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Lieferkettenplanung in der Konsumgüterindustrie

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Das Supply-Chain-Wirkungsnetz zeigt die gegenseitigen Abhängigkeiten von Einflussgrößen, Abläufen und Effizienzkennzahlen auf.

Defizite bei Bedarfsprogonse und Lagerverwaltung

Insbesondere in den Bereichen Forecasting und Inventory Management konnten in dem SCPO-Projekt Defizite identifiziert werden. Sowohl prozess- als auch verfahrensseitig konnten im Forecasting des Unternehmens erhebliche Lücken aufgedeckt werden. Zudem bestanden signifikante Brüche im Informationsfluss. Marketingaktivitäten, beispielsweise Werbeaktionen, wurden zu spät von den Landesgesellschaften an die Logistik kommuniziert. Des Weiteren wurde im Bereich der Bedarfsprognose kein differenzierter Einsatz von Prognoseverfahren durchgeführt, sondern das im Enterprise Ressource Planning-System (ERP) voreingestellte Standardverfahren eingesetzt. Durch diese Defizite lag die eine durchschnittliche Prognosegenauigkeit bei 57 Prozent.

Im Inventory Management ließen sich zwei Kernprobleme aufdecken: Erstens wurden doppelte Sicherheitsbestände geführt – Waren wurden in Unkenntnis der Bestandssituation im Netzwerk durch unterschiedliche Geschäftsbereiche bevorratet. Zweitens verwendete das Unternehmen veraltete Methoden zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen: Interne Vorgaben definierten die Sicherheitsbestände als ‚eiserne Reserve‘, die minimale Größe der Lagerbeständer wurde dadurch statisch vorgegeben. Da diese Abläufe direkt auf die zu optimierenden Messgrößen wirken, wurde an den beiden Punkten Bedarfsprognose und Lagerverwaltung zuerst angesetzt. Folgende Maßnahmen wurden als Gegenmaßnahmen zu den genannten Problemen im SCPO-Projekt durchgeführt:

  • Entwicklung eines abteilungsübergreifenden, kollaborativen Prognose-Prozesses
  • Einsatz von artikelklassenspezifischen Prognoseverfahren
  • Eliminierung von doppelten Sicherheitsbeständen
  • Einführung einer dynamischen Sicherheitsbestandsberechnung

Konzepte für höhere logistischer Leistungsfähigkeit

Auf Basis des dargestellten Wirkungsnetzwerkes können im Supply Chain Planning verschiedene Ansätze zur Optimierung der logistischen Leistungsfähigkeit abgeleitet werden. Dabei stellte eine Ist-Analyse die Basis der Vorgehensweise dar; Workshops und Einzelinterviews auf unterschiedlichen Ebenen lieferten den Rahmen, um Defizite und Schwachstellen zu erfassen. Darauf aufbauend konnten die primären Handlungsfelder zur Verbesserung der Planung identifiziet werden. Um eine solide Entscheidungsgrundlage für das Top-Management zu schaffen, lieferte eine Potenzialabschätzung eine qualifizierte Priorisierung der Handlungsfelder unterstützen.

Entsprechend der Priorisierung wurden in der Soll-Konzeption die Handlungsfelder bearbeitet und passende Strategien, Konzepte und Prozesse nach Bedarf anhand von Artikelklassen entwickelt und gestaltet. Durch den differenzierten Einsatz von Planungsstrategien in dieser Phase führte die Reorganisation der logistischen Planungsprozesse zu einer Standardisierung der Prozesse sowie einer differenzierten logistischen Behandlung der Artikelklassen. Dies führt insgesamt zu einer höheren logistischen Leistungsfähigkeit. Durch die systematische Vorgehensweise konnten erhebliche Verbesserungspotenziale realisiert werden: Die umgesetzten Maßnahmen führten im Projekt zu einem einmaligen Einsparpotenzial von 24,5 Millionen Euro durch die Reduzierung der Kapitalbindungskosten, sowie einer jährlichen Einsparung von 2,8 Millionen Euro durch die Reduzierung der Logistikkosten. Des Weiteren wurde die Forecast Accuracy auf durchschnittlich knapp 78 Prozent erhöht und der angestrebte Lieferservicegrad von 97,5 Prozent in der Regel gehalten. Damit konnten die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und sich im Markt eine zuverlässige Position sichern.


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