Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Montagearbeitsplätze mit Werkerführung

One-Piece-Flow in der Wechselrichter-Montage

Bei Kaco New Energy stehen in der Produktion Standardisierung und Flexibilität gleichermaßen im Fokus. Das Unternehmen stellt Wechselrichter für Photovoltaik-Anlagen her und muss auf Bedarfsschwankungen im Markt schnell reagieren können. Dazu werden zur Unterstützung von Montage-Abläufen ein Werkerführungs- und Prozesssteuerungssystem in Kombination mit IT-gestützten Systemarbeitsplätzen eingesetzt.



Bild 1: Kommissionier- Bereitstellungs-, Transportwagen und Werkstückträger in einem. Bild: Kaco New Energy

Weltweit gehört die Kaco New Energy GmbH zu den erstgenannten und größten Herstellern von Photovoltaik-Wechselrichtern. In seiner noch jungen Firmengeschichte wuchs das Unternehmen seit dem Jahr 1999 rasant und beschäftigt heute 800 Mitarbeiter, 550 davon alleine in Deutschland. Getreu dem Slogan ‚Wir machen aus Leidenschaft Energie‘ werden über Deutschland hinaus über 30 Länder, wie die USA, Kanada, Australien, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Israel, China und Südkorea bedient. Um die steigende Nachfrage und die Wachstumsstrategie des Unternehmens begleiten zu können, wurde jüngst eine zusätzliche Produktionsstätte, das Werk 5 am Heimatstandort in Neckarsulm, in Betrieb genommen. Mit dem neu erstellten Gebäude sollte die modernste Wechselrichterfabrik weltweit entstehen, mit einer Spitzenproduktionskapazität von vier Gigawatt. Skalierbarkeit und Flexibilität standen hierbei an erster Stelle. Denn im Markt der Erzeugung von regenerativer Energie gibt es deutliche Bedarfsschwankungen, die eine ‚atmende Fabrik‘ erforderlich machen. Zudem sollte das Werk von Anfagn an auf eine mittelfristige Verdopplung der Produktionsmenge vorbereitet sein.

Flexibilität bei der Montage von Bauteilvarianten

So war Flexibilität bei der Gestaltung der Montagearbeitsplätze die höchste Maxime. Schließlich sollen zwölf Varianten einer Baugruppe montiert werden können und die spätere Erweiterung einer zweiten Baugruppe von Beginn an berücksichtigt werden. Eine besondere Herausforderung war es, die Systemarbeitsplätze so flexibel einzurichten, dass alle Varianten an allen zwölf Montageplätzen durch unterschiedliche Werker realisiert werden können. Auch die geschützte Ausführung der Betriebseinrichtung im Hinblick auf elektrostatische Entladung oder ‚electrostatic discharge‘ (ESD) war eine zentrale Maßgabe.

Ergonomische Gestaltung der Arbeitsumgebung:

Für die Planung erschwerend kam hinzu, dass aus Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und zur Effizienzsicherung das Thema Ergonomie bei dem schwäbischen Unternehmen ein besonderes Augenmerk genießt. Die Antwort zu diesem Anforderungsprofil fanden die werksinternen Planer in der Prozessdefinition und Konzeption der Arbeitsplätze zugleich. Gemeinsam mit der Armbruster Engineering GmbH & Co. KG und der Bott GmbH & Co. KG entstand während einer Projektlaufzeit von vier Monaten die gewünschte Lösung: Auf ergonomisch gestalteten Montageplätzen übernimmt ein Werker die komplette Montage eines Wechselrichters mit allen dazugehörigen Schritten. Die aufwändige Montagetätigkeit sorgt für eine abwechslungsreiche und mental fordernde Tätigkeit bei gleichzeitig bestmöglich auf den Werker abgestimmten Arbeitsbedingungen.

Zunächst bestücken Logistikmitarbeiter einen Wagen mit allen kommissionsbezogenen Teilen, die aus einem automatisierten Warenlager bereitgestellt werden. Dieser Multifunktionswagen wurde von Bott speziell für die Anwendung bei Kaco entwickelt. So dient das Fahrzeug als Kommissionier- und Bereitstellungswagen, während der Montage als Werkstückträger und auf dem Weg zu nachgelagerten Prozessen als Transportwagen. Oben auf dem Wagen befinden sich ein Werkstückträger und eine Vorrichtung, auf der die Montage der Elektrogeräte am Montagearbeitsplatz erfolgt, der ebenfalls von Bott zur Verfügung gestellt wird. Hierzu übernimmt der Werker die fahrbare Kommission von der Logistik und positioniert sie vor dem Systemarbeitsplatz, der Werkzeuge nach dem 5S-Konzept, einem Ansatz um Arbeitsplätze sicher und übersichtlich zu gestalten, bereitstellt. Verbrauchsmaterial wird nach dem Kanban-Prinzip gehandhabt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Siemens beendet das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit positiven Neuigkeiten. Umsatzerlöse und Gewinn legen kräftig zu.‣ weiterlesen

Insgesamt 8,2Mrd.€ hat der Maschinen- und Anlagenbau im Jahr 2019 für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Auch in der Pandemie behalten F&E-Ausgaben einen hohen Stellenwert.‣ weiterlesen

Seit rund 100 Jahren steht die Automobilindustrie wie keine andere für die Fabrikarbeit am Fließband. Doch jetzt deutet sich eine Technologiewende an. Künftig könnten Fahrerlose Transportfahrzeuge Karosserien, Material und ganze Fahrzeuge durch die Fabrik bewegen. In mehreren Modellfabriken fahren die Automaten bereits durchs Werk.‣ weiterlesen

Immer mehr Anlagen sollen Betriebsdaten im IoT zur Bearbeitung bereitstellen. Mit dem Susietec-Portfolio will Kontron insbesondere den Aufbau von IoT-Lösungen für bestehende Anlagen unterstützen. Der Anbieter von IoT- und Embedded-Computing-Technologie rechnet für 2021 mit mehr als 50 Prozent Wachstum in diesem Geschäftsfeld.‣ weiterlesen

Im März haben die Bestellungen im Maschinen- und Anlagenbau im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt. Dabei kamen sowohl aus dem Aus- als auch aus dem Inland positive Signale.‣ weiterlesen

Vor wenigen Jahren galt MES-Software vielen noch als Spezialsoftware mit nur aufwendig erschließbarem Nutzen. Inzwischen ist sie fester Bestandteil der meisten prozessnahen IT-Architekturen in der Prozess- und gerade der Pharmaindustrie. Insbesondere wenn viele Systemfunktionen auf die Prozessführung nach ISA95 entfallen und chargenorientiert produziert wird.‣ weiterlesen

Automobilhersteller agieren bislang erfolgreich in ihren eher geschlossenen Wertschöpfungsketten. Sie verstehen den Markt als Nullsummenspiel. Unternehmen wie Apple haben vorgemacht, dass es auch anders geht: Von offenen Ökosystemen können alle profitieren. Wann öffnet sich die Automobilindustrie für diese Idee?‣ weiterlesen

Mit dem Wechsel von Kathleen Mitford zu Microsoft wird Catherine Kniker zur EVP (Executive Vice Presdient) und Chief Stategy Officer bei PTC ernannt.‣ weiterlesen

Gemeinsam mit CEO Peter Sorowka leitet Carsten Stiller seit 1. April das Softwareunternehmen Cybus. Er verantwortet die Bereiche Marketing und Vertrieb.‣ weiterlesen

Siemens Digital Industries bekommt einen neuen CTO. Dirk Didascalou soll zum 1. September neuer Technikchef werden.‣ weiterlesen

Die Wirtschaft blickt überwiegend optimistisch in die Zukunft: Knapp 40 Prozent der Unternehmen wollen laut der jüngsten Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft 2021 im Vergleich zu 2020 mehr produzieren.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige