das erlaubt es uns, für jeden Geschäftsbereich flexibel und ohne größere Anpassungen die optimale Lösung zur Verfügung zu haben.” Die Intersite-Prozesse der Anwendung unterstützen die Zusammenarbeit der Geschäftsbereiche. Für die Anbindung der ausländischen Tochterunternehmen steht eine zentrale ERP-Instanz zur Verfügung, die sämtliche Geschäftsprozesse einheitlich unterstützt. Da die Software gezielt für international agierende Unternehmen konzipiert ist, stellt sie nicht nur Sprachversionen und Mehrwährungsfähigkeit bereit, sondern Landesversionen, die auch die rechtlichen Aspekte der Standorte berücksichtigt. Gleichzeitig ist das System flexibel genug, um bestimmte landesspezifische Funktionen und Prozesse zu unterstützen. Der internationale Rollout begann am Produktionsstandort im tschechischen Sokolov. 2015 und 2016 wurden die beiden US-amerikanischen Töchter des Unternehmens integriert. „IFS Applications selbst ist bei uns am Firmensitz in Bad Berneck auf einem zentralen Server installiert, die internationalen Standorte sind über eine gesicherte Internetverbindung angebunden“, erläutert IT-Leiter Schramm. „Jetzt stehen uns jederzeit aktuelle Daten und Zahlen zur Verfügung. Dies gibt uns Handlungs­sicherheit und so können Entscheidungen schneller und fundierter getroffen werden.” Auch Verzögerungen aufgrund von Zeit­zonen treten nicht mehr auf.

Vorort-Unterstützung beim weltweiten Rollout

Bei der Einführung der Software vor Ort erhielt Frenzelit jeweils Unterstützung durch die lokalen Ressourcen des ERP-Anbieters. „Das hat sich als äußerst vorteilhaft erwiesen“, sagt Jahreiß. „Zum einen sind die nationalen IFS-Berater besser mit den rechtlichen Anforderungen vor Ort vertraut. Sie kennen die kulturellen Gegebenheiten und das macht die Zusammenarbeit deutlich leichter.“ Für eine hohe Akzeptanz der Software selbst sorgte darüber hinaus das behutsame Vorgehen von Frenzelit hinsichtlich der Prozesse. „Wir wollten nicht von Deutschland aus alles ändern und haben deshalb einen Mix aus IFS-Standard und Anpassungen an die vorhandenen Abläufe implementiert“, erläutert IT-Leiter Schramm. Dieser Ansatz führte nicht nur zu einem erfolgreichen Rollout vor Ort, sondern auch zu Prozessoptimierungen in der Zentrale. Da die Mitarbeiter in den USA beispielsweise Fertigungsaufträge detaillierter zurückmelden als ihre Kollegen in Bad Berneck, wurde dort ein spezielles Software-Cockpit eingeführt. Dieses erlaubt es, Fertigungsaufträge auf der Ebene einzelner Arbeitsgänge zurückzumelden. Um ebenfalls von den Vorteilen detaillierter Rückmeldungen zu profitieren, wurde das Cockpit schließlich auch in Deutschland implementiert. Damit sieht IT-Leiter Schramm das Potenzial der modularen ERP-Lösung noch nicht ausgeschöpft: „Wir nutzen die Software längst noch nicht im vollen Umfang. Deshalb sind wir momentan dabei, die Funktionen noch genauer zu beleuchten, um die Business Software künftig noch extensiver zu nutzen. Auch den Umstieg auf die neueste Version IFS Applications 9 haben wir bereits fest geplant.


Das könnte Sie auch interessieren:

Gute Ideen für neue Geschäftsmodelle gibt es viele. Doch welche passt wirklich zu einem Unternehmen? Um das herauszufinden, sollten bereits die Prämissen einer Idee strukturiert geprüft werden. Das daraus entstehende Wissen hilft auch bei der weiteren Planung.‣ weiterlesen

Im Rahmen einer Studie hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermittelt, dass nur sechs Prozent der Deutschen Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzen. Diese Unternehmen investierten rund 4,8Mrd.€ in die Technologie.‣ weiterlesen

Entscheider erwarten durch den Einsatz der Cloud vor allem mehr Agilität sowie schnell zur Verfügung stehende performante Services. In einer Studie von Exasol übertrifft die Cloud im Praxiseinsatz in vielen Bereichen die Erwartungen.‣ weiterlesen

Fabriken im Sinn einer Industrie 4.0 entstehen selten auf der grünen Wiese. In einem Gemeinschaftsprojekt des Vereins Marktplatz Industrie 4.0 zeigen drei Unternehmen daher, wie sich Bestandsmaschinen zu einem Internet of Things vernetzen lassen.‣ weiterlesen

Schildknecht bietet auf dem Automatisierungstreff 2020 ein Tagesprogramm rund um das Condition Monitoring von industriellen Maschinen und Anlagen an. Nach einer Keynote widmen sich drei Workshops dem Thema mit dem Ziel, eine Condition-Monitoring-Lösung mit und ohne Clouddashboard umzusetzen.‣ weiterlesen

Das Essener Unternehmen Sanha will seine Produktion transparenter gestalten und weitergehend digitalisieren und automatisieren, um sich strategisch an Industrie 4.0 auszurichten. Nach anfänglichen Überlegungen bezüglich einer Inhouse-Lösung fiel die Wahl auf die Lösung FactoryEye, mit der den Entscheidern nun jederzeit die relevanten Produktionsdaten in Echtzeit zur Verfügung stehen.‣ weiterlesen

Beim Workshop von Exor stehen neue Geschäftmodelle für Maschinen und Anlagen auf der Basis von IoT im Fokus. Der Anbieter liefert dazu Technologien und Methoden, mit denen Fertigungsbetriebe zunächst ein Proof of Concept und später die Serienlösung selbst erstellen können.‣ weiterlesen

Cosmo Consult will in der Corona-Krise mit teils kostenfreie Webinaren, Workshops und Beratungspaketen Fachwissen rund um Microsoft Teams und die digitale Zusammenarbeit im Homeoffice anbieten.‣ weiterlesen

Der Maschinenbau bekommt die Folgen der Corona-Pandemie mit zunehmender Wucht zu spüren. Das geht aus einer zweiten Umfrage des VDMA unter 965 Mitgliedsfirmen hervor.‣ weiterlesen

Landwirtschaft auf bergigem Gelände und auf Hängen braucht viel Muskelkraft - oder Spezialmaschinen etwa von Rapid Technic. Die Schweizer Firma aus Killwangen nutzt zur Konstruktion ihrer bergtauglichen Fahrzeuge das CAD-System Creo von PTC.‣ weiterlesen

Ein Workshop von HIR Hoff Industrie Rationalisierung behandelt die mögliche Rolle von Manufacturing-Execution-Systemen in Zeiten der digitalen Transformation.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige