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Kundendaten umfassend und datenschutzkonform nutzen

Vertrauen schaffen mit Datenschutz

Wenn Kunden Informationen an Unternehmen geben und so die Grundlage für passgenaue Angebote schaffen, sollten Unternehmen sensibel mit diesem Wissen umgehen. Sind die Abnehmer jedoch davon überzeugt, dass verantwortungsvoll mit ihren Daten umgegangen wird, kann das Marketing innnovative Vertriebsmodelle nutzen, während sich die Kundenbindung langfristig verbessern lässt. IT-Systeme für Datenschutzmanagement unterstützen Unternehmen dabei.

Offenheit im Umgang mit Kundendaten kann in Verbindung mit zuverlässig implementiertem Datenschutz zur Kundenbindung beitragen und Marktvorteile erschließen. Bild: bowi GmbH

Wie geht Ihr Unternehmen mit Kundendaten um? Wo werden die Produkte produziert? Wie steht Ihr Unternehmen zu Fair Trade? Nimmt es seine soziale Verantwortung wahr? Zählten im letzten Jahrzehnt vielerorts noch Preis-Leistungsverhältnis und Qualität allein zu den bestimmenden Faktoren im Marketing, nehmen derzeit soziale Themen und angesichts von NSA-Affäre und Abhörskandalen auch der Datenschutz in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung zu.

Datenschutz als Markenwert

Für Fertigungsbetriebe ergibt sich daraus die Chance, Vertrauen auf Kundenseite aufzubauen. Dazu müssen Antworten auf viele der vorangestellten Fragen geliefert werden können. Sympathie können Unternehmen gewinnen, indem neben dem Fokus auf ihre Kernkompetenzen auch weiche Themen eine Rolle in der Unternehmenskommunikation spielen. Vermittelt ein Unternehmen, dass es datenschutzkonform und sensibel mit Kundendaten umgeht, können Konsumenten das als Wertschätzung ihrer Person wahrnehmen. Das dürfte in vielen Fällen auf die Bindung der Kunden an das Unternehmen oder die Marke wirken. Für Marketingverantwortliche liegt hier großes Potenzial, um die Vorteile des eigenen Hauses herauszuarbeiten. Wer sich indes zur Erhebung von personenbezogenen Daten entscheidet, muss auch die weitere Verarbeitung im Blick behalten. Viele Verarbeitungsschritte stellen eine Veränderung oder Anreicherung der Daten dar: Wenn Kunden-Präferenzen oder Cross-Selling-Potenziale aufgrund von Nutzer-Verhalten ermittelt werden, findet eine Anreicherung der Daten um diese Informationen statt. Dabei gilt zu beachten, dass für viele Customer-Relatonship-Management-Aktivitäten (CRM) eine Einwilligung des Kontaktes erforderlich ist.



Im Bild: Karl Schmid, Geschäftsführer der Bowi GmbH

Rückhalt im Unternehmen

Eine zentrale Position kann hierbei der betriebliche Datenschutzbeauftragte (BDSB) einnehmen. Der BDSB vermittelt zwischen Kunden, Marketing- und IT-Abteilung sowie Unternehmensführung. Er arbeitet im Spannungsfeld zwischen freiheitlicher Selbstbestimmung des Kunden und optimaler wirtschaftlicher Nutzung seiner Daten für das Marketing. Zu seinen Aufgaben zählen auch, Geschäftsprozesse zu gestalten oder vorausschauend zum Einsatz neuer Technologien und zur externen Kommunikation zu beraten. Der BDSB sollte die Wünsche der Kunden repräsentieren, Einwilligungen einfordern und die Rechtslage aus Sicht des Unternehmens kennen. Um das leisten zu können, brauchen die verantwortlichen Mitarbeiter Präsenz und Akzeptanz im Unternehmen. Unterstützung können aber auch Anwendungen leisten, die in die relevanten Prozesse eingebunden sind und als Datenschutzmanagementsystem dienen. Diese Plattform könnte als Wissensbasis fungieren, als Entscheidungshilfe und Sprachrohr zu Behörden, Fachabteilungen und zur Unternehmensführung. Eine Implementierung in die IT-Infrastruktur ist überall dort sinnvoll, wo potenziell personenbezogene Daten fließen, um den Rechtsschutz sicherzustellen. In einem zentralen Datenschutzmanagementsystem können sich zudem Regeln zur zulässigen Verarbeitung von Daten hinterlegen lassen. Wann immer eine Kunden-Einwilligung zurückgezogen wird oder sich die Rechtsprechung ändert, muss die gesamte IT darauf reagieren können.

Forscher treiben die Entwicklung

Wenn Unternehmen Datenschutz in ihrer IT verankern, sollte schon bei der Software-Auswahl auf Konformität zu deutschen Regeln und Gesetzen geachtet werden. Dass bei vielen Anwendungen aus dem Ausland keine Klarheit in dieser Hinsicht besteht, ist für hiesige Entwickler die Chance, sich durch passgenauen softwareseitigen Datenschutz von der internationalen Konkurrenz abzuheben. Entsprechende Tendenzen sind bereits am Markt zu beobachten. Der Fortschritt in dem Segment wurde vor allem von Forschungsprojekten getrieben. Im Projekt Sphere entstehen derzeit zum Beispiel mit Beteiligung des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein und dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig Komponenten, die Datenschutzmanagement unterstützen. Sie sollen sich in bestehende CRM-Infrastrukturen und Datenschutzmanagementsysteme integrieren lassen, um Datenschutz zu automatisieren und steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt fließen ab 2015 in eine unternehmerisch nutzbare Privacy-Lösung ein. Zu den Zielen der Initiative zählt, mittels IT-gestütztem Datenschutz das Vertrauen von Kunden in Anwenderunternehmen zu stärken. Damit auf Seiten der Verbraucher die Akzeptanz wächst, Informationen zur Verfügung zu stellen, um optimierte Leistungsangebote zu erhalten.

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