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Mit Plan gegen Spannungen in der Werkhalle vorgehen

Manufacturing Execution System

Mit Plan gegen Spannungen in der Werkhalle vorgehen

Um im Markt bestehen zu können, sollten produzierende Unternehmen mit Herausforderungen wie Eilaufträgen, kleinen Losgrößen, kurzfristigen Nachfrageschwankungen und sich änderndem Material-, Ressourcen- und Personalangebot umgehen können. Hinzu kommen wirtschaftliche Herausforderungen und Spannungsfelder, die durch verschiedene Anforderungen der Abteilungen am Shopfloor entstehen. Um zwischen diesen Zielen zu vermitteln, können Manufacturing Execution-Systeme mit weitreichenden Feinplanungsfunktionen wertvolle Unterstützung leisten.

Bild: Industrie Informatik

Effizienz und Erfolg eines produzierenden Unternehmens hängen im laufenden Betrieb von verschiedenen Faktoren ab. Gibt es genügend betriebsbereite Maschinen? Können diese Maschinen vom anwesenden Personal bedient werden? Befindet sich ausreichend Material auf Lager und stehen das richtige Werkzeug und die relevanten Halbfabrikate parat? Mit solchen Fragen sehen sich Produktionsplaner häufig konfrontiert. Wenn all diese Ressourcen in der passenden Quantität und Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstehen, steht dem Betrieb am Shopfloor nichts mehr im Wege. Doch leider sieht die Realität in den meisten Fällen anders aus. Und dann wird der Alltag in der Fertigung zu einer echten Herausforderung. Hinzu kommen die vielen Schnittstellen zwischen den verschiedenen Abteilungen. Einkauf, Fertigung, Produktion und Arbeitsvorbereitung versuchen Tag für Tag, die jeweiligen Interessen unter einen Hut zu bringen, um die Maschinen am Laufen zu halten. Kaum verwunderlich, dass hier Reibungspunkte entstehen können, die sich negativ auf den Betrieb auswirken.

Probleme am Shopfloor lösen

Enterprise Resource Planning-Systeme (ERP [1]) behandeln Fertigungsaufträge üblicherweise in der Grobplanung. Gegebene Kapazitäten und eventuelle Auslastungsschwankungen spielen dabei in der Regel keine Rolle. Feinplanungs-Software geht einen Schritt weiter: Sie übernimmt Fertigungsaufträge aus dem ERP und verplant diese anhand einstellbarer Planungsstrategien auf gegebene Kapazitäten. Mittels einer grafisch aufbereiteten Plantafel können Produktionsverantwortliche eine Übersicht erhalten über den aktuellen Auftragsvorrat unter Berücksichtigung der benötigten Ressourcen Maschine, Werkzeug und Personal. Das Planungswerkzeug ‚Cronetwork Feinplanung‘ vom österreichischen Software-Hersteller Industrie Informatik bildet diese Aufgaben ab. Darüber hinaus liefert die Lösung Funktionen wie frei einstellbare Planungslogiken, situationsabhängige Rüstzeitberechnungen, parallel planbare Ressourcen sowie die Möglichkeit, Aufträge beziehungsweise Vorgänge zu splitten oder überlappend zu terminieren. Bedarfstermine der zur Produktion notwendigen, vorgelagerten Eigenfertigungsteile und der Zukaufteile können nach der Planung ausgewertet und mit dem Einkauf abgestimmt werden und Anwender auf diese Weise bei Verfügbarkeitsprüfungen unterstützen.

Die graphisch aufbereitete Plantafel verschafft Produktionsverantwortlichen einen raschen Überblick über den aktuellen Auftragsvorrat unter Rücksichtsnahme der relevanten Ressourcen. Bild: Industrie Informatik

Erweiterte Lösung für wechselnde Situationen

Gilt es jedoch, häufig wechselnde Planungssituationen sowie Abstimmungen hinsichtlich des Materialbedarfs abzubilden, könnte der Rückgriff auf das Modul APS des gleichen Software-Anbieters helfen. In dem Werkzeug werden Vefügbarkeitsinformationen über Eigenfertigungs- und Zukaufteile unter Berücksichtigung von dispositiven und physischen Beständen in Echtzeit in einer grafischen Plantafel dargestellt, um die Planung zu unterstützen. So können Mitarbeitern realistische Produktionspläne zur Verfügung stehen, bei gleichzeitig überschaubarem Abstimmungsaufwand zwischen den Abteilungen. Die Advanced Planning & Scheduling-Lösung (APS [2]) kann Zusammenhänge zwischen Auftragsstrukturen und Bestellpositionen grafisch darstellen und farblich auf eventuelle Terminverzüge aufgrund verspäteter Wareneingänge hinweisen.

Bestellpositionen zu einem Auftragsnetz verknüpfen

Die Visualisierung durch die grafische Plantafel kann Anwendern helfen, die Planungsqualität zu verbessern und zugleich den nötigen Zeitaufwand verringern, indem sie einen Überblick über relevante Komponenten ermöglicht. Anhand dieser Informationsgrundlage lassen sich häufig Maßnahmen ableiten, um Auslastung und Liefertreue zu verbessern. Zudem können anonyme und vorhandene Aufträge und Bestellpositionen zu einem Auftragsnetz verknüpft werden, was Terminkonflikte und daraus resultierende Verzögerungen zum Kunden hin zu verhindern hilft. Intern können sich durch den Einsatz der Lösung Kostenreduktionen durch die Optimierung von Beständen einstellen. Eine produktive Fertigung ist insbesondere von der engen Zusammenarbeit von Abteilungen wie Einkauf, Fertigung und Planung abhängig. Konsequent eingesetzte APS-Anwendungen leistet einen Beitrag, Reibungsflächen am Shopfloor zu reduzieren.

Spannungen durch Zeit- und Leistungsdruck

Produktionsumgebungen sind häufig von Zeit- und Leistungsdruck geprägt, Unstimmigkeiten und Spannungen treten nicht selten auf. Mit IT-gestützter Feinplanung können fertigungsnahe Abteilungen ihre Ressourcen vereinen, aufbereiten und sich so ein Bild vom aktuellen Produktionsstand verschaffen. Anhand dieser Daten können Produktionsprozesse ausgerichtet werden. Klare Strukturen auf dem Shopfloor tragen nicht zuletzt dazu bei, die Arbeitsatmosphäre der Werker und damit auch die Gesamtproduktivität des Unternehmens zu verbessern.