Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Liegt China vorn?

Der lange Marsch zur vierten Revolution

Der Umsetzung von Industrie 4.0-Ansätzen werden massive Potenziale zur Steigerung der Effizienz im Betrieb des Maschinen- und Anlagenparks beigemessen. Eine Studie des FIR zeigt, dass die wenigsten Unternehmen die verschiedenen Elemente von Industrie 4.0 bereits systematisch eingeführt haben. Dabei stehen insbesondere europäische Unternehmen vor der Herausforderung, geeignete Umsetzungsstrategien zu entwerfen, um sich gegenüber der schnell entwickelnden Konkurrenz in Asien zu behaupten.

Bild: FIR e. V. an der RWTH Aachen

Steigender Wettbewerbsdruck zwingt fertigende Unternehmen, sowohl die Effizienz der einzelnen Anlagen als auch im gesamten Produktionssystem kontinuierlich zu verbessern. Große Potenziale werden in der Digitalisierung sämtlicher Abläufe in der Wertschöpfungskette gesehen. Das nahtlose Inein-andergreifen der digitalen Welt der IT-Systeme und der physischen Welt der Fabrikanlagen wird als cyber-physisches System bezeichnet. Diese Verbindung zwischen der virtuellen und physikalischen Welt bildet einen komplexen, geschlossenen Regelkreis, bestehend aus Datenaufnahmen, -speicherung -analyse und der automatisierten Initiierung von Aktionen im entsprechenden physischen Prozess. Eine jüngst vom FIR an der RWTH Aachen durchgeführte, internationale Studie hatte zum Ziel, den Umsetzungsgrad des Konzepts Industrie 4.0 bezogen auf die Effizienz im Betrieb von Anlagen in verschiedenen Branchen und Ländern zu erheben.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein großer Teil der befragten Unternehmen das Potenzial von Industrie 4.0 zumindest erkennt (85 Prozent), jedoch nur 15 Prozent es heute schon systematisch ausschöpfen. Die Befragten wollen allerdings in den nächsten fünf Jahren deutlich investieren. 48 Prozent haben angegeben, dass sie im Jahr 2020 das Konzept Industrie 4.0 bezogen auf ihren Fabrikbetrieb systematisch implementiert haben wollen. Die teilnehmenden Unternehmen wurden in der Auswertung in zwei Gruppen geteilt: Der Gruppe der Early Adopters wurden alle Unternehmen zugeordnet, die bei einer Auswahl von Kernelementen von Industrie 4.0 bereits heute schon sehr weit in der Umsetzung sind. Der Gruppe der Followers wurden alle anderen Unternehmen zugeordnet. Hierbei wurde deutlich, dass die Prozess- und die Elektronikindustrie einen vergleichsweise hohen Anteil an Early Adopters von 40 Prozent beziehungsweise 36 Prozent haben. Luft- und Raumfahrtindustrie weisen mit 25 Prozent den geringsten Anteil auf. Maschinenbau und Automobilindustrie sind mit je 31 Prozent im Mittelfeld. Diese Verteilung ist durchaus plausibel. Die Prozessindustrie ist seit jeher auf verstärken Einsatz von Sensorik und Steuerungstechnik angewiesen, um die komplexen Prozesse überhaupt beherrschen zu können. Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist insbesondere durch regulatorische Bestimmungen eingeschränkt in der Einführung neuer Technologien.

China mit Vorsprung

Neben den verschiedenen Branchen wurden auch Unternehmen diverser Länder befragt. Im Ländervergleich schneiden die chinesischen Unternehmen besonders gut ab. Mit einem Anteil von 57 Prozent Early Adopters liegen sie deutlich vor den USA mit 32 Prozent und Großbritannien. Die deutschen (21 Prozent) und französischen Teilnehmer (14 Prozent) haben vergleichsweise wenige Early Adopters in ihren Reihen. Die Zahlen legen nahe, dass die chinesischen Unternehmen den anderen Teilnehmern einen Schritt voraus sind. Dieses Ergebnis ist zwar auf den ersten Blick überraschend. Bei näherer Betrachtung ist es aber durchaus plausibel. Schließlich wird ein wesentlicher Anteil der neu gebauten Fabriken in China errichtet und mit dem neuesten Stand der Technik ausgestattet.


Das könnte Sie auch interessieren:

Früher war Scada oft nur zweckmäßiges Instrument zur Anlagen- und Prozessverwaltung. Doch im Zeitalter des Internet of Things und damit verbundenen neuen Geschäftsmodellen rückt auch die Bedeutung der Scada-Plattform an eine bedeutendere Stelle.‣ weiterlesen

Viele große Unternehmen investieren derzeit in Digitaltechnik, um Transparenz in ihre Lieferketten zu bringen - und so Kosten einzusparen. Mit Radio-Frequency-Identification(RFID)-Technik von Kathrein werden die Durchläufe bei einem Stuttgarter Automobilhersteller besser planbar und Wartezeiten kürzer.‣ weiterlesen

Mit der Übernahme des IoT-Spezialisten Bright Wolf, will der IT-Dienstleister Cognizant seine Expertise im Bereich Internet of Things erweitern.‣ weiterlesen

Vorherzusagen, wann ein Werkzeug kaputt geht, ist nicht leicht. Mittels der Messung von Schallemissionen ist dies zwar möglich, aber auch teuer. Kombiniert man jedoch gängige Verfahren mit neuen Technologien, ergeben sich immer bessere und schnellere Verfahren.‣ weiterlesen

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung, meist nur DSGVO genannt. Der IT-Sicherheitsspezialist Rohde & Schwarz Cybersecurity berichtet, wie es um die Umsetzung in der hiesigen Industrie steht.‣ weiterlesen

In vielen Ländern Europas scheint sich der Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Darauf deuten die Zahlen des Europäischen Arbeitsmarktbarometers hin, das nun erstmals veröffentlicht wurde.‣ weiterlesen

Eine IoT-Sicherheitsarchitektur sollte sowohl in IT- als auch in OT-Umgebungen für mehr Transparenz sorgen und Prozesse schützen. Dazu müssen die Daten aus dem IoT-Edge erfasst und extrahiert werden. Auf dieser Grundlage können Unternehmen effizienter agieren, bessere Geschäftsentscheidungen treffen und Digitalisierungsprojekte beschleunigen.‣ weiterlesen

GBTEC und Proalpha haben angekündigt, zukünftig in den Bereichen Process Mining und Business Intelligence zusammenzuarbeiten. Kunden sollen so einen Mehrwert bei der digitalen Transformation erhalten.‣ weiterlesen

Beim Anlagen- und Werkzeugbau setzt die Volkswagen AG auf Datendurchgängigkeit. Die Projektmanagement-Software Coman vernetzt die Projektbeteiligten dazu durchgängig und digital, bis hin zu den Zulieferern. Denn wenn Manager Giuseppe Lo Presti früh erkennt, dass es in einem Gewerk gerade nicht rund läuft, können gezielte Maßnahmen erfolgen.‣ weiterlesen

Mehr als eine Milliarde Schadprogramme verzeichnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im aktuellen Lagebericht. Und auch die Corona-Pandemie wirkt sich auf die aktuelle Sicherheitslage aus.‣ weiterlesen

Eine Voraussetzung bei der Entwicklung von industriellen KI-Anwendungen sind ausreichende Daten. Diese sind jedoch nicht immer in der benötigten Menge, Qualität oder Struktur vorhanden. Anhand eines konkreten Beispiels erläutert dieser Beitrag, wie sich ein Data Lake anlegen und mit Daten füllen lässt, bis er ein Fundament für quasi beliebige KI-Applikationen bildet.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige