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Mit Rüstzeitreduzierung Produktionskosten einsparen

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In Workshops arbeiten die Mitarbeiter der Schweizer Wyrsch AG daran, das Optimierungspotenzial in der
Produktion freizulegen. In mehrtägigen Seminaren werden Prozesse kleinteilig erfasst und reorganisiert. So
ließen sich im Rahmen des Projekts die Rüstzeiten in der Regel um 25 bis 60% reduzieren. Bild: Ingenics AG

Erste Verbesserungen durch 34 Sofortmaßnahmen

Bereits im ersten Rüstworkshop wurden 34 Sofortmaßnahmen beschlossen. „Ein wichtiger Schritt war, das Rüsten der Werkzeuge einer zusätzlichen Person zu übertragen, sodass es unnötig wird, die Maschine stehen zu lassen, während der Bediener Werkzeuge zusammensetzt”, sagt Bendel.

Der erste Workshop hatte aber nicht nur die Einbindung der Mitarbeiter in die Verbesserung der Rüst-Methode zum Ziel, es wurde auch nach der Methode ‘Training- on-the-Job’ mit der Ausbildung der ersten internen Rüsttrainer begonnen. Diese wurden mit zwei weiteren Workshops und einer Reihe von Coaching-Gesprächen dazu befähigt, die Leitung der folgenden Workshops zu übernehmen.

Ein an den Rüstworkshop anschließender Konzeptionsworkshop wurde genutzt, um im Projektführungsteam den ‘Fahrplan’ für zielgerichtetes Arbeiten zu verabschieden beziehungsweise die Prozesse zur Standardisierung zu definieren. Dass die Mannschaft zu jedem Zeitpunkt des Projekts geholfen hat, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um die im Rüstworkshop erarbeiteten Potenziale schnell auf das ganze Unternehmen zu übertragen, trug wesentlich zur Nachhaltigkeit der Umsetzung im Fertigungsteam bei.

Kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterhalten

Um die innerbetriebliche Kommunikation zu verbessern, wurde zudem eine ‘Morgenrunde’ etabliert. Die Voraussetzungen dafür hatte der Berater gemeinsam mit Programmierern erarbeitet, die sich nun ihr Feedback direkt in der Produktion abholen und umgehend reagieren konnten. Im Rahmen des Optimierungsprojektes wurde von den Mannschaften für jeden Rüstvorgang ein Handbuch entwickelt. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, auch nach Projektende in der Lage zu sein, für neue Produkte veränderte Rüstprozesse standardisieren zu können. „Da die Programmierer und die übrigen Verantwortlichen die Rüsthandbücher selbstständig erstellt haben, verfügen sie selbst über alle erforderlichen Kompetenzen – auch um die KVP am Laufen zu halten”, sagt Meitinger.

Die Geschäftsführung quantifiziert die Reduzierung der Rüstzeiten mit 50 bis 60%. Für Meier ist das jedoch auch notwendig: „Mit zunehmend kleinen Stückzahlen fallen die Rüstkosten überproportional ins Gewicht, deshalb hatten wir bisher oft auf eigenes Risiko größere Mengen produziert, um auf einen akzeptablen Preis zu kommen; dabei ist unser Lager stetig gewachsen und Kapital wurde darin gebunden.“

Was zu Beginn als ein typischer Rüstworkshop gedacht war, hat zusätzliche Perspektiven für weitere Verbesserunsmaßnahmen eröffnet: Die Ablauforganisation von Rüstvorbereitung, Themen wie Kanban, Layoutplanung, Arbeitsorganisation, ging über den ersten Ansatz hinaus, versprach aber messbare Effekte für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Da im Projektverlauf auch der Blick auf diese Verbesserungsansätze frei wurde, kann das Team im Unternehmen nun die notwendigen Schritte konsequent in Angriff nehmen.


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