Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Mobile Qualitätskontrolle in der Fertigung

Mitarbeiter in der Qualitätsprüfung von Fertigungsunternehmen setzen in der Regel ausgedruckte Checklisten für die abschließende Qualitätskontrolle von Endprodukten wie Maschinen oder Anlagen ein. Die Übernahme von Daten aus einer mobilen Fertigungsapplikation gestattet hingegen, die Qualitätskontrolle nahtlos in die Produktionsabläufe zu integrieren und so die Qualitätssicherung effizienter zu gestalten.


Bild: Dell

Fertigungsunternehmen wollen ihre Geschäftsprozesse heute möglichst durchgängig digitalisieren. Häufig jedoch gibt es beim Übergang der Prozesse von den Enterprise Resource Planning-Systemen (ERP) der Administrationsebene zur Fertigung einen Bruch, weil nicht alle Aktivitäten digital abgebildet werden. Ein Beispiel dafür sind Qualitätssicherungsprozesse. Selbst wenn diese auf der Planungsebene beispielsweise mit dem Qualitätsmanagement-Modul (QM) direkt in einem SAP-ERP-System durch Standardsoftware abgedeckt sind, gibt es in der Fertigung vielfach lediglich Insellösungen mit unzureichender Integration in das führende Geschäftssystem.

Papierbasierte Prozesse: Fehleranfällig und aufwändig

Auch heute noch nutzen Mitarbeiter in der Qualitätsprüfung von Fertigungsunternehmen in der Regel ausgedruckte Checklisten für die abschließende Qualitätskontrolle etwa von Maschinen oder Anlagen, bevor diese an Kunden ausgeliefert werden. Die Schwächen einer papierbasierten Qualitätskontrolle liegen in der fehlenden Plausibilitätsüberprüfung der eingegebenen Werte. Der Prozess ist damit fehleranfällig, und zu einem späteren Zeitpunkt ist es nahezu unmöglich nachzuvollziehen, wer genau wann welche Fehler erfasst, und welche Nachbesserungen veranlasst hat.

Eine umfassende Dokumentation der Qualitätssicherung ist so kaum möglich, und bei Gewährleistungs- oder Haftungsfragen ist die nachträgliche Fehlersuche überaus aufwändig. Abhilfe können hier mobile IT-Lösungen schaffen, wie sie beispielsweise Dell gemeinsam mit SAP als Applikation für Android-Tablets entwickelt hat. Diese App nutzt WLAN am Ort der Qualitätskontrolle und arbeitet mit der SAP-Anwendung Manufacturing Execution (ME) für die Steuerung von Produktionsabläufen zusammen.

Das Leitsystem integriert Informationen aus unterschiedlichen Quellen in die Produktionsabläufe und erzeugt einen einzigen umfangreichen Produktionsdatensatz. Die Anwendung liefert damit die Funktionen und Daten für eine wiederholte Qualitätskontrolle im Produktionsprozess sowie für die finale Qualitätsprüfung. Die Lösung gestattet je nach vorhandener Infrastruktur auch das Abbilden anderer Anwendungsszenarien, wie etwa die Integration in das QM-Modul.

Qualitätsprüfung mit dem Tablet

Durch die Arbeit mit dem tragbaren Rechner gewinnt der Qualitätssicherer Bewegungsfreiheit und hat gleichzeitig alle benötigten Daten jederzeit griffbereit. Während er bisher die Daten früherer Prüfschritte, die an einem anderen Ort in Aktenordnern hinterlegt waren, mühsam zusammensuchen musste, stehen jetzt alle notwendigen Informationen digital auf dem Tablet bereit. Dazu gehören beispielsweise Abweichungshistorie und Arbeitsanweisungen, die festlegen, welche Prüfschritte vorzunehmen sind. Die Arbeitsanweisungen gelangen aus der ERP-Lösung über das Produktionsleitsystem auf das Mobilgerät. Neben der Abarbeitung einer digitalen Aufgabenliste kann der Qualitätssicherer mit dem integrierten Barcode-Scanner eines Tablets die Seriennummer von Prüfstücken oder Maschinen erfassen.

Anhand dieser Seriennummer werden die benötigten Informationen und die Liste der relevanten Arbeitsanweisungen bereitgestellt. Anschließend kann der Qualitätssicherer die Prüfanweisungen vor Ort lesen und seine Prüflisten abarbeiten. Die App speichert die erfassten Ist-Werte in einer Traceability-Datenbank, wo diese für spätere Online-Auswertungen bei Gewährleistungs- oder Haftungsfragen online zur Verfügung stehen. Bewegen sich die in der Qualitätskontrolle gemessenen Werte innerhalb einer vorgesehenen Bandbreite, können die betreffenden Produkte oder Maschinen ausgeliefert werden; sollten jedoch gravierende Abweichungen auftreten, muss nachgebessert werden. In diesem Fall generiert die App eine ‚Non Conformance‘-Meldung, die vom System als ‚Quality Notification‘ an das Qualitätsmanagement-Modul übermittelt wird.

Die mobile Produktions-Endkontrolle per App unterstützt die Dokumentation des Qualitätsmanagements in SAP-Umgebungen und schafft Bewegungsfreieheit für den Anwender.

