Anzeige
Beitrag drucken

Künstliche Intelligenz

Freiraum für Ideenschmieden

„Die Roboter kommen!“ – So oder ähnlich lauten Überschriften heute, wenn über Künstliche Intelligenz berichtet wird. Nahezu täglich wird diskutiert, bei welchen Aufgaben eine KI die menschliche Arbeitskraft unterstützen oder sogar ersetzen könnte. Für die Industrie zeichnen sich positive Entwicklungen ab, etwa wenn es um komplexe Prozesse und die Interaktion zwischen Maschinen geht. Infosys hat sich für eine Studie bei Entscheidern aus der Industrie über den Stand von KI informiert.

Bild: © Jim/Fotolia.com

Bild: © Jim/Fotolia.com

Lange Zeit hatte der Industriesektor den disruptiven Einfluss von digitalen Technologien wie dem Internet of Things oder Künstlicher Intelligenz ignoriert oder sogar dementiert. Die Zeit des Zögerns ist jedoch bei vielen Unternehmen vorbei und die Wertschöpfung mit dem Industrial Internet trägt in bedeutenden Volkswirtschaften bereits einen großen Teil zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Möglichkeiten steigen aktuell rasant, durch Datenverarbeitung bessere Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig kurbelt das Industrial Internet den Wettbewerb an. Es verknüpft Produkte, Ausrüstung und Systeme miteinander. Letztendlich wird das Industrial IoT globale Lieferketten durchdringen und die Produktion auf eine Weise optimieren, die ohne eine solche Zusammenarbeit nicht möglich gewesen wäre. Noch ist das Industrial Internet in seiner Entstehungsphase. Erste Nutzer messen allerdings bereits Erfolge, während Proof of Concept Projekte zunehmend durchgeführt werden.

Automatisierte Prozesse

In der Studie ‘Amplifying Human Potential: Towards Purposful AI’ fand der weltweit agierende IT-Konzern Infosys heraus, dass sich Unternehmen, die KI-Technologie einsetzen, davon eine Umsatzsteigerung von fast 40 Prozent bis 2020 versprechen. Die Rentabilität sehen auch die Industrieunternehmen. Ein Bespiel ist Bosch. Das Unternehmen erwartet, dass KI-Produkte innerhalb von nur fünf Jahren rund zehn Prozent des Umsatzes ausmachen werden.

Der Fortschritt der Technologie

Mit dem Fortschritt der Forschung entwickeln sich auch die KI-Technologien weiter. Roboter werden berührungssensibler. So können sie in der Fabrik der Zukunft viele fertigungs- und bewegungsabhängige Arbeiten übernehmen. Gleichzeitig entstehen durch Verbesserungen in der Sensorik und Visionstechnologie sogenannte Cobots, die Seite an Seite mit Menschen arbeiten sollen. Ein Beispiel ist der selbstfahrende Smart Transport-Roboter von BMW.

Die Zukunft der Produktion

Diese Entwicklung steht noch ganz am Anfang: Ob Fertigung, Materialfluss, Verpacken, Transport oder andere Aufgaben – Roboter könnten den nächsten Effizienzschub in der Produktion auslösen. Sie könnten sich in Zukunft die Arbeit aufteilen, untereinander zusammenarbeiten und sich Feedback geben. Diese Roboter werden lernen und sich selbst verbessern können. Dadurch treffen sie ‘intelligente’ Entscheidungen, die auf ihren Erfahrungen beruhen – nicht bloß plangesteuerte, die auf ihrer Programmierung basieren. Allerdings warten in der weiten Welt der KI auch große Herausforderungen. Die richtige Schulung der Mitarbeiter vor dem Einsatz ist eine davon. Diesem Punkt weisen 37 Prozent der Hersteller, so die Infosys-Studie, eine ausschlaggebende Rolle zu. Die schnelle Entwicklung und das Zusammenspiel mehrerer disruptiver KI-Technologien macht das Training zu einer andauernden Herausforderung. Zudem werden Umschulungen nötig sein, damit sich Unternehmen auf dem Markt behaupten können. Denn viele Tätigkeiten, die jetzt noch von Menschen erledigt werden, üben in Zukunft Roboter aus. Aus diesem Grund müssen Kompetenzen von Menschen ausgebaut werden, um die neuen, teilweise noch nicht klar definierten Rollen auszufüllen, die Maschinen nicht übernehmen können. Beispielsweise wird der Mensch weiterhin gefragt sein, um etwa Kundenwünsche zu analysieren und neue Geschäftsmöglichkeiten zu entwickeln. Mitarbeiter werden in einen systematischen Prozess des lebenslangen Lernens eingebunden.

Jenseits des Profits

In der Infosys-Befragung gaben 80 Prozent an, dass sie ihre Mitarbeiter umschulen und weiterhin beschäftigen wollen, wenn Positionen an Roboter abgegeben werden. Das lässt erkennen, dass Menschen auch in der Zukunft Stärke einbringen werden, die sich nicht automatisieren lassen: Leidenschaft, Kreativität und vielversprechende Ideen. Doch an anderen Stellen könnten Roboter, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, für immer mehr Routineaufgaben eingesetzt werden. So bekommen Mitarbeiter die Zeit und den Spielraum, Ideen zu entwickeln und das Denken auszuweiten. Mit den Fortschritten von künstlicher Intelligenz wird in der produzierenden Industrie ein enormes menschliches Potential freigesetzt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Seit 2001 setzt das Unternehmen Mondi in seinem Werk in Gronau auf Industrie-PCs von Noax. Mit ihnen stellt der Hersteller von Verpackungen und Hygieneartikeln eine zuverlässige Prozesssteuerung der gesamten Produktionskette sicher - samt Betriebsdatenerfassung und Dokumentation. Die daraus resultierende Rückverfolgbarkeit kommt dann auch dem Endkunden zu Gute.‣ weiterlesen

Unternehmen erhöhen ihre Investitionen in KI-Systeme zum Schutz vor der nächsten Generation von Cyberangriffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Capgemini Research Institute. Demnach glauben rund zwei Drittel der Unternehmen, ohne KI nicht in der Lage zu sein, auf kritische Bedrohungen reagieren zu können. Befragt wurden 850 Führungskräfte unterschiedlicher Branchen. ‣ weiterlesen

Ingenieure und Physiker von Giesecke+Devrient Currency Technology entwickeln magnetische, optische und Ultraschallsensoren für modulare Banknotenbearbeitungssysteme. Da experimentelle Messungen kaum möglich sind, sichert eine Multiphysik-Simulation die Präzision der Sensorik ab.‣ weiterlesen

Bei einem Treffen der Deutsch-Chinesischen Kommission Normung (DCKN) haben Vertreter des VDE DKE mit ihren chinesischen Kollegen eine stärkere Zusammenarbeit vereinbart.‣ weiterlesen

Festverbaute Panel-PCs beschränken das Human-Machine-Interface auf einen Punkt in der Fabrik - nämlich auf die jeweilige Maschine selbst. Mit industrietauglichen Tablets und Docking-Stationen agieren die Menschen im Werk deutlich flexibler.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige