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MES und Automatisierung verbinden

Standardisierungsbestrebungen in DIN und ISO

Die Datenschnittstelle zwischen MES und Automatisierung gewinnt angesichts zunehmend integrierter Produktionssysteme an Bedeutung. Der DIN-Arbeitskreis AK4 treibt in Zusammenarbeit mit anderen Arbeitskreisen aus der Industrie die Entwicklung einer einheitlichen Schnittstelle zwischen Maschinenpark und Leitebene voran.

Bild: Fotolia – itestro

Vor vielen Jahren wurden unter den Begriffen Computer Integrated Manufacturing (CIM) und Manufacturing Automation Protocol (MAP) Erwartungshaltungen an IT-Standards in der Produktion geweckt, die mit den vergleichsweise einfachen IT-Bausteinen in der Praxis nicht zu halten waren. Heute treten unter der Bezeichnung Manufacturing Execution System (MES) umfassende Lösungen auf dem aktuellen Stand der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) deren Nachfolge an. Allerdings ähneln sich die grundsätzlichen Probleme beim Einsatz der Systeme: Die große Vielfalt von Produkten und Produktionsanlagen scheint einheitliche Sichten zu verhindern und Insellösungen zu fördern, was langfristig zu hohen Integrationskosten führt. Zudem trägt die fortschreitende Automatisierung zur explosionsartigen Vermehrung des Datenaufkommens im Betrieb bei. Damit nimmt die Unsicherheit zu, welche Daten aus der Automatisierung tatsächlich für Produktionssteuerung und -optimierung benötigt werden.

Technikverbände setzen sich für Standardisierung ein

Immer wenn Technologien unübersichtlich werden, wird der Wunsch nach Vereinheitlichung laut. Kein Wunder, dass gerade bei ME-Systemen als Bindeglied zwischen der Automatisierung mit ihrem hohen Datenaufkommen und der auch stetig im Aufwand zunehmenden Planung von Unternehmensressourcen (Enterprise Resource Planning, ERP), Druck zur Standardisierung entsteht. In Deutschland sind hier die Verbände mit technischem Hintergrund besonders aktiv. Bereits im Jahr 2002 hat die Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie (Namur) das Arbeitsblatt NA 94 mit dem Titel ‚MES: Funktionen und Lösungsbeispiele der Betriebsleitebene‘ veröffentlicht. Darin wird eine Begriffsdefinition von MES vorgenommen, mit Fokus auf der Anwendung in der Prozessindustrie.

Mit Schwerpunkt auf der diskreten Fertigung wurde das Thema erst 2007 in der VDI-Richtlinie 5600 aufgabenorientiert dargestellt. Beide Veröffentlichungen betonen den Bezug zur ISA-95. Diese Spezifikation stammt von der International Society of Automation (ISA) und wird in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von ISO und IEC in die internationale Norm IEC 62264 eingebracht. Auch die 2010 vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) herausgegebene Broschüre ‚Manufacturing Execution Systems‘ lehnt sich an die IEC 62264 an. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wiederum organisiert den Normenausschuss Maschinenbau (NAM) im DIN und adressiert so als Zubringer zu entsprechenden internationalen Projekten in der ISO das Thema MES. Im DIN werden, gerade im Bereich IT-Anwendung, kaum noch nationale Normen herausgegeben. So bietet sich im NAM eine Kombination mit den VDMA-Einheitsblättern an, um Themen national zu veröffentlichen, bevor sie über DIN und ISO auf internationaler Ebene weiter bearbeitet werden.


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