Durchgängiger Datenfluss für das Qualitätsmanagement

Auch Unternehmen, die bereits mit dem Modul QM des Walldorfer Softwarekonzerns arbeiten, nutzen in der Fertigung vielfach noch Checklisten auf Papier. Durch die Verknüpfung mit dem Produktionssteuerungs-Tool und einer automatischen Endkontrolle lässt sich dieser Prozess optimieren. Einer der Bausteine dazu ist ein Katalog mit bereits bekannten Abweichungen und Fehlermeldungen, der im Idealfall durch eine Datenbank mit Anweisungen zur Behebung der Fehler ergänzt wird. Früher musste der Qualitätssicherer die Mängel manuell erfassen, um dann eine entsprechende Transaktion im ERP-System auslösen zu können. Mit einer Lösung auf Basis der App für die mobile Endkontrolle lässt sich dieser Vorgang automatisieren und direkt in die IT-Prozesse integrieren. Denkbar ist auch, dass der Qualitätssicherer nicht nur eine Quality Notification verschickt, sondern den aufgetretenen Fehler mit einem Foto dokumentiert, das er dann zusammen mit einer Fehlerbeschreibung an das ERP-System übermittelt. Da die App vollständig in die Fertigungsprozesse eingebunden ist, lassen sich solche Vorgänge in einem einzigen Prozessschritt automatisieren.

Auf dem Weg zur papierarmen Produktion

Die mobile Lösung bietet sich damit als ein Baustein für den Übergang zur papierarmen Produktion in Fertigungsunternehmen an. Die per Touchscreen steuerbare Kleinanwendung kann so die Reduktion von Zeitaufwand und Kosten in der Produktionssteuerung unterstützen. Mit einem mehrmaligen Qualitäts-Check im Produktionsprozess und einer abschließenden Prüfung kann die Qualitätssicherung über mehrere Ebenen durchgängig und ohne Brüche realisiert werden, was auch die Qualität der ausgelieferten Produkte erhöhen kann. Fertigungsunternehmen können auf diese Weise durch die Verbesserung ihrer Prüfabläufe letztlich auch ihre Wettbewerbsfähigkeit durch niedrigere Fehlerquoten stärken.


Das könnte Sie auch interessieren:

Dokumentation ist ein wesentlicher Bestandteil jeder nachhaltigen Datenarchitektur. Entwickler-Teams vernachlässigen das oft aus praktischen Gründen, denn sie stehen unter enormen Termindruck und werden eher nach dem Code beurteilt, als danach, wie gut sie ihn dokumentieren.‣ weiterlesen

Künstliche Intelligenz auf Werksebene dient meist der Optimierung oder der Analyse komplexer Zusammenhänge. In der Produktionsplanung zum Beispiel können bessere Algorithmen, getragen von mehr Rechenleistung, heuristische Ansätze im Ergebnis deutlich übertreffen.‣ weiterlesen

Die Deutschen Industrieunternehmen wollen ihre Produktion ausweiten. Die gesteigerten Erwartungen verhelfen dem entsprechenden Indikator des Ifo Instituts zum höchsten Stand seit 1991.‣ weiterlesen

57 Prozent der Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie gehen davon aus, gestärkt aus der Coronakrise hervorzugehen. Das geht aus einer Studie von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut hervor. Um diese Position auch künftig behaupten zu können, wollen die Betriebe laut Studie die eigene Widerstandsfähigkeit als strategisches Thema verankern.‣ weiterlesen

Das sogenannte Wasserfall-Prinzip in der Software-Entwicklung kommt immer seltener zum Einsatz. Häufiger sind agile Methoden wie die ’Continuous Integration’, bei denen Software in kleinen Einheiten kontinuierlich erweitert und verbessert wird. Welche Vorteile dies für die Nutzer bringt, zeigt das Softwareunternehmen Sage.‣ weiterlesen

Neues Mitglied im MES D.A.CH: Der MES-Anbieter PSI Automotive & Industry ist dem Verband beigetreten.‣ weiterlesen

Edge Computing leistet in der Industrie so gute Dienste, dass es Fachleuten zufolge den Einsatz von Cloud Computing innerhalb eines Jahrzehnts übertreffen könnte. Ein Grund ist die Vielseitigkeit der Geräte. Passend konzipiert können sie in beinahe jeder Situation Rechenressourcen bereitstellen - in fast jedem erdenklichen Formfaktor.‣ weiterlesen

Siemens beendet das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit positiven Neuigkeiten. Umsatzerlöse und Gewinn legen kräftig zu.‣ weiterlesen

Insgesamt 8,2Mrd.€ hat der Maschinen- und Anlagenbau im Jahr 2019 für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Auch in der Pandemie behalten F&E-Ausgaben einen hohen Stellenwert.‣ weiterlesen

Seit rund 100 Jahren steht die Automobilindustrie wie keine andere für die Fabrikarbeit am Fließband. Doch jetzt deutet sich eine Technologiewende an. Künftig könnten Fahrerlose Transportfahrzeuge Karosserien, Material und ganze Fahrzeuge durch die Fabrik bewegen. In mehreren Modellfabriken fahren die Automaten bereits durchs Werk.‣ weiterlesen

Immer mehr Anlagen sollen Betriebsdaten im IoT zur Bearbeitung bereitstellen. Mit dem Susietec-Portfolio will Kontron insbesondere den Aufbau von IoT-Lösungen für bestehende Anlagen unterstützen. Der Anbieter von IoT- und Embedded-Computing-Technologie rechnet für 2021 mit mehr als 50 Prozent Wachstum in diesem Geschäftsfeld.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige