Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Manufacturing IT

Punktlandung durch berechenbare Prozesse

Die Etablierung flexibler Fertigungsprozesse geht vielfach von der Automatisierung aus. Doch für die erfolgreiche Umsetzung neuer Technologien müssen auch IT-Systeme und Fertigungsorganisation mit dieser Entwicklung Schritt halten können. Dabei spielt die umfassende Integration zwischen Anlage, Software und Lieferkette eine zentrale Rolle.

Bild: Proxia Software AG

Die ‚vierte industrielle Revolution‘ ist eine natürliche Folge unseres Zeitalters. Vom Grunde her hat sie schon im 18. Jahrhundert begonnen, als sie die handwerkliche Fertigung ablöste. Die Dampfmaschine machte es möglich die Produktion auf Maschinenkraft umzustellen – eine Revolution, die ihresgleichen suchte. Die Erfindung des Fließbandes Anfang des 20. Jahrhunderts hatte eine effizientere Massenproduktion zur Folge. Und nur etwa 80 Jahre später konnten die Fertigungsprozesse mit Hilfe von programmierbaren Steuerungen, Robotermaschinen und Überwachungsterminals weiter professionalisiert werden. All diese Entwicklungsschritte brachten enorme Kosten- und Arbeitskrafteinsparungen zu Lasten der individuellen Produktion.

Hinzu kommen noch die immer kürzer werdenden Innovations- und Produktlebenszyklen. Hier setzt nun Industrie 4.0 an: Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist es wichtig, auch kleine Losgrößen wirtschaftlich, termingerecht und in entsprechender Qualität zu liefern. Erklärtes Ziel der bereits begonnenen Revolution ist es, die Produktivität bis zu 30 Prozent zu steigern – auch bei niedrigen Losgrößen – und die Störanfälligkeit der Fertigung zu senken, da sich durch cyberphysische Systeme die Fabrik selbst neu organisieren kann. Wie aber die Geschichte immer wieder zeigt, stellt eine neue Entwicklungsstufe auch neue Anforderungen an alle Beteiligten.

Smart factory: Chance und Herausforderung zugleich

Ist die Vision zur Realität geworden – existiert also die ’smart factory‘ in der Praxis – heißt das, Werkstück und Werkzeugmaschine kommunizieren über einen Webserver, gesteuert von der Leitebene. Um dies zu erreichen, muss eine Verschmelzung moderner IT-Möglichkeiten mit der digitalisierten Produktionsebene stattfinden. Denn eine intelligente Fabrik zeichnet sich durch einen kontinuierlichen Informationsaustausch zwischen Planungs- und Fertigungsebene aus. Dazu müssen zum einen das Internet und die Inhouse-Software aufeinander abgestimmt sein. Zum anderen muss das Produkt gleich mehreren Anforderungen genügen.

Dazu gehören die eindeutige Identifizierbarkeit der Erzeugnisse, aber auch stets das Wissen über die aktuelle Position und den Zustand des Produktes und der Wertschöpfungskette. Die Aufzeichnung der Entstehungshistorie der Produkte wird damit zur Notwendigkeit, und auch alternative Prozesswege zum Zielzustand des Produktes müssen bekannt sein, um bei Bedarf eingesetzt werden zu können. Letztlich müssen die Unternehmen, die diese Entwicklung nicht verpassen möchten, sich um eine Flexibilisierung der Produktionsprozesse kümmern. Wer hierbei auf zukunftsfähige Konzepte setzt, bleibt technologisch ‚am Ball‘.

IT-Infrastruktur: Mit der Automatisierung Schritt halten

Automatisierungskonzepte im Maschinenumfeld sind eine häufige Maßnahme, um höhere Flexibilität im Produktionsumfeld zu erreichen. Die Praxis zeigt aber auch, dass ein hoher Automatisierungsgrad nur dann voll zur Geltung kommen kann, wenn auch Fertigungsorganisation und IT-Infrastruktur mit dem Prozesstempo mithalten können. Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung besteht dabei darin, die Qualität der IT-Prozesse von der kaufmännischen Unternehmenssteuerung bis hin zur Bearbeitungsmaschine auf ein Niveau zu bringen: Die IT-Systeme der Verwaltung und der Produktentwicklung sind zwar vielfach stark vernetzt, in anderen Bereichen finden sich aber meist lokale Softwaremodule, die Prozessinseln unterstützen.

So kommt zum Beispiel in der NC-Programmierung ein CAD/CAM-System, in der Werkzeugausgabe eine Datenbank und an den Maschinen eine DNC-Software zum Einsatz. Gleichzeitig dient eine Maschinen- oder Betriebsdatenerfassung zur Prozessüberwachung, Feinplanungssysteme werden auf der Ebene des Produktionsplaners eingesetzt und der Betriebselektriker bedient sich einer Wartungsapplikation auf seinem Laptop. Und nicht selten setzt die Qualitätssicherung auf leistungsstarke Spezialsoftware, die mit dem Kunden besser vernetzt ist als mit der eigenen Produktion. So können viele Produzenten nur auf Insellösungen zugreifen, die für eine effiziente, integrierte Fertigungssteuerung erst ‚auf Linie gebracht‘ werden müssen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mit einem leichten Anstieg um 0,1 Punkte gegenüber dem Vormonat zeigt sich das IAB-Arbeitsmarktbarometer im Oktober stabil.‣ weiterlesen

Der Verkaufswert von professionellen Servicerobotern ist weltweit um 32 prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar gestiegen (2018-2019). Im laufenden Jahr bekommt der Markt weitere Impulse von der COVID-19-Pandemie: Das zeigt beispielsweise die große Nachfrage nach Desinfektionsrobotern, Logistikrobotern in Fabriken und Lagerhäusern oder nach Robotern für die Zustellung von Waren bis an die Haustür.‣ weiterlesen

Der Schweizer Automobilzulieferer Feintool setzt bei seinem weltweiten Vertrieb auf Dynamics 365 Sales. Doch der Markt ist komplex und vor allem bei der Preisbildung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Das digitale Rückgrat dieser Aufgabe bildet die CRM-Software von Microsoft, die nach einem Upgrade eine 30 Prozent schnellere Preiskalkulation ermöglicht.‣ weiterlesen

Kabellose Kommunikation in der Industrie ist oft limitiert - sei es durch die endliche Anzahl der nutzbaren Geräte oder die Menge der übertragbaren Daten. Mit 5G sollen solche Probleme bald der Vergangenheit angehören. Vielerorts können private Kommunikationsnetze, sogenannte Campusnetze, eine sinnvolle Lösung sein. Doch in welchen Szenarien nutzen solche Netze und vor allem, was kosten Einrichtung und Betrieb?‣ weiterlesen

Erstmals nach fünf Anstiegen in Folge ist der Ifo-Geschäftsklima-Index im Oktober wieder gesunken. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator allerdings erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich.‣ weiterlesen

Die europäischen Produktionsstandorte des Embedded-Spezialisten Kontron sollen zu einem EMS/ODM-Verbund zusammengeschlossen werden.‣ weiterlesen

Im Rahmen einer Partnerschaft vertreibt Siemens zukünftig die Lösung Moby.Check des Digitalisierungsspezialisten Log.Go.Motion.‣ weiterlesen

Der Softwarekonzern SAP hat seine Zahlen für das dritte Quartal 2020 veröffentlicht. Demnach erzielte der Softwarekonzern weniger Umsatz als noch im Vorjahresquartal. Das Cloudgeschäft legte hingegen zu.‣ weiterlesen

Die Komplexität vieler Produkte erfordert mehr denn je die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Produktentwickler und eine engmaschige Kundenkommunikation. Dabei fokussiert die kollaborative Engineering-Software auf dem Markt bislang meist das Projektmanagement und die Verwaltung von Design-, Entwicklungs- und Fertigungsdaten. Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Technologie kann die Zusammenarbeit wirkungsvoll um visuelle Aspekte ergänzen.‣ weiterlesen

Zum 1. November wird Dr. Marianne Janik die Leitung von Microsoft Deutschland von Sabine Bendiek übernehmen, die zu SAP wechseln wird.‣ weiterlesen

Unter der Überschrift ‘KI-noW‘ (Künstliche Intelligenz (KI) für eine nachhaltig optimierte Wertschöpfung) wollen Forscher des Fraunhofer IPA neueste Erkenntnisse der angewandten Forschung in die industrielle Praxis überführen. Zur Veranschaulichung zeigt ein extra eingerichteter Showroom eine Auswahl an Demostationen. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige