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Insellösungen abgeschafft

Maßgeschneiderte Unternehmenssoftware

Insellösungen abgeschafft

Sie können gekümpelt oder gebördelt, tellerförmig, flach oder elliptisch sein. Sie werden im Umform- oder Fließdruckverfahren hergestellt. Und sie sind groß. Die Rede ist von Kessel- und Behälterböden, wie sie bei Tanklastern, der Pharma- und Agrarindustrie oder generell im Apparate-, Behälter- und Anlagenbau zum Einsatz kommen. Maßgefertigt müssen sie sein, um perfekt zu sitzen und den Anforderungen der Anwender gerecht zu werden. Slawinski fertigt solche Teile schon seit über 100 Jahren. Als die gewachsene IT-Landschaft den Ansprüchen nicht mehr genügte, führte das Unternehmen ein ERP-System ein.



Bild: Slawinski & Co. GmbH

Der Siegener Industriebetrieb Slawinski ist seit 1914 als Hersteller individueller Böden bekannt und beliefert Kunden in Deutschland, Europa und der Welt. Um hierbei in Sachen Produkt- und Prozessqualität richtig aufgestellt zu sein, nutzt das seit seiner Gründung in Familienbesitz geführte Unternehmen die Filemaker-basierte ERP-Lösung Advanter von Günther Business Solutions.

Insellösungen abgelöst

Das Unternehmen wächst, die Aufgaben wandeln sich, doch die IT-Infrastruktur dahinter kommt nicht so recht mit und passt schließlich nicht mehr. Diese Erfahrung machen viele mittelständische Unternehmen in der Metallverarbeitung. So auch Slawinski: Bis 1996 beschäftigte das Unternehmen nur etwa 80 Mitarbeiter, produzierte ganze Behälter, erzielte einen Umsatz von etwa zehn Millionen Deutsche Mark und wickelte 1.000 Aufträge ab. Nun sind es rund 140 Mitarbeiter an drei Standorten. Die Produktion wurde auf Behälterböden umgestellt, der Umsatz stieg auf 33 Millionen Euro und die Aufträge wuchsen auf 6.200.

Lange Zeit organisierte sich das Unternehmen mit selbst ‚gestrickten‘ Insel-Lösungen für die unterschiedlichen Bereiche vom Vertrieb über die Fertigung bis hin zur Rechnungsstellung. Das stieß ab einem gewissen Zeitpunkt an Grenzen. „Wir suchten nach einer Lösung für das gesamte Unternehmen, um redundantes Arbeiten und Zettelwirtschaft zu minimieren, sowie um auch in Sachen Qualitätssicherung gut aufgestellt zu sein. Unser Ziel war es, ein möglichst nahtloses System zu etablieren. Vor allem aber suchten wir ein System, das sich nach unseren Anforderungen richtet und nicht umgekehrt“, erinnert sich Marcus Adler, kaufmännischer Leiter bei Slawinski & Co. GmbH. Im Rahmen des etwa ein Jahr andauernden System- und Anbietervergleichs kristallisierte sich bald heraus, dass die großen, vordefinierten ERP-Lösungen keine Option darstellten. „So wie wir individuelle Produkte anfertigen, brauchten wir eine Lösung, die uns auf den Leib geschneidert ist.

Sie sollte flexibel, zukunftssicher und möglichst unter Apples Betriebssystem lauffähig sein. Wichtig war uns, dass wir selbst Änderungen vornehmen können und nicht für jede kleine Eingabemaske in teure Entwicklerstunden investieren müssen“, sagt Adler. Die Wahl fiel schließlich auf Advanter-Production, die ERP-Software des Filemaker Business Alliance Partners Günther Business Solutions.

Alle Bereiche abgedeckt

Seit der Einführung deckt die Filemaker-basierte ERP-Lösung sämtliche Unternehmensbereiche nahtlos ab. Angefangen vom Vertrieb (Kalkulation, Angebotserstellung, Auftragsbestätigung), über die Produktionssteuerung, Logistik, Buchhaltung, Stundenerfassung, Lohnabrechnung (Job-Buchung-Verteilung, Akkord-Lohn) und das Personalmanagement (Personen, Produktion, Maschinen) bis hin zum Qualitätsmanagement inklusive Material- und Produktionsprüfung finden sich alle Informationen in der maßgeschneiderten Lösung.



Technische Produktionsaufträge werden automatisch in Filemaker erstellt.
Bild: Slawinski & Co. GmbH

Besonders wichtig ist die Qualitätsmanagement-App. Diese ermöglicht die lückenlose Archivierung der in einem Produkt verarbeiteten Metalle, sodass immer belegt werden kann, welche Materialien verwendet wurden und eine reibungslose Abnahme des TÜVs sichergestellt ist. Ist ein Auftrag erteilt, beispielsweise ein Boden für einen Rührkessel in einem Pharma-Unternehmen, erstellt das System automatisch einen technischen Produktionsauftrag. Dieser enthält sämtliche fertigungsrelevanten Angaben für die Produktion, so dass keine redundante Datenerfassung notwendig ist.

Der mit einem Barcode versehene Produktionsbegleitzettel durchläuft den Betrieb und sämtliche den Auftrag betreffende Informationen werden direkt im Filemaker System erfasst. Diese Betriebsdatenerfassung erfolgt über Igel-Thin-Clients an 21″-Monitoren, die an jeder Maschine aufgestellt sind. Jeder Mitarbeiter hat eine mit Barcode versehene Mitarbeiterkarte. Die Produktionsleitung und Geschäftsführung hat so jeden Auftrag per Knopfdruck im Blick: Wo steht der Auftrag gerade? Wurde das Material bereits entnommen? Wie lange wurde am Auftrag an Maschine A oder B gearbeitet? Wie lange hat Mitarbeiter A oder B an dem Auftrag gearbeitet?

Ist der Auftrag beendet und wurde bereits ein Gabelstapler zum Transport angefordert? „Diese prozessbegleitende Datenerfassung- und Vorhaltung ermöglicht uns jegliche Art von Auswertungen. Wir können beispielsweise schnell erkennen, wie es um das Verhältnis von Material- und Lohnanteil in der Kalkulation bestellt ist und welche Aufträge rentabel sind. Daraus können wir wertvolle Schlüsse für künftige Kalkulationen ziehen“, erläutert Marcus Adler die Vorzüge des Systems. Auch für die Produktions- und Kapazitätsplanung liefert das System wertvolle Informationen.

Taxi kommt auf iPad-Zuruf

Die Verantwortlichen bei Slawinski haben Freude gefunden an der Weiterentwicklung ihrer Filemaker-Lösung und die Ideen gehen nicht aus. Ein Beispiel ist die maßgeschneiderte App ‚Gabelstaplertaxi‘: Die Wege in den Werken Siegen und Bad Laaphse sind weit. Auf jeweils etwa 20.000 Quadratmetern wird gearbeitet und Material gelagert.

Der Transport der Materialien und Produkte erfolgt über mit unterschiedlichen Gabeln ausgestattete Gabelstapler. Wurde früher ein Stapler benötigt, musste dieser über das zentrale Betriebstelefon angefordert werden, oder ein vorbeifahrender Stapler musste herangewunken werden. Dieses Vorgehen kostete den Mitarbeiter viel Zeit oder war vom Zufall abhängig. In Zeiten von iPad und Co. haben sich die Dinge verändert: Ist ein Job beendet, erscheint am Thin-Client-Monitor am Arbeitsplatz automatisch die Anfrage, ob ein Gabelstapler zum Transport in die Auslieferung benötigt wird. Bestätigt der Mitarbeiter dies, erhalten nur die Staplerfahrer mit den für diesen Auftrag passend ausgestatteten Gabeln eine Push-Mitteilung auf das am Stapler befestigte iPad. Ähnlich wie in einem Taxi nimmt ein Fahrer den Job an, so dass für alle Beteiligten ersichtlich ist, wer sich um den Transport kümmert. „Diese kleine App hat sich bereits in kurzer Zeit als sehr nützlich erwiesen. Unsere Fahrer können sich so selbst ihre Touren planen und Doppelanfahrten werden vermieden“, sagt sich Marcus Adler.

Eine weitere iPad-App ist der ‚Meisterbildschirm‘. Über ein mit Filemaker Go ausgestattetes iPad hat der Werkstattmeister jederzeit sämtliche relevanten Informationen parat. So kann er direkt einsehen, welcher Mitarbeiter gerade an welcher Maschine arbeitet, Anwesenheiten kontrollieren, und Detailinformationen zu den einzelnen Aufträgen abrufen, egal an welcher Stelle er sich gerade im Werk befindet.